Zuhause konnten Angelo Mayer (re.) und Kollegen sogar die SpVgg Unterhaching ärgern. Auswärts läuft`s hingegen bei weitem nicht so rund.
Zuhause konnten Angelo Mayer (re.) und Kollegen sogar die SpVgg Unterhaching ärgern. Auswärts läuft`s hingegen bei weitem nicht so rund. – Foto: Sven Leifer

TSV Rain: Schicksalsschlag, Aha-Erlebnis, Auf & Ab

Der Regionalligist hat Anfang der Woche das Training wieder aufgenommen +++ Am Ende einer bemerkenswerten Saison soll wieder der Klassenerhalt stehen

Es ist alles, aber sicher keine gewöhnliche Saison, die der TSV Rain am Lech in der Regionalliga Bayern bestreitet. Die Spielzeit 2022/23 war erst wenige Tage alt, als die Schwaben eine Nachricht ereilte, die den Fußball komplett in den Hintergrund rücken ließ. Es war an einem späten Sonntagabend im Juli, als zwei junge Kicker aus der zweiten Mannschaft auf der Heimfahrt von einem Testspiel bei einem Autounfall tödlich verunglückten. Der ganze Verein stand unter Schock und musste den Schicksalsschlag erst einmal verarbeiten. Neu-Coach Martin Weng war gleich im höchste Maße als Psychologe gefordert. Der anschließende Saisonverlauf war ein Auf und Ab. Aber: Zur Winterpause stehen die Rainer auf einem Nichtabstiegsplatz und haben mit 27 Punkten den Klassenerhalt in eigener Hand.

"Der Anfang war wirklich schwer", sagt Weng und meint damit nicht nur den Umgang mit dem Schicksalsschlag. "Wir hatten einen Umbruch zu meistern, viele neue Spieler sind gekommen. Gegen Ende der Hinrunde ging dann die Entwicklung in die richtige Richtung." Ein Spiel ist Weng in bleibender Erinnerung geblieben: "Das Match in Schweinfurt Anfang November war eine Art Aha-Erlebnis für uns. Wir sind als Vorletzter und krasser Außenseiter hingefahren, lagen 0:1 zurück, haben uns dann aber super zurückgekämpft und das Ding noch mit 3:1 gewonnen." Der seit gestern 38-Jährige hofft inständig, in der Frühjahrsrunde öfters solche Auftritte in der Fremde bestaunen zu dürfen.


Zuhause hui, auswärts pfui.


Denn an dieser Stelle wären wir beim großen Thema in Rain. Dürften die Kicker des TSV immer zuhause ran, der Ligaverbleib wäre wohl schon zur Winterpause fix. 21 ihrer 27 Zähler haben die Schwaben zuhause geholt. Heißt im Umkehrschluss: Auswärts ist die Weng-Truppe ein gern gesehener Gast, denn die Punkte überlassen sie mit großer Wahrscheinlichkeit freundlicherweise den Hausherren. Magere sechs Pünktchen sprangen bislang in den gegnerischen Stadien heraus - die Bilanz eines Absteigers. Das weiß auch Weng: "Das wird der Schlüssel sein. Wir müssen es auch schaffen, auswärts ähnlich konstant wie zuhause unsere Leistung abzurufen." Darauf wird er in der Vorbereitung sein Hauptaugenmerk legen. In der ausführlichen Analyse der bisherigen Spiele ist ihm eines besonders aufgefallen: "Wenn wir es schaffen, die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen so eng wie möglich zu halten, konnten wir viele gute Szenen kreieren. Ist uns das nicht gelungen und wir waren zu weit auseinander, ging es meistens schief." An diesem Hebel will er ebenfalls in der Vorbereitung Hand anlegen.


Kader: Drei Abgänge, aber zwei Rückkehrer machen Hoffnung.


Drei Abgänge musste der TSV in der Winterpause verkraften. "Der Wechsel von Leo Benz nach Luxemburg kam auch für mich überraschend. Das tut uns schon weh, weil er zum Stammpersonal gehörte. Aber ich kann die Entscheidung auch verstehen", sagt Weng. Zudem haben sich Kevin Nsimba und Nasrullah Mirza Richtung SV Pullach verabschiedet. Beide kamen über den Status der des Ergänzungsspielers aber nicht hinaus. Auf zwei alte Bekannte kann Weng hingegen wieder setzen: "David Bauer ist aus den USA zurück. Eine absolute Verstärkung, er wird uns sofort weiterhelfen." Michael Knötzinger wird im April zurückerwartet und könnte im Endspurt noch einmal eine entscheidende Hilfe sein. In den kommenden Wochen lautet die Aufgabe für Weng, wieder Schritt für Schritt die nötige Intensität reinzubringen. Los geht`s dann für die Rainer am 25. Februar gleich mit dem wegweisenden Nachbarschaftsduell zuhause gegen den FC Pipinsried.

Aufrufe: 021.1.2023, 12:00 Uhr
Mathias WillmerdingerAutor