2024-04-16T09:15:35.043Z

Ligabericht
Die Würzburger Kickers machten dort weiter, wo sie vor der Winterpause aufgehört hatten.
Die Würzburger Kickers machten dort weiter, wo sie vor der Winterpause aufgehört hatten. – Foto: IMAGO / foto2press

Last-Minute-Wahnsinn in Schweinfurt, Würzburg direkt back on track!

Auftakt in der Regionalliga Bayern - Samstag: Standards bescheren klaren Kickers-Dreier +++ Schweinfurter Last-Minute-Doppelpack +++ Wacker-Sieg im Derby

Endlich rollte der Ball wieder in der Regionalliga Bayern & eigentlich blieb alles wie beim Alten: Denn die Würzburger Kickers knüpften - vor allem ergebnistechnisch - direkt an und marschieren auch mit einem Heimsieg über die SpVgg Ansbach immer weiter in Richtung Meisterschaft. Völlig verrückt und wesentlich weniger deutlich ging es zwischen dem 1. FC Schweinfurt 05 und dem FC Memmingen her. Der Aufsteiger aus Memmingen sah mit einer Zwei-Tore-Führung lange Zeit als der sichere Sieger in diesem Spiel aus, gab jedoch den sicher gelaubten Sieg in den Schlussminuten doch noch aus den Händen. Wir geben euch einen Überblick über den ersten Regionalliga-Samstag im Kalenderjahr 2024...

Den deutlichsten Sieg an diesem Samstag zum Frühjahrsauftakt in der Regionalliga Bayern sicherte sich der noch ungeschlagene Tabellenführer aus Würzburg. Die Kickers machten da weiter, wo sie vor der Winterpause aufgehört hatten und stellten gegen die SpVgg Ansbach schon früh ihre Ambitionen unter Beweis. Allerdings brauchte es einen Standard zur Führung: Eine Ecke von der linken Seite fand Abwehrspieler Marius Wegmann, der zum 1:0 in der 26. Spielminute einköpfte. Während auch das 2:0 von Kapitän Peter Kurzweg - noch vor der Pause - aus einem Eckstoß resultierte, erhöhte erneut Marius Wegmann nach dem Seitenwechsel (55.) dieses Mal nach einem Freistoß aus dem Halbfeld per Kopf. Den Schlusspunkt (78.) zum 4:0-Endstand setzte dann Top-Torjäger Saliou Sané, der nach toller Kurzweg-Vorarbeit nur noch den Fuß hinhalten musste.

Marco Wildersinn (Trainer FC Würzburger Kickers): "Gutes Spiel von uns, weil wir direkt präsent waren. Wir haben direkt mit Wucht und Tempo nach vorne gespielt, unser Pressing gut gemacht und den Gegner zu Ballverlusten gezwungen. Dadurch hatten wir viele Aktionen in der gegnerischen Hälfte, in denen wir Torgefahr erzwingen konnten. Durch die Standards konnten wir dann in Führung gehen und haben das Ganze über 90 Minuten gut durchgezogen."

Niklas Reutelhuber (Trainer SpVgg Ansbach): "Wenn wir hier drei Standardgegentore bekommen, dann können wir nicht gewinnen. Ich finde aber trotzdem, dass wir sehr mutig waren und versucht haben die Kickers hoch anzulaufen. Das hat zwar nicht immer funktioniert, aber wir waren aus dem Spiel heraus sehr stabil. Am Ende ist es, eben weil wir drei Standardgegentore hinnehmen mussten, absolut verdient!"

Während der FC Memmingen zu Gast beim 1. FC Schweinfurt in die Mission Klassenerhalt startete, war es für die Schnüdel bereits das zweite Pflichtspiel in diesem Kalenderjahr. Beide Mannschaften brauchten eine Weile, um in das Spiel zu finden, weswegen zur Pause auch noch ein torloses Remis auf der Anzeigetafel stand. Wesentlich wilder sollte es im zweiten Durchgang werden: Noah Müller (54.) und Pascal Maier (60.) erwischten die Schweinfurter nach dem Seitenwechsel auf dem falschen Fuß und brachten den FC Memmingen in dieser Phase hochverdient mit 2:0 in Front. Lange sah es aus, als würde der FCM direkt zum Frühjahrs-Auftakt einen Dreier mit ins Allgäu nehmen können, doch die Schnüdel machten Neu-Trainer Matthias Günes in einer irren Schlussphase doch noch einen Strich durch die Rechnung: Erst war Severo Sturm in der 88. Minute mit dem Anschlusstreffer zur Stelle, ehe Adam Jabiri nur eine Minute später (89.) einen kapitalen Fehler von Memmingen-Keeper Dominik Dewein zum 2:2-Last-Minute-Ausgleich nutzte.

Marc Reitmaier (Trainer 1. FC Schweinfurt 05): "Wir haben in vielen Phasen heute definitiv nicht unser bestes Spiel gemacht und einiges vermissen lassen. Hinten raus muss ich den Einsatzwillen und die Moral der Mannschaft loben, da wir noch das 2:2 machen. Wie das Tor auch zustande gekommen ist, das ist irgendwo auch ein Teil Cleverness. Von daher ist es heute definitiv ein gewonnener Punkt. War aber goldwert für unsere Moral!"

