
Am Wochenende starten die Erstligisten in die neue Saison. Die Gruppe 3 mit den meisten Vertretern aus der Region Zürich ist besonders stark besetzt. Das verspricht viele spannende Meisterschaftsrunden.
Promotion-League-Absteiger Baden will nach zwei Horrorjahren (von der Challenge League bis in die 1. Liga durchgereicht) nun endlich wieder den Tritt finden. Will heissen: Der direkte Wiederaufstieg dürfte das Ziel sein. Vom Format her haben die Aargauer schon eine Promotion-League-Truppe zusammen, allerdings ist Konkurrenz vorhanden.
Einer der Hauptkonkurrenten dürfe YF Juventus sein. Der ambitionierte Stadtzürcher Club hat es letzte Saison dank eines starken Endspurts doch noch in die Aufstiegsspiele geschafft, scheiterte dort aber in extremis an der U21 von Lausanne. Diese Saison soll es mit dem Aufstieg klappen. Dafür hat YF mit dem allgegenwärtigen Piero Bauert (den Podcast mit Mister YF nachhören) gewaltig investiert und viele namhafte Akteure verpflichtet – ganz nach dem Motto: Koste es, was es wolle.

Neu dirigiert da etwa ex-Winterthur-Captain Granit Lekaj die Abwehr auf dem Juchhof. Samir Ramizi von Neuchâtel Xamax und Mergim Brahimi von Wil bringen Erfahrung aus der Challenge League mit. Von Tuggen kommen Giovanni La Rocca und Julio Teixeira und von Linth 04 Offensivspieler Leonardo Uka.
Nichtsdestotrotz braucht es auch den richtigen Trainer, der eine solche Ansammlung begnadeter Fussballer trainiert und motiviert. Im Moment führen Vater Piero und Sohn Sebastian Bauert zusammen mit Nzuzi Toko die Mannschaft. Ob das die ganze Saison so bleibt - wir sind gespannt wie eine Sprungfeder.
Wiederum in der Spitzengruppe mitspielen dürften die U-Mannschaften des FC Winterthur und des FC St. Gallen. Sie wurden letzte Saison Fünfter respektive Vierter.
Teil der erweiterten Spitze ist auch Collina d’Oro. Die Jungs vom Goldhügel bei Lugano waren die stärkste Mannschaft der letzten Rückrunde. Nun wollen die Tessiner mehr. Mit einem guten Team und UBS-CEO Sergio Ermotti als Edelfan, Präsident und Gönner im Hintergrund will und kann Collina weiter vorne mitspielen.
Der FC Wettswil-Bonstetten klassierte sich letzte Saison auf dem dritten Platz, schaffte es so knapp die Aufstiegsspiele, scheiterte dort aber am späteren Aufsteiger Lausanne U21. Beindruckend ist bei den Säuliämtlern, mit wie vielen Eigengewächsen sie starke Klassierungen erreichen. Bei WB stimmt das Umfeld und das Vereinsgefüge. Ein Indiz dafür ist, dass die Mannschaft von Trainer Stephan Lichtsteiner über den Sommer kaum Wechsel zu verzeichnen hatte. WB ist und bleibt ungemein stabil.
Die grosse Transferübersicht der Erstliga-Gruppe 3
In dieser stark besetzten Gruppe ist ein relativ breites Tabellen-Mittelfeld zu erwarten. Darin wiederfinden dürfte sich der FC Dietikon. Die Limmattaler haben die Gruppe gewechselt und treffen auf neue Gegner. Brisant sind da natürlich insbesondere die Duelle mit Baden und mit den Zürcher Vertretern. Der FCD hat ein solides Gerüst mit einigen Verstärkungen.

