Das Banner "FC Bayern Fanclub Kurdistan" löste letztlich den Polizeieinsatz in Heimstetten aus.
Das Banner "FC Bayern Fanclub Kurdistan" löste letztlich den Polizeieinsatz in Heimstetten aus. – Foto: Imago Images

Spielabbruch nach Polizeieinsatz: Jetzt äußert sich Türkgücü München

Hässliche Szenen vom Samstag schlagen weiter hohe Wellen

Es war der Aufreger schlechthin am vergangenen Wochenende in der Regionalliga Bayern bzw. der bisherigen Saison. Die Partie zwischen Türkgücü München und dem FC Bayern II musste in Heimstetten nach nur zwei Minuten abgebrochen werden, nachdem der Block der Bayern-Fans von der Polizei gestürmt wurde. Es kam zu hässlichen Szenen, die man in der Form in der Regionalliga Bayern noch nicht gesehen hatte. Pfefferspray und Schlagstöcke kamen zum Einsatz. Wie konnte es zu einer derartigen Eskalation kommen? Stein des Anstoßes war das Banner "FC Bayern Fanclub Kurdistan". Die Gastgeber von Türkgücü fühlten sich dadurch provoziert und bestanden darauf, es abzuhängen. Das wiederum akzeptierten die Bayern-Fans nicht und die Stimmung schaukelte sich hoch bis zum traurigen Höhepunkt.

Nun meldet sich Türkgücü München in einer ausführlichen Stellungnahme zu Wort und "bedauert sehr, dass das Rückspiel unseres Vereins gegen den FC Bayern München II aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden musste."

Die wichtigsten Passagen der Pressemitteilung im Wortlaut:

"Vor dem Spieltag im Sportpark Heimstetten wurde den Verantwortlichen des FC Bayern München II (Spielbetrieb und Fanbeauftragten) vorab kommuniziert, dass nur genehmigte Banner ins Stadion eingebracht und ausgehängt werden dürfen. In diesem Zusammenhang möchten wir festhalten, dass unser Verein und unsere Fans, mit dem FC Bayern München und seinen allermeisten Fans keinerlei Probleme haben. Ganz im Gegenteil: viele unserer Fans, sind oft auch Fans vom FC Bayern München.

Vor dem Spiel wurden die Banner der anderen Fanclubs des FC Bayern München II überprüft und ausgehängt. Kurz nach dem Spielstart wurde der nicht angemeldete und nicht genehmigte Banner des sogenannten "FC Bayern Fanclub Kurdistan", unerlaubt angebracht.



Die mehrmaligen und wiederholten Aufrufe seitens des Stadionsprechers, der Polizei- Einsatzleitung, dem Ordner-Dienst und den Verantwortlichen des FC Bayern München II, den unerlaubten Banner zu entfernen, blieben erfolglos. Das Nicht-Entfernen des Banners, trotz mehrmaliger Aufforderungen, erzwang den Einsatz der Polizeikräfte.

Nach diesem Polizeieinsatz gegen die Fangruppierung des FC Bayern München II, entschied das Schiedsrichter-Gespann aus Sicherheitsgründen das Spiel abzubrechen.

Der gegenständliche Banner des "FC Bayern Fanclub Kurdistan", wird unseren Erkenntnissen nach ausschließlich bei den Spielen gegen den Türkgücü München e.V., wohl in der Hoffnung die Türkgücü München Fans zu provozieren, aufgerollt. Dies ist bisher bekanntlich wirkungslos geblieben ist und wird es auch in Zukunft bleiben. Zu keinem Zeitpunkt kam es zu Übergriffen zwischen den Gast- und den Heimfans.

Wir, als Sportverein Türkgücü München, konzentrieren uns auf sportliche Belange und lehnen es vehement ab, dass Fußballspiele bzw. Stadien von diversen Organisationen als Plattformen für politische Meinungskundgaben instrumentalisiert werden. Seit Gründung unseres Vereins Türkgücü München e.V. im Jahre 1975 berufen wir uns auf bestimmte Werte und trennen Sport ganz klar von Politik. Wir sind als Verein nicht politisch und vermeiden diese Themen auf dem Fußballfeld, auf dem es uns ausschließlich um einen fairen Sport geht. Türkgücü München ist gegen jegliche Gewalt, gegen Diskriminierung jeder Art, Fremdenhass und Rassismus.

Schon während des Hinspiels am 31.07.2022 haben wir die Verantwortlichen des FC Bayern München II gebeten das besagte Banner des „FC Bayern Fanclub Kurdistan“ zu entfernen. Der FC Bayern München II hat seinerseits von seinem Hausrecht Gebrauch gemacht. Das Banner blieb, wie gesagt, während des ganzen Spieltags ausgerollt.

Bereits im Vorfeld des Rückspiels vom 19.11.2022 haben wir die Verantwortlichen des FC Bayern München II darauf aufmerksam gemacht, dass wir als Hausherrn von unserem Hausrecht Gebrauch machen und diesen ominösen Banner nicht genehmigen werden. Sie möchten bitte präventiv mitwirken, so dass die Stimmung nicht extrapoliert angeheizt wird. Leider blieben die Bemühungen aller Beteiligten und Verantwortlichen der beiden Vereine erfolglos, so dass ein Polizeieinsatz zur Entfernung des Banners notwendig wurde."

Wie es nun weitergeht? Der Ball liegt jetzt beim Sportgericht, das entscheiden muss, ob und gegebenenfalls wann es zu einer Neuansetzung kommt. Beide Vereine sind aufgefordert, bis zum morgigen Dienstag eine Stellungnahme abzugeben. Anschließend wird es zu einer mündlichen Verhandlung kommen, die nach FuPa-Informationen Anfang Dezember stattfinden soll.

Aufrufe: 021.11.2022, 11:00 Uhr
Mathias WillmerdingerAutor