2026-05-15T09:36:57.455Z

Ligabericht

Drama in Landesliga-Relegation: Genies, Elfer-Krimis & Enttäuschungen

Bezirksliga-Teams überraschen +++ Fünfmal Elfmeterschießen und eine irre Aufholjagd, die in Enttäuschung mündet +++ Zweimal wird es deutlich

von Boris Manz · Heute, 20:56 Uhr · 0 Leser
"Nervosität abgelegt und die Stärken auf den Platz gebracht": Der 1. FC Herzogenaurach steht im Relegationsfinale zur Bezirksliga.
"Nervosität abgelegt und die Stärken auf den Platz gebracht": Der 1. FC Herzogenaurach steht im Relegationsfinale zur Bezirksliga. – Foto: Wolfgang Zink

Verschossene Elfmeter, irre Aufholjagden und nicht enden wollende Nachspielzeiten – vor atemberaubender Kulisse. Die Rückspiele der Landesliga-Relegation in Bayern hielten, was sie versprachen.

Relegation zur Landesliga Gruppe Mitte

Hier geht's zum ausführlichen Nachbericht zu den Relegationsspielen der Landesliga Mitte: »Scheißegal wie«: Wenzenbach und Etzenricht sind weiter.

Relegation zur Landesliga Gruppe Südost

Spektakulär wurde es auch in der Südost-Gruppe: Einen 1:2-Rückstand im Gepäck drehte der FC Moosinning in Deggendorf dank eines Geniestreichs von Reporter Maximilian Siebald und zwang die Begegnung so in die Verlängerung, in der es Top-Chancen regnete. So traf Roman Artemuk in der 121. Minute die Latte, Sekunden später blockte Deggendorf gerade noch einen Schuss von Mateus Hones. Hones war es auch, der das Elfmeterschießen entschied. Den fünften und entscheidenden Elfmeter legte der Deutsch-Brasilianer in die linke Ecke (Highlights gibt's auf FuPa.TV). Hier geht's zum ausführlichen Spielbericht: Kein Niederbayern-Finale! Moosinning stürzt Deggendorf.

Eine klare Angelegenheit war dagegen das Duell zwischen Ergolding und Teisbach. Nach nur wenigen Minuten machte der Bezirksligist aus Niederbayern eigentlich alles klar. Zum ausführlichen Spielbericht, FC Teisbach gegen FC Ergolding.

Relegation zur Landesliga Gruppe Süd

In der Süd-Staffel blieb es letztlich bei klaren Angelegenheiten: Wie im Hinspiel setzten sich die Bezirksligisten durch. Während der Planegg-Krailling den SV Dornach mit insgesamt neun Toren zurück in die Bezirksliga schoss, konnte auch eine Karlsfelder Aufholjagd nach 0:2-Rückstand gegen Aschheim den Abstieg der Eintracht aus der Landesliga nicht verhindern.

Relegation zur Landesliga Gruppe Südwest

Ein irres Comeback legte die SG Niedersonhofen/Martinszell am Samstagabend hin, nur um am Ende den Landesliga-Abstieg schlucken zu müssen. Mit einem 0:3 im Gepäck erwischten die Niso-Boys einen Traumstart: Tim Kern und Felix Thum besorgten schnell eine 2:0-Führung, die Christian Kreuzer nach Mayer-Vorlage mit dem 3:0 vergoldete. Ausgleich nach Hin- und Rückspiel! Im Anschluss Chancen auf beiden Seiten, so traf unter anderem Simon Frasch nur den Pfosten. Die Entscheidung musste am Schluss im Elfmeterschießen fallen und da machten tatsächlich die Gäste das Rennen, weil zwei SG-Spieler verschossen.

Einfach keine Tore fallen wollten auch nach 15 (!) Minuten Nachspielzeit beim Spiel zwischen dem FC Ehekirchen und dem VfL Kaufering: Der FCE musste nach der 1:2-Hinspielpleite in Führung gehen, belohnte sich aber nicht. Gelegenheiten waren da: Wie bei der Chance von Christoph Hollinger, der per Kopf nur das Aluminium traf. Bis zum Schluss sahen über 600 Fans Spannung pur, weil Kauferings Manuel Wölfl nach Notbremse die Rote Karte sah. Ehekirchen spielt damit erstmals seit der Saison 2018/19 wieder Bezirksliga-Fußball. Der VfL Kaufering wahrt dagegen im Relegations-Finale gegen Neuburg die Chance auf die direkte Rückkehr in die Landesliga nach nur einem Jahr Absenz.

