Martin Thomann zieht es nach Bayreuth.
Martin Thomann zieht es nach Bayreuth. – Foto: Imago Images

Entscheidung gefallen: Martin Thomann wechselt zur SpVgg Bayreuth

27-jähriger Mittelfeldmann verlässt Schweinfurt und nimmt die Herausforderung beim neuen Drittligisten an

Einen Tag dauert es noch, ehe die Trainerentscheidung bei der SpVgg Bayreuth feststeht. Ob Timo Rost seinen Vertrag erfüllt oder ob er in andere Gefilde wechselt, wird morgen nach der Partie gegen den TSV Buchbach öffentlich gemacht. Derweil steht der erste Neuzugang für die Drittligasaison fest. Vom FC 05 Schweinfurt wechselt der torgefährliche Mittelfeldspieler Martin Thomann auf Jakobs Höhen.

Mit dem 27-jährigen Linksfuss kommt einer nach Bayreuth, der viele in Fußballbereichen kursierende Geschichten konterkariert. Das fängt damit an, dass er einer ist, der einen fußballerisch eher ungewöhnlichen Werdegang hat und erst nach einem Umweg auf die Erfolgsspur einkehrte. Und endet damit, dass er einer der wenigen Drittligakicker der Republik sein dürfte, der neben seiner Anstellung in einem Fußballklub auch noch einem regulären Job nachgeht.

Der gebürtige Dittelbrunner wechselte einst schon in der U-15-Jugendmannschaft zum FC 05 Schweinfurt. Bis in die Regionalliga führte den Jungspund sein Weg damals. Nach nur zehn Einsätzen veränderte sich der selbständige Versicherungskaufmann zum damaligen Bayernligisten TSV Aubstadt. Dort avancierte er in 149 Spielen zu einem absoluten Führungsspieler, führte die Grabfelder als Bayernligatorschützenkönig mit 24 Treffern (in nur 28 Partien!) 2019 in die Regionalliga, wo er noch ein Jahr dort verbrachte. Dem Ruf seinen Ausbildungsklubs folgte er danach gerne - mit imposanten 74 Treffern im Gepäck. Erst Corona-, später verletzungsbedingt stand diese Zeit unter keinem optimalen Stern für ihn, auch wenn er ein absolutes Highlight feiern konnte. Bei der 1:4-Niederlage im DFB-Pokal gegen den FC Schalke 04 sorgte der pfeilschnelle Linksfuss für den Führungstreffer der Schnüdel. "Ein echter Höhepunkt", sagt er noch heute. Damals glichen bis dahin blasse Schalker kurz vor der Pause aus, Alessandro Schöpf sorgte mit einem Doppelpack für die Wende.

Jener Schöpf, der im Vorjahr bei Arminia Bielefeld kickte - und den 4:3-Führungstreffer seiner Mannschaft vorbereitete. Vergangenheit. Auch für Thomann. Der will jetzt nach einer Seuchensaison neu angreifen. "Timo und Marcel Rozgonyi haben sich seit einiger Zeit schon um mich bemüht. Es waren richtig gute Gespräche", so der mit Selina verlobte Mittelfeldmann. "Ich freue mich unglaublich auf die neue Aufgabe", sagt er. Aus der Mannschaft kennt Thomann die meisten Spieler nur als Gegner. Lediglich mit Tim Danhof kickte er noch gemeinsam in Schweinfurt. Der in Ebenhausen, ganz in der Nähe seines Heimatortes Dittelbrunn wohnhafte Neuzugang ist derzeit auf der Suche nach einer Wohnung in Bayreuth. "Je nachdem, wie es Spiel- und Trainingsplan zulassen werde ich entweder pendeln oder in Bayreuth bleiben." Auch Geschäftsführer Marcel Rozgonyi freut sich über den geglückten Transfercoup. "Wenn Marcel fit ist und bleibt", sagt er, "kann er ein wichtiger Faktor werden. Er ist der typische Straßenkicker, der über seine Mentalität, Geschwindigkeit und Körperlichkeit seine Art definiert, Fußball zu spielen" - viel treffender kann man den Instinktfußballer nicht charakterisieren.

Aufrufe: 020.5.2022, 16:56 Uhr
PM / mwiAutor