2024-02-28T09:51:25.667Z

Ligabericht
Die SpVgg Vohenstrauß (in Rot) und der FC Schlicht (Grün) hinken bisher den Erwartungen hinterher.
Die SpVgg Vohenstrauß (in Rot) und der FC Schlicht (Grün) hinken bisher den Erwartungen hinterher. – Foto: Josef Trummer

Fans, Torjäger, Tops & Flops: Die Winterbilanz der Bezirksliga Nord

Der Blick auf die bisherige Saison: Wer hat überzeugt, wer enttäuscht? Und wohin strömen die meisten Zuschauer?

Winterpause in der Bezirksliga Nord! Zeit, um in Ruhe mal die bisherigen Gewinner und Verlierer der Spielzeit 2023/24 unter die Lupe zu nehmen. Außerdem blicken wir auf die Zuschauer- und Torrankings.

Hier geht's zur großen Winterbilanz der Bezirksliga Süd...


Fans


Den Rekordbesuch der bisherigen Saison beansprucht der 1.FC Schlicht, zu dessen Derby-Heimspiel gegen Vilseck 520 Besucher strömten. Im Rückspiel in Vilseck waren es immerhin noch 400 Zuschauer. 450 Interessierte wollten sich das Lokalduell zwischen dem FC Wernberg und der SpVgg Pfreimd nicht entgehen lassen, 435 verfolgen das Derby im Landkreis Cham zwischen dem FC Ränkam und der DJK Arnschwang. Im Durchschnitt wird jede Partie von 180 Fans besucht – zehn weniger als in der Vorsaison, jedoch 26 mehr als in der Süd-Staffel. Das Zuschauer-Ranking führt ein Aufsteiger an. Zu Heimspielen des FC Vorbach pilgern im Schnitt 237 Schaulustige. Das ist Spitzenwert der Liga. Die Vorbacher als Tabellenschlusslicht hoffen, das Ruder im Frühjahr mit ihren Fans im Rücken doch noch herumreißen zu können. Mit dem FV Vilseck folgt im Ranking ein weiterer Liganeuling. Er freut sich genau wie die SV Grafenwöhr über 223 Heimzuschauer. Das Schlusslicht bildet die zweite Mannschaft der SpVgg SV Weiden (110).

Tore


Er ist seit vielen Jahren die personifizierte Torgefahr des SV Etzenricht. Und „ein einmaliger Typ“, wie sein Trainer über ihn sagt. Martin Pasieka steht mit seinen 30 Jahren momentan (wieder) voll im Saft, hat in 17 Spielen 19 Mal getroffen. Ligabestwert. Damit hat Pasieka schon jetzt so viele Treffer erzielt wie in der gesamten Vorsaison. Hinter dem unangefochten Liga-Torjäger haben sich zwei weitere erfahrene Stürmer eingereiht: Ex-Gebenbacher Marco Seifert vom SV Hahnbach sowie Martin Weiß vom SV Schwarzhofen. Beide bringen es auf 14 Einschüsse. Unterdessen stellt der FC Wernberg den besten Sturm der Liga (45 Saisontore), gefolgt von Pasiekas Etzenrichtern (42). Kaum Torgefahr strahlt hingegen der FC Vorbach (12) aus. Die wenigsten Gegentore musste Etzenricht hinnehmen (19).


Martin Pasieka ist seit vielen Jahren Torgarant beim SV Etzenricht.
Martin Pasieka ist seit vielen Jahren Torgarant beim SV Etzenricht. – Foto: Markus Venzl

Tops


FC Weiden-Ost
Spielertrainer Florian Schrepel hatte den Spielern das Siegergen eingeimpft – und Schrepels Nachfolger Josef Dütsch, ein Trainer der alten Schule, führt genau das weiter: Der FC Weiden-Ost überrascht auch in dieser Spielzeit mit attraktivem Fußball im Kollektiv sowie großem Siegeswillen. Erst ein Unentschieden zeugt davon, dass die Mannschaft in engen Spielen gern mal „All-in“ geht. Der vierte Platz in der Aufstiegssaison war schon überraschend genug. Jetzt führen die „Ostler“ das Klassement zur Winterpause tatsächlich als Tabellenführer an. Unangefochtener Top-Scorer des Teams ist Noah Forster. Ohne jeglichen Druck – das primäre Saisonziel Klassenerhalt ist längst erreicht – kann der FC Ost nach der Winterpause den Aufstiegskampf angehen.


