2024-06-21T12:12:50.142Z

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Respektvoller Umgang: Der Bayerische Fußballverband veröffentlicht ein Knigge-Werk für Schiedsrichter und Spieler.
Respektvoller Umgang: Der Bayerische Fußballverband veröffentlicht ein Knigge-Werk für Schiedsrichter und Spieler. – Foto: Imago/Markus Weissenfels

Sieben Regeln für Schiedsrichter und Klubs: BFV will „Sportplatz-Etikette“ auf ganz Bayern ausweiten

„Regelwerk neben dem Regelwerk“

Ein „Regelwerk neben dem Regelwerk“: Der Bayerische Fußballverband hat die „Sportplatz Etikette“ in Franken getestet und will sie jetzt nach ganz Bayern bringen.

München/Nürnberg – Einen besseren Umgang miteinander auf und neben dem Sportplatz will der Bayerische Fußballverband fördern. Dabei helfen soll die „Sportplatz-Etikette“, die der Verband gemeinsam mit dem 1. FC Nürnberg, der Schiedsrichtergruppe Nürnberg und dem Portal fussballn.de erarbeitet hat.

Bei einer Diskussionsrunde Mitte Januar einigten sich die Vertreter auf jeweils sieben Regeln für Spieler sowie Schiedsrichter. Den entsprechenden Katalog haben am 25. Januar alle Beteiligten unterzeichnet.

Benimm-Werk für Spieler und Schiedsrichter: BFV startet Kampagne „Sportplatz Etikette“

Es ist ein „Regelwerk neben dem Regelwerk“ entstanden. Dabei geht es um Selbstverpflichtung und einen respektvollen Umgang während und rund um die Spiele. Dabei handelt es sich nicht um verbindliche Regeln, sondern eben ein Knigge-Werk.

Für Spieler gilt: Wenn unsere Mannschaft ein Spiel hat, …

  • 1. … gehen wir mit Schiris, Gegnern und Zuschauern so respektvoll um, wie wir auch selbst behandelt werden wollen.
  • 2. … sind Schiris bei uns Gäste des Vereins und werden schon vor dem Anpfiff, während der Partie und auch im Anschluss so behandelt.
  • 3. … schätzen und schützen wir die Schiris, denn ohne sie ist ein Fußballspiel nicht möglich.
  • 4. … leiten Menschen die Begegnung. Wir verstehen, dass sie in unserer Spielklasse genauso Fehler machen wie wir und nehmen ihre Entscheidungen sportlich.
  • 5. … sind Schiris niemals Alibi für missglückte Aktionen oder Niederlagen. Selbstkritik ist ein Schritt zum sportlichen Erfolg.
  • 6. … lehnen wir Provokationen und jegliche Form von verbaler oder körperlicher Gewalt auf und neben dem Sportplatz ab.
  • 7. … gibt man sich nach dem Abpfiff die Hand, dankt Gegnern und Schiris. Konflikte räumen wir sachlich und reflektiert aus.

Für Schiedsrichter: Wenn ich als Schiri ein Spiel pfeife, …

  • 1. … gehe ich mit den Mannschaften und Zuschauern so respektvoll und sportlich um, wie ich auch selbst behandelt werden möchte.
  • 2. … gehe ich verantwortungsvoll mit meiner Rolle als unparteiischer Leiter der Partie um. Ich bin weder Gegner noch Mitspieler.
  • 3. … bin ich Gast und vertrete auf und neben dem Sportplatz nicht nur mich selbst, sondern auch meinen Verein und den Verband.
  • 4. … weiß ich gleichermaßen um das Regelwerk, das es einzuhalten gilt, als auch um die Emotionen, die zum Fußball gehören.
  • 5. … bin ich mir im Klaren, dass ich nicht immer fehler- oder zweifelsfrei entscheiden kann. Ehrliche Selbstkritik stärkt meine Position als Schiri.
  • 6. … bemühe ich mich um eine verständliche Regelauslegung und eine gesunde Kommunikation auf dem Platz.
  • 7. … kann man mit mir auch nach dem Spiel sachlich diskutieren und Konflikte ausräumen. Ein gutes und faires Miteinander ist mir auch für die Zukunft wichtig.

Bislang existiert die „Sportplatz-Etikette“ nur im Raum Nürnberg. Dort hat sie die Vereine bereits überzeugt, berichtet der BFV. 65 Vereine haben ein Schild in A3-Ausfertigung bestellt. Die Sparkasse Nürnberg stellt sie kostenfrei bereit. Das Benimm-Werk hängt unter anderem im Nachwuchsleistungszentrum des 1. FC Nürnberg und soll auch im Kabinentrakt des Max-Morlock-Stadions installiert werden.

„Sportplatz-Etikette“ für ganz Bayern: BFV will Kampagne ausweiten

Jetzt will der BFV die „Sportplatz-Etikette“ in andere Fußballkreise Bayerns bringen. Der Verband habe bereits Gespräche dazu aufgenommen. Im vergangenen Herbst hatten Übergriffe auf den Fußballplätzen zugenommen, Schiedsrichter wünschten sich dringend eine Kampagne. (moe)

Aufrufe: 014.3.2023, 16:36 Uhr
Moritz BletzingerAutor