Matthias Günes (Trainer FC Memmingen): "Es waren zwei ähnliche Spielstile. Jetzt nicht unbedingt schön, dafür aber sehr intensiv. Darauf haben wir uns eingestellt, das haben wir auch angenommen und es geschafft wenig zuzulassen. Am Ende ist es leider eine individuelle Geschichte, das nehmen wir als Mannschaft so hin und müssen Dome (Anm. der Red.: Dominik Dewein) auch wieder aufrichten. Ich bin mir sicher, er wird uns in den kommenden Wochen noch die ein oder andere Situation retten!"

Es war ein sehr einseitiges fränkisches Duell, in dem beide Mannschaften im Vorhinein eigentlich sehr auf einen Punktgewinn angewiesen waren. Am Ende war es die zweite Mannschaft der SpVgg Greuther Fürth, die sich nach 90 Minuten verdient mit 3:1 durchsetzen und wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt sammeln konnte. Die Gäste waren von Beginn an die agilere und spielbestimmende Mannschaft, was sich spätestens nach einer halben Stunde auch auf dem Papier widerspiegelte: Knipser Ricky Bornschein war binnen vier Minuten (31. & 34.) zwei Mal zur Stelle und brachte das kleine Kleeblatt per Doppelpack in Front. Noch vor der Pause (43.) erhöhte Leander Popp, der bereits drei Kurzeinsätze in der 2. Liga vorweisen darf, sogar auf 3:0. Damit war die Messe dann eigentlich bereits gelesen. Zwar gelang dem FC Eintracht Bamberg nach einer Stunde durch David Lang noch der Anschluss zum 1:3, richtig gefährlich wurde es für die Fürther allerdings nicht mehr.

Jan Gernlein (Trainer FC Eintracht Bamberg): "Wir haben heute leider zwei Gesichter gezeigt. Das Gesicht in der ersten Halbzeit, das sehr mutlos und mit wenig Qualität gespickt war. In der zweiten Hälfte war dieses Gesicht dann wesentlich mutiger, griffiger, aggressiver war und es geschafft hat irgendwie noch einmal ansatzweise in dieses Spiel zurück zu kommen."

Petr Ruman (Trainer SpVgg Greuther Fürth II): "Wir sind mit einer 3:0-Führung und einer sehr guten Leistung in die Pause gegangen. Man hat auch die Inhalte, die wir im Training geübt und einstudiert haben, immer wieder mal gesehen. Mit der zweiten Halbzeit bin ich allerdings unzufrieden, weil wir die Leistung aus der ersten Hälfte nicht bestätigen konnten."

2.300 Zuschauer in der Wacker-Arena sahen das Derby zwischen dem SV Wacker Burghausen und dem TSV Buchbach - mit dem besseren Ende für die Hausherren. Denn das Team von Trainer Robert Berg brauchte nicht lange, um in diese Begegnung zu finden und schlug nach nur 5 Minuten bereits mit dem 1:0 zu. Neuzugang Michael John Lema kam nach einer Ecke an den Ball, legte ihn sich zurecht, knallte ihn aus knapp 20 Meter neben den linken Pfosten und ließ Buchbach-Schlussmann Felix Junghan keine Chance. In der Folge war mit dem TSV Buchbach das Regionalliga Schlusslicht zwar bemüht in dieses Spiel zu finden, ließ allerdings vor allem spielerisch viel Luft nach oben. Folgerichtig zappelte die Kugel nach der Pause dann ein zweites Mal (59.) im Gäste-Netz: Wacker-Kapitän Christoph Schulz erhöhte auf 2:0, was gleichzeitig den Endstand in diesem Spiel bedeutete.

Robert Berg (Trainer SV Wacker Burghausen): "Es war das erwartet intensive Spiel. Es war über die 90 Minuten gesehen zwar ein hochverdienter Sieg, aber obwohl wir sogar noch mehr Tore machen hätten können, war es stets gefährlich für uns. Der Anschlusstreffer hätte nicht mehr fallen dürfen, dann wäre es noch einmal richtig hektisch geworden. Insgesamt ein gelungener Auftritt vor vielen Zuschauern und ein verdienter Sieg!"

Aleksandar Petrovic (Trainer TSV Buchbach): "Erstmal möchte ich Wacker zum verdienten Sieg gratulieren. Bei uns sah es ganz gefällig aus, ohne den richtigen Zug nach vorne. Es wird bei uns jetzt zur Kopfsache. Denn wenn ich das Training der Jungs anschaue, dann sehe ich ja was sie können. Irgendwie kriegen wir es am Wochenende einfach nicht auf dem Platz, deswegen gratuliere ich Burghausen zum verdienten Heimsieg!"

Aufrufe: 02.3.2024, 19:40 Uhr
Felix PaßbergerAutor