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Seit bald 16 Jahren leitet Dirk Tönnies die erste Mannschaft der SpVg Schonnebeck.
Seit bald 16 Jahren leitet Dirk Tönnies die erste Mannschaft der SpVg Schonnebeck. – Foto: Arno Wirths

Schonnebeck will den nächsten Schritt machen – in die Regionalliga?

Die SpVg Schonnebeck kann mit einem unveränderten Kern an die Vizemeisterschaft aus der Vorsaison nahtlos anknüpfen. Sollte es sportlich reichen, will man auch alle notwendigen Voraussetzungen für die Regionalliga West erfüllen.

Nach einer durchweg starken Saisonleistung musste die SpVg Schonnebeck auf den Aufstieg in die Regionalliga West aus logistischen Gründen verzichten. In der kommenden Spielzeit soll das unter allen Umständen vermieden werden. Rein sportlich will die junge Mannschaft um Trainerikone Dirk Tönnies sich noch einmal weiterentwickeln, Aufstiegsfantasien und offene Kampfansagen werden ob der knallharten Konkurrenz jedoch nicht geäußert.

Regionalligafußball soll mit aufgebesserten Heimstadion ermöglicht werden

Schon rund drei Monate vor Saisonabschluss verkündete die SpVg, dass im sportlichen Erfolgsfall auf einen Lizenzantrag für die Regionalliga verzichtet würde. Mit der letztlich dritten Vizemeisterschaft unter Chefcoach Dirk Tönnies wäre der Verein auch erstmalig zum Aufstieg in die Viertklassigkeit berechtigt gewesen, doch hohe Anforderungen um die eigene Spielstätte machten den Schonnebecker Verantwortlichen einen Strich durch die Rechnung.

Der verpassten Chance möchte man vereinsintern jedoch nicht allzu lange hinterhertrauern, vielmehr steigt allmählich die Vorfreude auf den nächsten Anlauf in der Oberliga Niederrhein: "Man hat es dann auch schnell abgehakt. Es war ja früh klar, dass man diesen Schritt nicht gehen konnte. Ich freue mich jetzt einfach auf die neue Saison", sagte Tönnies gegenüber FuPa Niederrhein. Dabei verriet der Übungsleiter auch, dass ein solches Szenario aller Voraussicht nach kein zweites Mal vonstatten gehen würde: "Es sieht ganz gut aus – wenn es so kommen sollte – dass wir in diesem Jahr den Regionalligaantrag stellen werden. Wir sind in Gesprächen, dass die Anlage umgebaut wird. Das ist alles noch nicht vollzogen, aber hört sich sehr positiv an. Es ist ganz einfach so, dass es sich der Verein auf die Fahne geschrieben hat, das zweite Mal Nichtbeantragung der Lizenz wird es nicht geben."

Die Anlage am Schetters Busch könnte schon bald regionalligabereit gemacht werden.
Die Anlage am Schetters Busch könnte schon bald regionalligabereit gemacht werden. – Foto: Karim Handrick

Die eigene Anlage am Schetters Busch könnte also sehr bald entsprechend aufpoliert werden. Der Vorstand um den 1. Vorsitzenden der Seniorenabteilung, Frank Isert, hat der sportlichen Abteilung diesbezüglich also schon positive Signale vermittelt.

In die dafür notwendigen Tabellengefilde erneut vorzudringen, ist jedoch keinesfalls selbstverständlich. Schonnebeck wird sich vom rein finanziellen Etat nicht unter den Topteams in der Oberliga einordnen können, umso wichtiger ist die erfolgreiche Jugendarbeit des Vereins.

Junger Kader soll den nächsten Schritt gehen

Die U19 des Vereins spielte in der vergangen Niederrheinliga-Saison weit oben mit und stellt mit Arne Wessels (24 Treffer) und Tönnies Sohn, Conor David, (21 Treffer) jeweils die beiden treffsichersten Torjäger der Liga. Die beiden Youngster spielten auch schon in der ersten Mannschaft eine wesentliche Rolle und könnten schon sehr bald der vormaligen Jokerrolle entschlüpfen. Tönnies begleitet in einer Doppelfunktion den 2005-er Jahrgang seines Sprösslings schon seit der F-Jugend im Jahre 2012, wird sich mit der kommenden Spielzeit jedoch wieder ausschließlich auf das Seniorenteam konzentrieren.

Der harte Kern der Mannschaft bleibt dem Übungsleiter auch weiterhin erhalten. Die Schwalben gaben einige Spieler aus der zweiten und dritten Reihe ab und füllen die offenen Kaderplätzen mit Spielern aus der U19. Zählt man die ohnehin schon für die Oberligamannschaft aktiven Wessels und Conor David Tönnies dazu, stoßen mit Nils Grigoleit, Kerrong Oteng-Adjei Keeper Julian Zelenkov insgesamt fünf Spieler aus der eigenen Jugend zum Kader der Herrenmannschaft: "Es ist ganz einfach so, dass der Verein dieses Fundament aus der Jugendarbeit nutzen muss, um dann immer wieder Spieler nach oben zu bringen", bestätigte der Chefcoach.

Schonnebeck absolvierte die Pflichtaufgabe im Niederrheinpokal souverän
Schonnebeck absolvierte die Pflichtaufgabe im Niederrheinpokal souverän – Foto: wilhelm gundlach

Ohne viel Bewegung auf dem Transfermarkt und einem stabilen Mannschaftskern kann Schonnebeck gerade zu Saisonbeginn etwaige Anpassungsschwierigkeiten vermeiden, die für andere Topteams mit höherer Spielerfluktuation fast unvermeidbar sind, sei es für den ETB Schwarz-Weiß Essen oder gar den TSV Meerbusch.

Hohe Ansprüche und Ziele werden trotzdem nicht geäußert, schließlich muss man dem jungen Kader der Schwalben auch die ein oder andere Fehlleistung zugestehen. Tönnies will grundsätzlich die ersten fünf Plätze "anvisieren", ist aber auf die Zielsetzung angesprochen recht locker: "Wir haben tabellarisch gar kein Ziel ausgegeben. Weil wir mit die jüngste Mannschaft in der Liga sind, wollen wir einfach den nächsten Schritt machen", versicherte Tönnies. "Sicher wollen wir eine gute Rolle spielen, aber bei uns wird der Aufstieg nie als Marschroute herausgegeben. So weit ist der Verein nicht, so weit sind wir nicht und das wäre jetzt vermessen, wenn wir uns beispielsweise auf eine Stufe mit der SSVg Velbert stellen würden."

Mit Blick auf das Auftaktprogramm wird Schonnebeck auch umgehend in der kommenden Spielzeit gefordert. Alleine mit dem VfB Homberg und dem Absteiger aus Velbert an den ersten zwei Spieltagen warten zwei waschechte Hochkaräter. Doch auch mit dem VfB Hilden und dem TSV Meerbusch muss man sich an den ersten sechs Spieltagen auf einige echte Brocken einstellen. Tönnies witzelte zwar ("Alles unter 18 Punkten wäre eine Enttäuschung"), doch freute sich in erster Linie auf das Heimspiel zum Auftakt. Alles Weitere möchte der Verein erst einmal auf sich zukommen lassen. Sollte der Start ähnlich gut verlaufen wie in der Vorsaison, könnte das Thema Regionalligaantrag schnell wieder auf der Agenda stehen.

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Aufrufe: 013.8.2024, 20:30 Uhr
Markus BeckerAutor