FC Wernberg
Der Vorjahres-Zwölfte hat sich ordentlich gemausert. Dabei tat sich im Kader gar nicht so viel. Als Glücksgriff entpuppte sich Youngster Lukas Heinrich, der vom FC Amberg kam und schon an 17 Treffern direkt beteiligt war. Wernbergs neuer Trainer Adi Götz (zuvor Roding) legt Wert auf gepflegtes Offensivspiel und schnelles Umschaltspiel. Mit Erfolg: Keine Mannschaft hat mehr Tore erzielt als der FCW. Dafür ist die Physis ganz entscheidend. Die Grundlage wurde mit viel Fleiß in der intensiven Sommervorbereitung geschaffen. Bis hierhin spielen die Wernberger jedenfalls eine mehr als ordentliche Runde und haben als Tabellenvierter noch alle Möglichkeiten. Gerade auswärts ist die Götz-Elf bärenstark.


Zählen zu den positiven Erscheinungen: Der FC Weiden-Ost (in Grün) und der FC Wernberg (Weinrot).
Zählen zu den positiven Erscheinungen: Der FC Weiden-Ost (in Grün) und der FC Wernberg (Weinrot). – Foto: Norbert Meyer

Flops


1.FC Schlicht
In der Gesamtbetrachtung verlief die Herbstrunde enttäuschend für den FC Schlicht, der im Mai noch als Rangdritter ins Ziel gegangen war. Diese Saison läuft es weniger erfolgreich. Man blieb bisher deutlich hinter der eigenen Erwartungshaltung zurück und belegt nur Tabellenplatz 11. Für Coach Christoph Hegenbart alles andere als ein sorgenfreier Saisonverlauf, der auch von großem Verletzungspech geprägt war. Acht Siege stehen schon zehn Niederlagen gegenüber. Fürs Frühjahr hofft man in Schlicht auf bessere Resultate und einen breiteren Kader.


SV Hahnbach
Liegt es an der kräftezehrenden Relegation? Das sollte mittlerweile eigentlich keine Ausrede mehr sein. Ja, der SV Hahnbach legte einen etwas holprigen Saisonstart hin, fing sich dann aber. Neu-Trainer Ilker Caliskan initiierte mehrere Formationen, um das eigene Spiel noch unberechenbarer für die Gegner werden zu lassen. Doch in den vergangenen Wochen setzte es wiederum zahlreiche Punktverluste. Eine erstaunliche Diskrepanz: Daheim ist man sogar noch ungeschlagen, dafür läuft es auf fremden Plätzen so gar nicht (3/0/7). Zur Winterpause hat der amtierende Vizemeister als Tabellenachter nichts mit den Spitzenplätzen zu tun. Es droht die tabellarisch schlechteste Saison seit Jahren zu werden.


SpVgg Vohenstrauß
Mit einem interessanten Kader war auch die SpVgg Vohenstrauß ins Rennen gegangen. Nicht wenige hatten der Schuster-Truppe eine Spitzenplatzierung zugetraut. Davon ist man als enttäuschender Zehnter allerdings weit entfernt. Irgendwann im September geriet die Mannschaft außer Tritt und fand nicht mehr so recht in die Spur. Nur zwei der letzten neun Spiele wurden gewonnen. So mischt man nicht vorne mit.

Aufrufe: 01.12.2023, 15:00 Uhr
Florian WürtheleAutor