So wie hier Tobias Brodhäcker stolperte die SG Hüffelsheim gegen die SG Meisenheim
So wie hier Tobias Brodhäcker stolperte die SG Hüffelsheim gegen die SG Meisenheim – Foto: Mario Luge

Meisenheim entführt die Punkte in Hüffelsheim

Bereits nach sechs Minuten sieht Fabi Scheick die Rote Karte +++ Hill und Fach treffen zum 2:0

HÜFFELSHEIM. Die SG Hüffelsheim setzt ihren Negativlauf fort, sie verlor auch das Derby der Fußball-Landesliga West gegen die SG Meisenheim mit 0:2 (0:1). Die Mannschaft von Trainer David Holste kassierte damit die vierte Niederlage in Folge und hat es zum Jahresabschluss nächste Woche noch mit Spitzenreiter Eintracht Kreuznach zu tun. Derweil verabschieden sich die Gäste vom Glan mit drei Siegen aus den letzten vier Spielen in die Winterpause, da das Duell mit dem SV Rodenbach ins nächste Jahr verlegt wurde.

Es ist die dritte Niederlage auf dem Kunstrasen, die Hüffelsheimer warten weiter auf ein Erfolgserlebnis auf dem neuen Platz am Palmenstein. Und David Holste kann den „Running Gag“ auch nicht mehr hören, dass seit seiner Rückkehr aus den USA auf einmal die Siege ausbleiben. Es ist aber auch irgendwie verhext, wie sich die Auftritte der SGH in der jüngsten Vergangenheit immer ähnlich entwickeln. Agierten die Hüffelsheimer bereits vor einer Woche in Bundenbach nach zwei Platzverweisen in Unterzahl, so war auch gegen die SG Meisenheim der Matchplan bereits nach sechs Minuten über den Haufen geworfen. Fabian Scheick sah nach einem Foul an Laurenz Fach die Rote Karte. Dass er wirklich als „Letzter Mann“ gesehen werden musste, darüber waren sich die beiden Trainer zwar einig, es gab aber auch andere Stimmen, die neben Torwart Jan-Niklas König auch noch einen weiteren Verteidiger in Reichweite gesehen hatten. Auf jeden Fall war diese Szene richtungweisend fürs Derby.

Der Platzverweis machte das Hüffelsheimer Vorhaben gegen schnelle Außenbahnspieler der Gäste nämlich nicht einfacher. „Obwohl ich finde, dass die Jungs das auch in Unterzahl gar nicht schlecht gemacht haben“, analysierte Holste. Wenn da nicht die individuellen Fehler gewesen wären, die die Meisenheimer gnadenlos ausnutzten. Holste: „Wir haben uns unnötig in Zweikämpfe verwickelt und diese verloren und außerdem die Ruhe im Zentrum vermissen lassen.“

In der 29. Minute bestrafte Robin Hill erstmals die Nachlässigkeiten des Gegners; er schob problemlos die Hereingabe von Laurenz Fach über die Linie, der zuvor die Hüffelsheimer Außenbahn fast ohne Gegenwind entlang geflogen war. In der 66. Minute markierte Fach den zweiten Gäste-Treffer höchstpersönlich nach dem gleichen Schema: Ball vorbeigelegt, Gegenspieler stehen gelassen, Tor geschossen – 2:0.

In der Zwischenzeit hatten die Hüffelsheimer eigentlich nur zweimal wirklich den Ausgleich auf dem Fuß gehabt. Erst stand Cedric Lind nach einer Freistoßflanke bei seinem Treffer knapp im Abseits (33.), dann scheiterte Johannes Balzer aus 16 Metern an der Latte (37.). Nach der Pause waren die Gastgeber ordentlich aufgetreten, bestimmten über weite Strecken sogar das Geschehen, ohne aber wirklich zwingend in Erscheinung zu treten.

Die Angereisten nahmen derweil etwas den Fuß vom Gas, hofften auf den einen oder anderen Konter. „Das war eigentlich anders geplant“, gab SGM-Coach Markus Rehbein zu, der mit der Vorstellung seiner Jungs nach einer erneut schwierigen Trainingswoche unterm Strich zufrieden war. „Wir haben nur verpasst, das dritte Tor zu machen.“ Dieses wäre dem eingewechselten Alexander Tiedtke gelungen, wenn Schiri Sebastian Hilsberg nicht auf Abseits entschieden hätte.

„Es gibt definitiv angenehmere Samstagnachmittage“, bestätigte nach Abpfiff ein angefressener David Holste und meinte damit nicht (nur) den unangenehmen Nieselregen bei drei Grad. Denn erwärmend waren weder das jüngste Duell noch die Partien davor. „Das Wetter passt nun auch dazu. Wir haben uns mal wieder selbst geschlagen – angefangen bei der Roten Karte über individuelle Fehler bis hin zu den Toren.“ Der Coach rang nach der erneuten Pleite nach Worten. „Was wir uns in der Woche erarbeiten, machen wir uns zu schnell kaputt. Wir kommen gut rein, haben Ballbesitz, und dann ist es plötzlich ein ganz anderes Spiel.“

Nochmal ein anderes Spiel wird es am kommenden Samstag werden, wenn die SG Eintracht zum nächsten Lokalduell anreist. Gegen das Spitzenteam aus Bad Kreuznach droht die fünfte Niederlage in Folge. Vielleicht ist aus Hüffelsheimer Sicht das Gute an einer solchen Negativ-Serie, dass ihr Ende mit jeder weiteren Pleite wahrscheinlicher wird. Es mag mathematisch zwar nicht ganz richtig sein, es macht aber wenigstens Mut.

Aufrufe: 019.11.2022, 21:20 Uhr
Mario LugeAutor