2024-05-29T12:18:09.228Z

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Matthias Günes, Cheftrainer des FC Memmingen, nimmt die Entscheidung des BFV, die letzte Partie der Memminger auf Freitagabend vorzuverlegen, gelassen: "Können es eh nicht beinflußen."
Matthias Günes, Cheftrainer des FC Memmingen, nimmt die Entscheidung des BFV, die letzte Partie der Memminger auf Freitagabend vorzuverlegen, gelassen: "Können es eh nicht beinflußen." – Foto: Michael Horling

»Wird komisch werden«: Warum Memmingen schon am Freitag spielt

Alle entscheidenden Spiele am letzten Spieltag finden zeitgeich statt - nicht so dieses Mal

Die Partien des letzten Spieltags, zumal abstiegsrelevante Begegnungen, müssen zeitgleich ausgetragen werden. Das besagen die Statuten der Spielordnung. Jetzt ist die Begegnung des FC Memmingen bei Türkgücü München schon auf den morgigen Freitag terminiert worden. Alle anderen Kontrahenten im Kampf um den Klassenerhalt sind erst am Samstag dran, wissen also im Voraus über das Ergebnis eines Konkurrenten Bescheid. Das widerspricht dem eigentlichen Gedanken des Fairplay, dass am letzten Spieltag alle Teams unter den gleichen Voraussetzungen starten. Wie wird also die Spielverlegung begründet?


Während es für die Hausherren nur noch ums Schaulaufen geht, ist es für die Gäste aus Memmingen ein Alles-oder-Nichts-Spiel. Angesprochen auf die ungewöhnliche Konstellation, dass ein entscheidendes Spiel am letzten Spieltag vorverlegt wird, muss Memmingens Cheftrainer Matthias Günes einen Moment überlegen: "Wir können es eh nicht beeinflußen und nehmen es so, wie es kommt. Unabhängig von der Ansetzung müssen wir so oder so das Spiel gewinnen. Für uns ändert sich daher nicht viel." Von einer Wettbewerbsverzerrung möchte Günes aber nicht sprechen: "Mit dem Wort wirft man schnell um sich. Ich möchte jetzt auch nicht irgendwie künstlich einen Skandal heraufbeschwören. Wir haben sowieso nur eine Chance, wenn wir gewinnen. Es wäre vielleicht was anderes, wenn wir alle punktgleich wären."

Die Begründung, warum die Partie einen Tag eher ausgetragen wird, ist recht simpel: Weil am Samstag das Grünwalder Stadion vom TSV 1860 München belegt ist, der in der 3. Liga Arminia Bielefeld empfängt, muss Türkgücü eben auf einen anderen Termin ausweichen. Günes nimmt es sportlich: "Ich bleibe da sachlich und machte Türkgücü gar keinen Vorwurf. Die haben die Thematik ja beim BFV angeben müssen und wenn das für den Verband in Ordnung ist, dann ist doch klar, dass Türkgücü das auch so durchzieht."

Fakt ist: Gewinnen die Memminger zu Gast bei Türkgücü nicht, haben die Allgäuer auf alle Fälle Gewissheit, denn der Abstieg wäre dann besiegelt. Holt der FCM aber am Freitagabend den Auswärtssieg, dann beginnt das bange Warten.

"Es wird am Samstag schon komisch werden. Ich hatte das bislang auch noch nie gehabt, dass wir am letzten Spieltag dann der Konkurrenz tatenlos zusehen müssen. Natürlich werden wir verfolgen, was die anderen machen", meint Günes.

BFV-Verbandsspielleiter Josef Janker sagt zu der ganzen Thematik: "Es ist in den Statuten klar so verankert: Türkgücü München hat für eine bestimmte Anzahl an Spielen die uneingeschränkte Spielstättenverfügbarkeit der Stadt München für das Grünwalder Stadion, außer es wird für eine höherklassige Mannschaft benötigt. Das ist nun der Fall, weil es der TSV 1860 München braucht. Also muss die Partie laut Statuten vorverlegt werden. Das ist schon länger bekannt und wir als Verband handeln demzufolge auch rechtens. Dass das dem ein oder anderen nicht gefällt, ist nicht zu ändern."

Aufrufe: 016.5.2024, 11:35 Uhr
Mathias WillmerdingerAutor