Michael Jonczys (links) Schaffen bei der SpVgg SV Weiden währte nicht allzu lang.
Michael Jonczys (links) Schaffen bei der SpVgg SV Weiden währte nicht allzu lang. – Foto: Christian Brüssel

Weiden kommt nicht zur Ruhe: Jonczy sagt Adieu

Die Dienste des erfahrenen Stürmers sind am Wasserwerk nicht mehr gefragt – Alle Weichen beim Bayernligisten auf Neuanfang gestellt

Bei der heiklen Mission Bayernliga-Erhalt setzt die SpVgg SV Weiden in Zukunft nicht mehr auf die Stürmerqualitäten von Michael Jonczy. Vorzeitig haben sich beide Seiten auf eine sofortige Auflösung seines Arbeitspapiers verständigt. Das bestätigt der sportliche SpVgg-Leiter Rüdiger Hügel. Nach all den (Negativ)-Schlagzeilen in letzter Zeit inklusive eines Trainerwechsels hin zum neuinstallierten Duo Michael Riester und Marco Lorenz soll jetzt endlich Ruhe einkehren am Weidener Wasserwerk. Alles ist auf eine Art Neustart getrimmt.

Über die Gründe von Jonczys Ausscheiden bei der SpVgg kann im Grunde nur spekuliert werden. Ein einziger Torerfolg in zehn Einsätzen war sicherlich für alle Parteien etwas dürftig. Wobei der 35-Jährige – in den vergangenen Spielzeiten bei Gebenbach und Ammerthal stets ein Garant für Tore – wochenlang mit einem Muskelfaserriss passen musste.

Der Vorletzte der Bayernliga Nord wird sich mit oder ohne Michael Jonczy mächtig strecken müssen, um im Frühjahr die Klasse noch auf direktem Wege halten zu können. Vielmehr deutet viel auf einen Gang in die Abstiegsrelegation hin. Eine schwarze Serie von sechs Niederlagen am Stück vorm Gang in die Winterpause haben die Wasserwerkler in diese missliche Lage gebracht. Eine bessere Ausgangslage für die harte Restsaison hätte sich wohl jeder gewünscht. Insgesamt wartet die Mannschaft um Wortführer Stefan Graf seit acht Spielen auf ein Erfolgserlebnis in Form eines Sieges. Nichtsdestotrotz bleibt der direkte Liga-Erhalt das große Ziel.

Die Spieler wachzurütteln und ihnen eine neue „Siegermentalität“ sowie frisches Selbstvertrauen einzuimpfen, das ist nun die Aufgabe von Michael Riester und Marco Lorenz. Das neue Trainerduo hat viel Arbeit vor sich. Es bittet am kommenden Montag zum Auftakttraining, dem sich ein straffes Vorbereitungsprogramm mit sechs Testspielen anschließt. Gleich zum Start warten mit den Regionalliga-Neulingen Hankofen und Vilzing echte Schwergewichte zum Proben. Übungsleiter Riester hofft, dass während der Vorbereitung das abhanden gekommene Selbstvertrauen zurückkehrt. Der 40-Jährige nimmt gegenüber „onetz“ die Schlagworte „Neuanfang“, „unbedingter Zusammenhalt“ und „hundertprozentige Identifikation mit der SpVgg und der Stadt Weiden“ in den Mund. Letztere beiden Punkte fordert Riester von seiner Truppe ein, man müsse dringend (wieder) als Einheit auftreten. Riester ist bekannt für seine Akribie, Professionalität und Disziplin. Jene Attribute erwartet er auch von seinen Schützlingen.

Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich der Bayernliganeuling tatsächlich „aufraffen“ und nochmal ans rettende Ufer heranschnuppern kann. Verloren ist jedenfalls noch nichts. Winterneuzugänge gibt es Stand jetzt keine. Wenngleich der SpVgg vor allem im Defensivbereich sicherlich Verstärkung guttun würde, angesichts der bereits 47 Gegentore. Mal sehen, ob sich einem neuen Spieler betreffend noch etwas ergibt. Mut und Tatendrang haben sie am Wasserwerk jedenfalls nicht verloren.

Aufrufe: 019.1.2023, 09:21 Uhr
Florian WürtheleAutor