Blau-Weiß (Helmstadt) gegen Gelb-Schwarz (Treschklingen) heißt es am Mittwoch in Neckarbischofsheim.
Blau-Weiß (Helmstadt) gegen Gelb-Schwarz (Treschklingen) heißt es am Mittwoch in Neckarbischofsheim. – Foto: Berthold Gebhard

Einer macht´s im zweiten Anlauf

Kreispokal Sinsheim +++ Treschlingen und Helmstadt am Mittwoch im Finale +++ In den letzten fünf Jahren hat jeder einmal das Endspiel verloren

An Gemeinsamkeiten mangelt es nicht zwischen dem SV Treschklingen und dem TSV Helmstadt. Die beiden Kreisligisten bestreiten am Mittwoch um 19.30 Uhr das Finale um den Sinsheimer Kreispokal auf dem Sportplatz des TSV Neckarbischofsheim. Was spricht für wen im Vorfeld? Dieser Frage stellen wir uns ausführlich und kommen, definitiv im Gegensatz zum Spiel am Mittwoch, zu vielen Unentschieden.

Der direkte Vergleich

Seit 2018 siegte jeder dreimal und einmal teilten sich die beiden Finalisten die Punkte. Erst am vergangenen Sonntag, gerade einmal drei Tage vor dem Endspiel, standen sich Helmstadt und Treschlingen zuletzt gegenüber. 3:2 setzte sich der designierte Meister beim TSV durch. Dafür gewann das Team aus dem unteren Mittelfeld in der Vorrunde mit 2:1 beim SV.

"In den Pokalrunden zuvor gegen Zuzenhausen II und Neckarbischofsheim hatten wir bereits in den zehn Tagen zuvor das Ligaspiel gegeneinander und mit Treschklingen eingerechnet nur einen Punkt aus diesen drei Partien geholt", sagt Helmstadts Trainer Marcel Schaardt. Im Finale wäre also wieder ein Sieg an der Reihe, wie er schmunzelnd hinzufügt: "Es müsste einfach so weitergehen."

Sein Kollege erwartet ein ganz anderes Spiel als am Sonntag. "Da hatten wir den Fokus auf der Meisterschaft, das ist jetzt ist etwas ganz anderes. Es wäre einfach gigantisch, den Pott nach Treschklingen zu holen", so SV-Trainer Ali Susan. Moralische und vermutlich auch lautstarke Unterstützung erhält er von seiner D-Jugend und deren Eltern des VfR Heilbronn, die er zusammen mit seinem Spieler Massimo Di Mauro coacht.

Tendenz: Unentschieden.

Der Endspielort

Neckarbischofsheim ist die alte Heimat von Schaardt. "Hier habe ich sehr viele Spiele bestritten und fühle mich sehr wohl. Außerdem habe ich mich nach dem Halbfinale sofort für Neckarbischofsheim ausgesprochen", verrät der Linksfuß. Er sieht den großen Platz, „als Vorteil für uns.“ Susan glaubt ebenfalls an einen Vorteil: "Der große Platz kommt uns definitiv entgegen."

Es wird entscheidend sein, wessen Plan besser aufgeht. Aufgrund der Spielanlage beider Teams ist es zu erwarten, dass Treschklingen mehr Kontrolle ausüben dürfte und dementsprechend über den Ballbesitz kommt. Im Gegensatz dazu lauern die Helmstädter auf Umschaltmomente, die ihr Spielertrainer Schaardt und Flügelflitzer Simon Dowalil auszunutzen versuchen.

Tendenz: Vorteil Treschklingen.

Die Pokalerfahrung

Die Nemesis der beiden heißt SG Waibstadt. 2016 unterlag Treschklingen der SG im Finale mit 0:1, zwei Jahre später Helmstadt mit dem gleichen Ergebnis. Jetzt will selbstverständlich keiner derjenige sein, der binnen weniger Jahre zwei Endspiele verliert.

"Wir hatten beide das Vergnügen uns vortasten zu dürfen", erklärt Susan, der sich sehr freut, "weil wir uns diese Saison schon so viel erarbeitet haben und obendrein haben wir viele erfahrene Spieler, die häufiger vor größeren Kulissen gespielt haben. Ich denke, das ist ein Vorteil."

In Helmstadt geht man es dieses Jahr ruhiger an. 2018 beim Finalderby gegen Waibstadt in Neckarbischofsheim wurde noch groß aufgefahren, mit extra T-Shirts zum Beispiel. "Wir haben uns entschieden, nichts im Vorfeld zu planen und gegebenenfalls kurzfristig etwas auf die Beine zu stellen", konstatiert Schaardt.

Tendenz: Unentschieden.

Die personelle Lage

In Helmstadt sind mit Schaardt und Dowalil zwei absolute Schlüsselspieler nach Verletzungen rechtzeitig fit geworden. Das ist ein großes Pfund und vergrößert die Chancen ungemein. Bis auf Jonas Nuß und Robert Köpf stehen auf blau-weißer Seite sämtliche Kicker des Kaders zur Verfügung.

Dagegen prangt hinter dem Einsatz des Treschklinger Spielertrainers ein großes Fragezeichen. "Ich habe Probleme mit einer Zerrung und tue aktuell alles dafür, dass es bis Mittwoch reicht", sagt Susan. Ohne ihn hat es zumindest schon am Sonntag mit einem Sieg gegen Helmstadt geklappt, im Rahmen des Finals mit vielen Zuschauern ist seine Erfahrung auf dem Rasen aber natürlich Gold wird. "Ich weiß meine Stärken auch von außen einzusetzen", wüsste er auch mit einem Ausfall passend umzugehen. Bitter wäre es dennoch in doppelter Hinsicht, da er sich 2016 im Finale bereits nach zehn Minuten verletzungsbedingt auswechseln musste.

Tendenz: Vorteil Helmstadt.

Fazit

Zweimal Unentschieden und je ein Vorteil für den jeden der beiden Finalisten. Es bahnt sich ein spannendes, vielleicht sogar dramatisches Finale an – ein Fußballfest hoffentlich.

Aufrufe: 024.5.2022, 17:00 Uhr
red.Autor