Wieder in Planig an der Linie: Ex-TSG-Trainer David Klose (rechts) beim Bezirksliga-Spiel gegen Merxheim, das die gastgeber mit 5:2 gewannen.	Foto: Mario Luge
Wieder in Planig an der Linie: Ex-TSG-Trainer David Klose (rechts) beim Bezirksliga-Spiel gegen Merxheim, das die gastgeber mit 5:2 gewannen. Foto: Mario Luge

TSG Planig: David Klose auf einmal als Feuerwehrmann gefragt

Bezirksliga: David Klose ist zurück in Planig und unterstützt die TSG-Spielertrainer +++ Engagement bis zum Winter

PLANIG. …und auf einmal steht David Klose wieder auf dem Planiger Sportplatz. Der Ex-Trainer ist zurück auf dem TSG-Gelände in der Fußball-Bezirksliga, begleitete auch das jüngste 5:2 gegen Merxheim neben der Bank. Der ehemalige Trainer erklärt das.

Herr Klose, Sie wollten doch eine Fußballpause machen. Was führt sie wieder auf den TSG-Rasen?

Ich mache derzeit eine Pause von der Pause (lacht). Ich unterstütze die spielenden Co-Trainer in der Ausarbeitung der Trainingsinhalte und deren Durchführung und am Spieltag an der Linie.

Wie haben Sie den Trubel rund um die TSG-Trainer verfolgt?

Ich hatte mich vollkommen losgesagt vom Fußball, weshalb ich erst mit Kontaktaufnahme durch die TSG überhaupt davon erfahren habe. Und zu diesem Zeitpunkt war es dann eigentlich auch schon alles wieder gegessen.

Inwieweit werden Sie sich in die sportlichen Belange der ersten Mannschaft einschalten?

Mein Engagement ist rein ehrenamtlich und auf den Zeitraum bis zur Winterpause begrenzt. Ein Freundschaftsdienst um Thomas Forsch und Ulli Gaul mehr Zeit und eine bessere Position für die Trainerfindung zu geben.

Es war bisher eine durchwachsene Saison für die TSG. Was ist aus Ihrer Sicht diese Runde das Ziel?

Platz drei bis fünf dürfte ein ambitioniertes, aber realistisches Ziel sein. Die Mannschaft spielt derzeit, gerade daheim, attraktiven und erfolgreichen Fußball, fürs obere Drittel muss man aber auch außerhalb der Komfortzone Kunstrasenplatz punkten.

Sie haben ja nie den Kontakt nach Planig verloren, was reizt David Klose an der TSG?

Die A-Klassen-Saison 18/19 war unfassbar erfolgreich und intensiv, so etwas schweißt natürlich zusammen und lässt einen mit einer gehörigen Portion Fussballromantik zurückblicken. Ich schätze Thomas Forsch und Ulli Gaul seitdem sehr – und ganz nebenbei war ich noch nie „Feuerwehrmann“ – einer Mannschaft in so kurzer Zeit eine Handschrift zu geben reizt mich. Bislang war ich der Meinung, dass mir die Rolle als Feuerwehrmann nicht liegen würde. Aber ich glaube, dass meine Trainerkollegen und ich das in den fünf Wochen ordentlich gemacht haben.

Nach Ihrem Weggang in Planig 2019 sind Sie drei Jahre weiter. Dazwischen liegen Erfahrungen bei der Spielvereinigung Ingelheim und viele Probleme rund um Corona. Aktuell dreht sich viel um die Energiekrise. Was hat sich aus Ihrer Sicht geändert und wo liegen die größten Herausforderungen im Fußball?

Die Energiekrise wird sicher vorbeigehen, und Corona ist zum Glück kaum noch spürbar, weshalb ich den Umgang zwischen Schiedsrichter und Trainer oder Spielern als sehr große Baustelle erachte. Wir Trainer und Spieler schulen uns zu wenig in der Regelkunde. Wenn wir ehrlich sind beschränkt sich die Fortbildung in Sachen Regelwerk in den allermeisten Fällen auf dem lauschen der Ausführungen der TV-Reporter. Auf der anderen Seite haben unsere Schiedsrichter vielleicht im Umgangston eine eher fragwürdige Entwicklung vollzogen. Ich glaube nicht, dass es sonderlich förderlich war die Gespräche zwischen einem Bundesligaschiedsrichter und einem Wolfsburger Spieler der Öffentlichkeit preiszugeben. Die allermeisten Trainer und Fußballler sind doch am besten zu handeln, wenn wir mitgenommen werden, aber doch nicht wenn man uns mundtot macht. Hier darf gerne ein Umdenken erfolgen und ich glaube, dass diese Art des Schiedsrichten nur ein Trend ist. Hoffnung macht mir, dass wir in den vergangenen fünf Spielen, auch ohne fehlerfrei zu sein, sehr angenehme Schiedsrichter hatten.

Das Interview führte Mario Luge.



Aufrufe: 026.11.2022, 07:00 Uhr
Mario LugeAutor