Mit Volldampf in die Landesliga heißt es für den SV Treschklingen (gelb-schwarz)
Mit Volldampf in die Landesliga heißt es für den SV Treschklingen (gelb-schwarz) – Foto: Berthold Gebhard

Das Abenteuer Landesliga beginnt

Landesliga Rhein-Neckar +++ Der SV Treschklingen will den Klassenerhalt und gleichzeitig die Saison genießen

Zum Auftakt stand der Spaß im Vordergrund. Am Dienstagabend eröffnete Ali Susan die Saisonvorbereitung seines SV Treschklingen und ließ seine Jungs lange auf ein großes Feld kicken. "Das war genau richtig so, um besser reinzukommen", erläuterte der gut gelaunte Trainer.

Von Anfang an stellte er klar, wie schwierig die kommende Saison wird und machte seinen Schützlingen klar, dass sie vielleicht auch mal den einen oder anderen längeren Zeitraum ohne Erfolgserlebnisse überstehen müssen. Ganz im Gegensatz zur vergangenen Kreisliga-Runde, die mit der Meisterschaft und dem Pokalsieg überaus erfolgreich, geradezu geschichtsträchtig, endete.

Der 36-Jährige sieht das als großen Ansporn sich eine Klasse höher zu behaupten und es den vermeintlichen Favoriten so schwer wie möglich zu machen. Er sagt: "Wir freuen uns einfach auf die Aufgabe, wissen, dass wir cool bleiben und immer weiterarbeiten müssen. Der Fußball in der Landesliga wird ein ganz anderer als in der Kreisliga sein, der Unterschied zwischen den beiden Klassen ist in der Praxis größer als es auf dem Papier den Anschein hat. Das ist uns bewusst und das haben wir längst schon angesprochen und verinnerlicht."

Zu allem Überfluss dürfte die Landesliga Rhein-Neckar kommende Saison nochmal ein gutes Stück besser als zuletzt sein. Der mit einem Punkt abgemeldete TSV Steinsfurt und dazu Srbija Mannheim und die TSG Lützelsachsen holten weit weniger als einen Zähler im Schnitt. Für diese Teams sind neben Treschklingen die mit weitem Abstand Meister gewordenen FV Nußloch (Heidelberg) und TSV Amicitia Viernheim (Mannheim) hinzugekommen. Alleine aufgrund der regional prominenten Namen, die diese Mannschaften in ihren Reihen haben, ist Abstiegskampf in Nußloch wie in Viernheim kaum vorstellbar.

Bleiben also nicht viele Kandidaten, die der SVT realistisch betrachtet hinter sich lassen kann. Am ehesten wohl den Kreiskollegen TSV Kürnbach, die SG Horrenberg und die SpVgg 06 Ketsch. Eventuell noch den SV 98 Schwetzingen, der letzte Runde lange im Abstiegssumpf steckte. Da es drei Direktabsteiger und einen Relegationsteilnehmer gibt, folglich eine extrem schwierige Aufgabe für alle genannten Klubs.

Aber eins nach dem anderen. Susan ist erst einmal froh, seinen Kader breiter aufgestellt zu wissen: "Unser Kader ist aber nicht nur breiter, sondern auch besser, was sich vor allem positiv auf den Konkurrenzkampf auswirken wird." Lediglich zwei Abgängen, Kerim Yilmaz zum VfB Bad Rappenau und Massimo Di Mauro zu den Sportfreunden Stockheim, stehen fünf, eventuell sogar Neuzugänge gegenüber. Okan Kandil (VfR Heilbronn), Denis-Florian Heghedus (VfR Heilbronn), Jan Kast (Türkspor Mosbach) und Arlind Gashi (SV Leingarten) kommen von extern. Eventuell verstärkt Mouha Camara (Türkspor Neckarsulm) die Treschklinger zusätzlich. Noch einmal wissen möchte es Pascal Martin. Der 33-Jährige hat in den vergangenen drei Jahren kaum gespielt, war zuvor allerdings Kapitän beim SVT und unumstrittener Stammspieler.

Susan ist voll es Lobes für alle Neuzugänge und glaubt, "dass die Jungs alle das Zeug haben, wichtige Rollen innerhalb der Mannschaft zu übernehmen" Zum ersten Härtetest, der direkt einen Einblick darüber geben soll, kommt es nächste Woche in der ersten badischen Pokalrunde beim Heidelberger A-Ligisten FC Hirschhorn.

Dann will der Spielertrainer alles daransetzen eine Runde weiterzukommen. Priorität besitzt aber ganz klar die Liga und der erste Aufritt in der Landesliga nach 15 Jahren mit dem Heimspiel am 21. August gegen die FT Kirchheim. 2006/07 kickten die Schwarz-Gelben schon einmal für eine Saison oberhalb der Kreisliga, mussten aber direkt wieder den Weg nach unten antreten.

"Viele aus der Vorstandschaft, aber auch Betreuer und Zuschauer können sich noch gut daran erinnern", hat sich Susan über das erste Landesliga-Abenteuer gerne unterrichten lassen. Er erzählt: "Damals haben Spieler und Zuschauer häufiger einen Bus genommen, um die Auswärtsfahrten anzutreten, was ein schönes Erlebnis, aufgrund des Abstiegs aber eines ohne Happy End gewesen sein muss."

Nun liegt es an Mannschaft und Trainer die Grundlagen für eine erfolgreichere Runde zu legen. Klar ist, es wird alles andere als einfach, aber als klarer Außenseiter hat man einen großen, unschätzbaren Vorteil: Es gibt nichts zu verlieren.

Aufrufe: 017.7.2022, 12:30 Uhr
red.Autor