Nach elf Jahren nicht mehr auf der Trainerbank in Borsch: Andreas Herzberg.
Nach elf Jahren nicht mehr auf der Trainerbank in Borsch: Andreas Herzberg. – Foto: Jan-Phillip Bretschneider

Das Ende einer Ära

Im Saisonendspurt machte der SV Borsch noch mächtig Boden auf die SG Schweina/Gumpelstadt gut, scheiterte aber letztendlich aufgrund des Torverhältnisses knapp am Meistertitel.

Elf Jahre lang hat(te) Andreas Herzberg das Ruder in der Rhön in der Hand. Dabei war er in der Landesklasse nie schlechter als Rang Drei (Zweimal Meister, fünf Mal Zweiter, einmal Dritter). Zwei Jahre kamen in der Thüringenliga hinzu. Nun endet eine Ära und eine Neue soll bzw. wird beginnen.

Dass es zu einem Wechsel auf der Trainerbank in Borsch kommt, war schon öfter mal im Gespräch, doch dieses Jahr ging es dann innerhalb von ein paar Wochen ganz schnell. „Es hat sich erst in den letzten drei Wochen ergeben. Natürlich verstehen wir, dass Andreas enttäuscht ist, wie es in den letzten Wochen gekommen ist. Auch für mich ging es dann zum jetzigen Zeitpunkt überraschend schnell. Vor allem das erste Gespräch mit Andreas Herzberg war für mich kein leichtes! Wir wissen was Herzi für uns als Mannschaft und Verein geleistet hat! Er hat uns über Jahre auf dieses Level gehoben. Man muss aber auch die Sicht des Vereins bzw. der Spielgemeinschaft im Ulstertal verstehen“, sagt André Schäfer, der 1. Vorsitzende der Rhöner ist.

Riesige Fußstapfen

Der 37-Jährige erklärt dabei den Schritt nach elf erfolgreichen Jahren den Trainer zu wechseln: „Wir wollten die letzten Jahre schon immer was verändern. Deshalb hatten wir damals Tobias Becker ins Trainerteam geholt und wollten ihn als Trainer aufbauen - leider Privat zurück nach Hessen. Letztes Jahr haben wir Michael Simon - derzeit Trainer der A-Jugend- als Co-Trainer dazugeholt, um langfristig auf einen Wechsel in riesige Fußstapfen nach Andreas vorbereitet zu sein und haben dies intern immer kommuniziert. Nun ist die Zeit für neue Impulse gekommen. Dabei haben wir mit Andreas Mannel eine interne Lösung gefunden, die aus mehrere Sicht für uns als SG sinnvoll ist. Zum Einen bekommt unser SG-Partner Buttlar dadurch mehr Verantwortung in der Spielgemeinschaft. Zudem hat Andreas die ganze Jugend im Ulstertal in den letzten Jahren mit koordiniert. Er leitet einen DFB-Stützpunkt in Leimbach und hat zudem viel Erfahrung als Trainer des damaligen Nachwuchsleistungszentrum des FC Rot-Weiss Erfurt gesammelt. Er kennt die neue Generation, die nachkommt. Wir wollen weiterhin die jungen Spieler mitnehmen und sehen ihn dafür als den richtigen Mann gemeinsam mit Michael & Christoph. Denn nur so wird unser Weg weitergehen. Wir können und wollen weiterhin keine Spieler mit Geld locken, sondern bauen auf heimische Talente auch wenn wir bei manchen Dingen Geduld brauchen.“

Überrascht von der Kurzfristigkeit

Erst am Mittwoch vor dem Eisenach-Spiel (10. Juni) hat sich der Trainerwechsel so manifestiert bzw. waren die letzten Details im Trainerteam geklärt. Hierin hat der scheidende Trainer Andreas Herzberg, der jüngst auch in Rente gegangen ist, auch die größten Bauchschmerzen. „Jeder Verein hat das Recht den Trainer zu beschäftigen, den sie haben wollen. Ich habe mehr als zehn Jahre gute Arbeit gemacht, war sportlich sehr erfolgreich. Doch erst vor drei Wochen hat man mir mitgeteilt, dass nach der Saison die Zusammenarbeit beendet ist. Man kann immer mit mir sprechen, aber die Kurzfristigkeit überrascht mich schon. Der Abschied ging nicht auf meine Intention aus. Sicherlich bin ich etwas enttäuscht. Wer mich kennt, weiß aber, dass ich nicht groß Nachkarte. Am Ende ist es auch eine Art von Wertschätzung, die man so zu spüren bekommt oder eben nicht“, so der 64-Jährige gegenüber FuPa Thüringen. >> zum FuPa-Profil von Andreas Herzberg

Neue Ära mit ehemaligen Herzberg-Schüler

Das Andreas Herzberg noch den gebührenden Rahmen zum Abschied erhalten wird steht außer Frage und ist für André Schäfer klar! „Wir wollten ihn nicht bei irgendeinem Heimspiel vor wenigen Zuschauern und ganz ohne Vorbereitung verabschieden. Andreas hat über 10 Jahre das sportliche Niveau in der ganzen Region mitbestimmt bzw. geprägt. Er wird zum Start der neuen Saison Zuhause gebührend verabschiedet“, so der Borscher Vorsitzende.

Beim Saisonauftakt 2022/23 wird nach elf Jahren mit Andreas Mannel und Michael Simon ein neues Gespann auf der Trainerbank auf dem Sportplatz an der Ulster sitzen. Als verlängerter Arm auf den Platz und mit den ersten Schritten im Trainergeschäft wird dazu noch Christoph Neidhardt nach 15 Jahren im benachbarten Hessen bei Borussia Fulda, SV Steinbach, Hünfelder SV und SG Ehrenberg in die Heimat zurückkehren. Er spielte bis 2007/08 Thüringenliga beim FSV Ulstertal Geisa - übrigens unter Trainer Andreas Herzberg.

Aufrufe: 023.6.2022, 14:00 Uhr
FuPa ThüringenAutor