2024-05-17T14:19:24.476Z

Allgemeines
Draußen bleiben oder doch mitspielen? Diese Frage stellt sich nach einer roten Karte oftmals im Amateurfußball.
Draußen bleiben oder doch mitspielen? Diese Frage stellt sich nach einer roten Karte oftmals im Amateurfußball. – Foto: Timo Babic

Wann darf ein Spieler trotz roter Karte spielen?

Trotz roter Karte können Spieler im Amateurfußball eingesetzt werden, dafür ist aber der Wettbewerb entscheidend. Ein Überblick für Nordrhein-Westfalen.

Im Westdeutschen Fußballverband (WDFV) ist es tatsächlich möglich, dass Spielerinnen und Spieler trotz roter Karte spielen dürfen. Für den Fußball-Verband Mittelrhein, den Fußballverband Niederrhein und den Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen gibt es hierzu Spielregeln, die in der Rechts- und Verfahrensordnung (RuVO) des WDFV definiert sind. Aber grundsätzlich ist es möglich, trotz roter Karte zum Einsatz zu kommen. Der Wettbewerb ist hierfür entscheidend.

Alle Amateurfußballer haben sicherlich schon etwas von der Spielordnung gehört. Hier wird der eigentliche Spielbetrieb inklusive der Transfers und Spielberechtigungen geregelt. Aber die RuVO ist für den reibungslosen Ablauf ebenso wichtig, weil hier unter anderem die Sperren und Einspruchsfristen für die Klubs aus Nordrhein-Westfalen definiert werden. Die Redaktion von FuPa Niederrhein hat bereits an zwei Stellen die Ordnung genauer vorgestellt:

>>> Strafen und Sperren im WDFV: So sieht das Strafmaß aus

>>> Rote Karten im Amateurfußball: So lang können Sperren sein

Spieler dürfen trotz roter Karte spielen

In diesem Erklärtext geht es um den Zusatz, dass Spielerinnen und Spieler auch trotz aktiver Sperre nach roter Karte spielen dürfen. Hier gewährt die Rechts- und Verfahrensordnung nämlich einen Spielraum, der von Wettbewerb abhängt. Hierzu heißt es im Paragraphen 9: "Spiele sind Spiele des Wettbewerbs, in dem die Tat begangen worden ist, und ranghöherer Wettbewerbe. An rangniedrigeren Wettbewerben darf der Spieler teilnehmen. In diesem Sinne gilt folgende Rangfolge der Wettbewerbe: Meisterschaftsspiele, Pokalspiele, Freundschaftsspiele, Turnierspiele."

Das bedeutet konkret: Sieht ein Spieler in einem Ligaspiel die rote Karte, darf er trotzdem in Pokal-, Freundschafts- oder Turnierspielen eingesetzt werden. Wichtig ist zu beachten, dass die Sperre auch für alle anderen Mannschaften des Vereins gilt. Gleichzeitig bedeutet die Passage aber auch, dass Spieler erst nach dem Absitzen der Sperre wieder in der Meisterschaft eingesetzt werden dürfen. Andernfalls würde eine Sperre auch keinen Sinn ergeben. Somit ergibt sich folgende Übersicht:

Rote Karte in der Meisterschaft = Einsatz im Pokal, Testspiel und Turnier möglich
Rote Karte im Pokal = Einsatz im Testspiel und Turnier möglich
Rote Karte im Testspiel = Einsatz im Turnier möglich
Rote Karte im Turnier = kein Einsatz möglich.

Das Absitzen der Sperre

Außerdem ist zu beachten, dass die Sperre nur durch Spiele der Mannschaft abgesessen wird, in der es den Platzverweis gegeben hat. Hat ein Spieler in der ersten Mannschaft die rote Karte gesehen und wurde für drei Spiele gesperrt, muss die erste Mannschaft erst dreimal wieder gespielt haben, ehe der Gesperrte wieder eingesetzt werden darf. Sieht ein Spieler beispielsweise im Pokal die rote Karte, kann die Sperre durch Spiele im Pokal und der Meisterschaft abgesessen werden.

In diesem Artikel beziehen wir uns auf die Rechts- und Verfahrensordnung und Gegebenheiten des Westdeutschen Fußballverbandes (kurz WDFV). Für andere Regionen und Gebiete können andere Regelungen gelten. Für die Angeben übernehmen wir keine Gewähr.

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Weitere Erklärungen von FuPa in der Übersicht:

Aufrufe: 08.1.2024, 13:00 Uhr
André NückelAutor