Der FC Tuggen wollte um den Aufstieg spielen. Daraus wurde letzte Saison nichts. In der Rückrunde rutschten die Märchler auf den siebten Schlussrang ab. In eine ähnlichen Tabellengegend geht es auch in dieser Saison. Tuggen hat einige gute Leute geholt – so zum Beispiel Torhüter Miroslav Dabic.
Aufgerüstet hat auch die AC Taverne. Die Tessiner haben sich dabei insbesondere bei Schaffhausen II bedient, wo das Projekt mit dem Profibetrieb bei den Reserven nach einer halben Saison - wen wundert's (!) - wieder abgebrochen wurde. Der umtriebige Investor ist weg und scheint sich nun im Tessin ansiedeln zu wollen.
Mit dabei ist Trainer Dagoberto Carbone. Der Italiener leitete zuletzt eben diese FCS-Reserven und ist nun mit seiner Entourage zurück in der Sonnenstube. Es leitet dort aber eine ziemlich zusammengewürfelte Truppe. Taverne will sicher weiter vorne mitspielen. Trotz Profibetrieb ist fraglich, ob das gelingt. Tendenziell reicht es eher für einen Mittelfeldplatz.
Beim FC Kosova gab es in der Sommerpause die eine oder andere Mutation. Das Kader bleibt stark besetzt, auch wenn mit Torhüter Christian Leite eine wichtige Teamstütze weg ist. Neu ist der Trainer: Emilio Jose Gesteiro (er ersetzt den scheidenden Urs Wolfensberger - auch mit ihm gibt es einen wunderbaren Podcast) war zuletzt Assistent beim SC Cham. Er hat aber noch keine Erfahrung als Cheftrainer auf diesem Level. Findet sein Team von Beginn weg den Tritt, ist vieles möglich. Den 9. Rang der letzten Saison könnte Kosova gut und gerne toppen.
Der USV Eschen/Mauren dürfte sich ebenfalls in diesem Mittelfeld wiederfinden. Die Liechtensteiner schlossen die letzte Saison auf Platz 10 ab.
Die Zu- und Abgänge in der Erstliga-Gruppe 2
Der einzige Aufsteiger dieser 1.-Liga-Gruppe ist Widnau. Es wird spannend zu beobachten sein, wie sich die Rheintaler eine Stufe höher schlagen. Sie dürften es schwer haben und müssen sich erst einmal beweisen. Allerdings haben sie das Momentum der Überraschung auf ihrer Seite. Reicht das, um die nötigen Punkte einzufahren?
Der letztjährige Aufsteiger SV Schaffhausen wird ebenfalls mittendrin sein im Kampf gegen den Abstieg respektive um den Klassenerhalt. Die «Spielvi» hat trotz guter Bilanz im Winter den Trainer ausgewechselt und den Co-Trainer zum Cheftrainer ernannt. Die Rückrundenbilanz war danach katastrophal. Droht nun der Abstieg? Im Kader ist es jedenfalls zu erheblichen Veränderungen gekommen.
Die Relegation könnte auch Mendrisio blühen, den nominell schwächsten der drei Tessiner Vertreter dieser Liga.

Letzte Saison hat sich der SV Höngg mit fast zehn Punkten Reserve relativ solide den Klassenerhalt gesichert. Nun hat der Quartierverein mit eigener Villa (Gruss an den Hafetschutter) jedoch auf dem Papier etwas an Substanz verloren. Leistungsträger wie Dalibor Stojanov oder SVH-Legende David Rutz (seine Traumzwölf zum Nachlesen) stehen nicht mehr im Kader. Das könnte eng werden in dieser Saison.
Der FC Freienbach will möglichst frühzeitig nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben und sich den Klassenerhalt sichern. Das erklärte Ziel ist ein Platz in den Top 10 – eine Zielsetzung, die realistisch ist. Die Ausserschwyzer haben sich punktuell verstärkt, haben aber auch einige Abgänge zu verkraften – allen voran natürlich jenen von Goalie und Rekord-Penaltyversenker Diego Yanz (er hat in den letzten beiden Saisons 10 Elfmeter verwandelt), der seinen Rücktritt erklärte.
Die nötige Mentalität für die Mission Klassenerhalt hat die Mannschaft von Trainer Stefan Flühmann gewiss. Auch wenn ihnen der Auftakt mit mehreren Auswärtsspielen nicht unbedingt entgegenkommt, sollten die Höfner über die gesamte Spielzeit hinweg verteilt die nötigen Punkte – und noch ein paar mehr – holen.
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