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Freitag 28.07.17 11:30 Uhr|Autor: Andreas Mayer - Garmisch-Partenkirchener Tagblatt3.997
Vertrag unterzeichnet: Stefan Lorenz (Mitte) mit Berater Andreas Augscheller (r.) und Christian Wimmer, Leiter des Nachwuchszentrums. Foto: FKN

Lorenz: Dritte Liga mit 17 Jahren

Garmischer Jugendspieler bekommt Profi-Vertrag
Der Landkreis hat seinen nächsten Fußballprofi: Stefan Lorenz aus Farchant kickt künftig für den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden. Sein Ziel: Natürlich Torschützenkönig in der Nachwuchs-Bundesliga – wie damals beim 1. FC.

Manchmal sagt eine Trikotnummer so viel aus. Beim SV Wehen Wiesbaden haben sie Stefan Lorenz das Dress mit der Zehn überreicht – und damit gleich die großen Hoffnungen und Erwartungen des Vereins. Der Neue aus Bayern soll doch bitteschön Tore schießen, Tore vorbereiten, am liebsten gleich die ganze Offensive mitgestalten. In der A-Jugend versteht sich. Die kickt in der kommenden Spielzeit in der U19-Bundesliga. Lorenz, der Farchanter, soll helfen, den Klassenerhalt zu schaffen. „So früh wie möglich.“ Was er sich persönlich erwartet: „Am besten Torschützenkönig.“ Da muss Lorenz lachen. Er weiß, dass das nicht mehr funktioniert wie noch beim 1. FC Garmisch-Partenkirchen, als er in der A-, B- und C-Jugend immer erfolgreichster Torschützen war. Damals in Kreisklasse oder Kreisliga. In der Bundesliga gehe das nicht mehr so leicht.

Der 17-Jährige hat noch ein weiteres Ziel für die Saison ausgegeben, die für ihn am Samstag, 12. August, mit dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart beginnt. Er möchte in der Dritten Liga debütieren. Bei den Profis, zu denen er nun selbst gehört. In Wiesbaden hat er einen Zwei-Jahres-Vertrag unterzeichnet – einen Profi-Kontrakt. Keinen Jugend-Fördervertrag, den ihm der 1. FC Nürnberg angeboten hatte. Sportlich ein Super-Angebot. Aber in Franken, das spürte er im Probetraining, fühlte er sich nicht ganz so wohl. Er sagte dem Club ab, unterschrieb am nächsten Tag bei den Hessen. Er schätzt das familiäre Umfeld, diese Wohlfühl-Atmosphäre. Der SV hat ihm gleich ein Hotelzimmer beschafft, in dem er seit mehr als einer Woche wohnt. Am 1. August zieht er mit einem Teamkollegen in eine 60-Quadratmeter-Wohnung. Er weiß, dass er selbstständig werden, putzen, waschen und kochen muss. Zur Zeit holt er Pizza im Restaurant neben dem Hotel.

Solche Anpassungprobleme kennt er auf dem Fußballplatz nicht. Auf dem Niveau, sagt er, könne er sehr gut mithalten, weil er körperlich für sein Alter schon „sehr ausgereift“ sei. Körper, Ausdauer und Kraft haben ihm bei den ersten Einheiten geholfen. Unter der Woche trainiert Lorenz mit den Drittliga-Profis, am Wochenende kickt er in der A-Jugend. Zwei Testspiele hat der Offensive schon bestritten. Im zweiten gegen einen Regionalligisten erzielte er sein erstes Tor und bereitete beim 4:1-Erfolg der U19 ein weiteres vor. An diesem Wochenende besucht ihn Vater Stefan Lorenz senior, der ihn beim 1. FC Garmisch-Partenkirchen lange gefördert und trainiert hatte. Mit vielen seiner ehemaligen Teamkollegen bleibt er in Kontakt. Am meisten tauscht er sich mit Florian Augscheller aus.

Sein Vater Andreas Augscheller, Jugendleiter am Gröben, hilft Lorenz – man könnte sagen als Vermittler oder Berater. Er hat in der Szene sehr gute Kontakte aufgebaut, seit er vor drei Jahren den DFB-Stützpunkt nach Garmisch-Partenkirchen geholt hat. Für drei talentierte FC-Kicker (darunter Lorenz sowie sein Sohn) organisierte er Probetrainings. Lorenz spielte bei den Wiesbadenern vor. „Die waren begeistert“, sagt Augscheller. „Da kommt einer aus Bayern und schlägt ein.“ Geschichten vom Linksfuß – solche werden überall gesucht –, seinem Wumms und dem Torriecher machten in Hessen die Runde. Selbst Lorenz hat bei seiner Ankunft mitbekommen, „dass viel über mich geredet wurde“. Weil ihn die Teamkollegen gut aufgenommen haben, stört ihn das nicht. Zweimal pro Woche trainiert er künftig. Dazu besucht er ein Jahr lang die Eliteschule des Sports. Sein Mentor Augscheller vergleicht sie mit einer Lehre, die Lorenz mit der Mittleren Reife abschließt. Im Unterricht werde gezielt an den schulischen Schwächen gearbeitet, sagt Lorenz, der in der vergangenen Saison für Wacker Innsbruck bereits seine ersten Einsätze im Seniorenbereich (dritte österreichische Liga) absolviert hatte. Danach, betont der 17-Jährige, „bin ich Vollprofi“. Auch der 1. FC profitiert davon. Augscheller sagt: „Für den Verein ist es toll, dass sich Stefan präsentieren kann.“


Text: Andreas Mayer

 
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