2024-04-16T09:15:35.043Z

Ligabericht
Kopfballungeheuer Matthias Fetsch erzielte im Gipfeltreffen das richtungsweisende 1:0.
Kopfballungeheuer Matthias Fetsch erzielte im Gipfeltreffen das richtungsweisende 1:0. – Foto: IMAGO / foto2press

»Jungs haben riesen Eier«: Ist Haching noch zu stoppen?

28. Spieltag in der Regionalliga Bayern - Samstag: Unterhaching gewinnt das Topspiel gegen Würzburg deutlich mit 3:0 +++ El-Lobo-Effekt in Buchbach +++ Schnüdel gewinnen Derby und somit 1. Spiel in 2023 +++

War es das mit dem Titelrennen in der Regionalliga Bayern? Für eine endgültige Antwort auf diese Frage ist es wohl noch zu früh. Fest steht aber nach dem Samstag des 28. Spieltages: Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn nicht die SpVgg Unterhaching am Ende der Saison ganz oben steht. Denn nach dem souveränen 3:0-Erfolg im absoluten Spitzenspiel der Liga gegen die Würzburger Kickers hat die Wagner-Truppe sieben Punkte Vorsprung auf den Konkurrenten aus Unterfranken. Umgerechnet also mindestens zwei Niederlagen - und Haching hat nach 27 ausgetragenen Partien erst viermal verloren.

Natürlich wurde der Teil-Spieltag vom Gipfeltreffen dominiert. Doch es lohnt sich auch ein Blick auf die übrigen Partien: Uwe Wolf wird seiner Aufgabe als Feuerwehrmann beim TSV Buchbach gleich mal gerecht. Im ersten Spiel unter "El Lobo" feierten die Oberbayern den ersten Sieg - ein ganz wichtiger. Apropos: Auch Schweinfurt kann sich endlich wieder einmal über einen Dreier freuen, der zudem im Unterfranken-Duell mit Aubstadt errungen werden konnte. Big Points holte zudem Ansbach.

"Ein ganz verdienter Sieg", urteilte nicht nur Löwen-Legende Bernhard Winkler im Rahmen der BR-Übertragung dieser Partie nach Spielschluss. Das 3:0 ist ein richtungsweisender Dreier für Unterhaching. Aber auch eine Ansage. Vor allem vor der Pause dominierte die Spielvereinigung das Geschehen, nach Wiederanpfiff kamen die Tore hinzu. Gastetrainer Marco Wildersinn: "Eine klare Niederlage für uns, die wir so akzeptieren müssen. Sie ist völlig zurecht so zustande gekommen. Man hat von der 1. Minute an gesehen, dass Unterhaching die reifere Mannschaft ist. Wir haben es nicht geschafft, mehr Ballbesitz zu haben, weil uns der Mut und die Ruhe gefehlt haben. In den 1:1-Duellen waren wir nicht präsent genug. Diese Erkenntnis tut weh. War's das? Sind die Plätze 1 und 2 vergeben? Gut möglich. Wahrscheinlich sogar. Aber immer wieder passieren Dinge, mit denen man nicht rechnet." Und sein Gegenüber, Sandro Wagner: "Die Struktur mit Ball war bei Würzburg unfassbar gut. Eine gute Rotation. Sie sind unfassbar schwer zu verteidigen. Weil die Schiedsrichter top waren, konnten wir Fußball spielen. Und dann muss ich sagen: Respekt an meine Mannschaft. Ich bin total stolz, Teil dieses Teams zu sein. Ich genieße jeden Tag bis Sommer. Die Jungs haben riesen Eier. Ihnen wird - extern wie intern - ein Stein nach dem anderen hingeworfen. Und sie springen drüber. Habe ich so noch nie erlebt. Sie haben sich den Matchplan ausgedacht und umgesetzt. Ich habe gar nichts gemacht. Danke!"

Der El-Lobo-Effekt!? Erstes Spiel unter Coach Uwe Wolf des TSV Buchbach, erster Sieg. Und der erste Dreier des Jahres für den Regionalliga-Dino geht auch in Ordnung. Alexander Spitzer (31.), Tobias Steer (FE/39.) und Sammy Ammari (90.) brachten die Erlösung der Buchbacher auf den Weg. Wie wichtig dieser Erfolg ist, zeigt ein Blick auf die Tabelle: Dort überholt der TSV das kleine Kleeblatt und schiebt sich somit auf einen Relegationsrang vor.

Eichstätt und Ansbach lieferten sich ein Abstiegs-Duell mit allem Drum und Dran.
Eichstätt und Ansbach lieferten sich ein Abstiegs-Duell mit allem Drum und Dran. – Foto: Johannes Traub

Dieser Derbysieg ist für die Schnüdel Gold wert! Schweinfurt konnte nicht nur einen wichtigen Prestigeerfolg einfahren, sondern auch den so wichtigen ersten Dreier im neuen Jahr. Und wieder einmal bewies die Truppe von Neu-Trainer Marc Reitmaier, der in der Halbzeit-Pause wohl die richtigen Worte gefunden hat, Moral - wie schon in der Vorwoche. Im Laufe der 2. Halbzeit nämlich drehten die Schnüdel (Eigentor, Benjamin Hadzic) diese Partie, die leider auch einen negativen Höhepunkt zu verzeichnen hatte: Tim Kraus sah nach einem groben Foul gegen Christian Köttler die Rote Karte. Der Gefoulte revanchierte sich unfair und musste ebenfalls vom Feld (80.).

Wenn zwei formstarke Teams aufeinandertreffen - dann endet diese Begegnung? Genau! 0:0. In einem interessanten Spiel, das aber eben ohne Tore blieb, kann sich Illertissen allen voran bei Keeper Felix Thiel für diesen Punktgewinn bedanken. Die "kleinen" Bayern hingegen müssen sich vorwerfen lassen, zu viele Torchancen liegen gelassen zu haben.

Es war sein insgesamt bereits vierter Treffer in dieser Spielzeit, aber wohl sein wichtigster: Lukas Schmidt hat das Goldene Tor in diesem Aufeinandertreffen erzielt und "seiner" SpVgg Ansbach den so ersehnten ersten Dreier im neuen Jahr beschert. Die Gäste aus Eichstätt konnten, vor allem nach der Pause, ihre Überlegenheit nicht in Tore ummünzen und ließen einige gute Möglichkeiten liegen. Bittere Randnotiz aus Sicht des VfB: Daniel Haubner, zuletzt einer der Besten, sah Rot (grobes Foul/81.) und wird somit voerst mal nicht zur Verfügung stehen.

4:1 - und das Spiel lief so, wie das Ergebnis vermuten lässt. Türkgücü verdiente sich diesen Erfolg mit einer dominanten Leistung - und, vor allem nach der Pause, dank Effizienz. Für Pipinsried bedeutet diese Niederlage, die zweite Pleite bei zwei Remis in vier Spielen nach der Winterpause, eine weitere Ernüchterung. Der Rückstand auf die Relegationsplätze beträgt inzwischen sechs Punkte.

Aufrufe: 018.3.2023, 18:20 Uhr
Helmut WeigerstorferAutor