2024-05-24T11:28:31.627Z

Allgemeines
FuPa klärt auf: Dürfen einarmige Spieler einen Einwurf ausführen?
FuPa klärt auf: Dürfen einarmige Spieler einen Einwurf ausführen? – Foto: Andreas Santner

Dürfen einarmige Spieler einen Einwurf ausführen?

FuPa klärt auf: Dürfen einarmige Spieler einen Einwurf ausführen? Der DFB gibt mit Blick auf Gleichberechtigung eine entsprechende Antwort.

Der Einwurf ist die häufigste Standardsituation im Fußball, obgleich er natürlich nicht dieselbe Wertigkeit wie ein Freistoß, Eckball oder Elfmeter genießt. Doch diese handelsübliche Aktion kann im "normalen" Breitensport für Einschränkungen sorgen, denn nicht alle Spieler haben gleiche Voraussetzungen. Daher die Frage: Dürfen einarmige Spieler:innen einen Einwurf ausführen?

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Weitere Erklärungen von FuPa in der Übersicht:

Als Grundlage für diesen Artikel dient eine Situation aus einem Pokalspiel der SG Neffeltal im August 2022. Der B-Ligist gastierte als klassentieferes Team bei Germania Burgwart und schied nach einem 1:4 (0:3) verdient aus. Im zweiten Durchgang stabilisierte sich die SGN und entwickelte für einen gewissen Zeitraum eine Drangphase. Ein einarmiger Spieler der Gäste holte einen Einwurf raus, führte diesen Einwurf aber nicht schnell aus, weil er auf einen Mitspieler warten musste, damit dieser den Standard übernimmt. Ein potenzieller Angriff erstickte so im Keim.

Einarmige dürfen nicht als Spezialisten eingesetzt werden

Die Internetrecherche ergab zunächst nichts Konkretes, weshalb der Deutsche Fußball-Bund kontaktiert wurde. Die Anfrage hat der DFB nach Rücksprache mit Lutz Wagner, ehemaliger Bundesliga-Schiedsrichter und Lehrwart, beantwortet. Die Spieler:innen dürfen wegen ihrer Behinderung weder benachteiligt noch bevorteilt werden. Daraus ergibt sich für den Einwurf folgender Handlungsrahmen:

Einarmige Spieler:innen dürfen einen Einwurf mit einer Hand ausführen, wenn es die Spielsituation hergibt. Bedeutet: Gibt es für die Mannschaft einen Einwurf in der Nähe der betroffenen Spieler:innen, darf der Standard mit nur einer Hand ausgeführt werden. Allerdings dürfen die Spieler:innen nicht als Spezialisten genutzt werden, sprich: Sie dürfen nicht gezielt an die Außenlinie geschickt werden, weil dadurch ein Zeitverzug entsteht. Durch dieses Vorgehen entsteht weder ein Vor- noch ein Nachteil.

Des Weiteren gibt es die Empfehlung des DFB, mit den entsprechenden Schiedsrichter:innen im Vorfeld einer Partie zu sprechen, um auf diese entsprechende Ausnahme hinzuweisen. Flächendeckend dürfte diese Regel-Anpassung nämlich nicht bekannt sein.

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Aufrufe: 04.1.2024, 10:31 Uhr
André NückelAutor