Relegation zur Landesliga Gruppe Nordost

Hinspiele gedreht, weitergekommen und bereit für das Finale: Der 1. FC Lichtenfels und der 1. FC Herzogenaurach haben sich beide trotz Hinspielpleiten in der 1. Runde der Relegation durchgesetzt. Für Lichtenfels machte nach 90 Minuten ein Kopfballtreffer von Felix Lausch nach Flanke von Leon Holzheid den Unterschied und zwang das Spiel letztlich ins Elfmeterschießen. Dort versagten dem siebten SVM-Spieler die Nerven, weshalb Lichtenfels im Finale um den Landesliga-Klassenerhalt spielen darf.

In Herzogenaurach entschieden zwei geniale Tore das Duell gegen Hirschaid: Zunächst legte Kevin Rockwell den Ball über den herauseilenden Keeper ins Netz, ehe Marco Amling mit einem Heber nahe des Mittelkreises das entscheidende 2:0 schoss. "Ein Geniestreich", lobte Vorstand Matthias Zenger den Herzo-Kapitän.

Matthias Zenger, 1. Vorstand des 1. FC Herzogenaurach: „Bei den Temperaturen war es heute etwas zäh, aber ich denke, wir sind am Ende verdient weitergekommen, weil wir die besseren Spielanteile hatten und uns mit den zwei Toren belohnt haben. Im Vergleich zum Hinspiel haben wir unsere Nervosität abgelegt und unsere Stärken auf den Platz gebracht. Defensiv standen wir wirklich stabil. Beim ersten Tor überchippt unser Goalgetter Kevin den Keeper stark, und das zweite war einfach ein Geniestreich: Unser Kapitän hat die Situation perfekt erkannt, sich ein Herz gefasst und den Mut gehabt, es zu versuchen. Bei den Toren war natürlich auch das nötige Quäntchen Glück dabei – aber eben das Glück der Tüchtigen, weil wir einfach mehr getan haben, um zu gewinnen.“

Relegation zur Landesliga Gruppe Nordwest

1:0-Führung, 2:1-Führung, ein verschossener Elfmeter zur Entscheidung, der Ausgleich in der 97. Minute, drei Gelb-Rote Karten und am Ende der Landesliga-Abstieg: Was wie die Aufzählung aller zwölf Hinspiele der Landesliga-Relegation in Bayern klingt, erlebte der SV Gutenstetten-Steinachgrund an einem Nachmittag. Die Nordwest-Gruppe startete zwei Stunden vor den anderen Relegationsduellen mit dem SVG und dem TuS Röllbach und Dampfach gegen 1. FC Sand. Nach Hin- und Rückspiel setzten sich jeweils die Bezirksligisten durch. In Spielen, in denen ein Tor alles verändert hätte.

Stefan Marek, Sportlicher Leiter beim SV Gutenstetten-Steinachgrund: "Erstmal sind wir jetzt natürlich enttäuscht und deprimiert. Es ist noch schwer zu fassen. Der Mannschaft kann man nichts vorwerfen. Wir haben 1:0 und 2:1 geführt, und dann die Entscheidung beim Elfmeter auf dem Fuß, den der Torwart hält und der Nachschuss geht an den Pfosten. Das ist einfach auch extremes Pech. Klar, in der Nachspielzeit hat uns die Cleverness gefehlt. Aber einen 50:50-Elfmeter in der 97. Minute zu kassieren, ist einfach extrem bitter. Der Schiedsrichter hatte ein paar dubiose Entscheidungen: Röllbach und wir hätten noch einen Elfmeter bekommen können, aber es darauf zu schieben, wäre jetzt zu einfach. Insgesamt spiegelt der Spielverlauf die komplette Saison wider. Der heutige Tag ist einfach extrem enttäuschend."