Spielertrainer Bastian Lobinger, der in dieser Szene bei einem Freistoß im Finale an Regenstaufs Keeper Brandl scheitert, führte seine SpVgg Pfreimd zu ihrem zweiten Bezirksmeistertitel.
Spielertrainer Bastian Lobinger, der in dieser Szene bei einem Freistoß im Finale an Regenstaufs Keeper Brandl scheitert, führte seine SpVgg Pfreimd zu ihrem zweiten Bezirksmeistertitel. – Foto: Florian Würthele

Pfreimds Machtdemonstration vor 480 Fans: So lief der Bezirksentscheid

Die Chronologie der Ereignisse in Maxhütte-Haidhof aufgearbeitet

Nein, die SpVgg Pfreimd ist schon lange keine One-Man-Show des Bastian Lobinger mehr. So wurde es ja oft in der Außenwahrnehmung dargestellt. Bei der gestrigen Oberpfälzer Hallenmeisterschaft in Maxhütte-Haidhof haben die Pfreimder einmal mehr unter Beweis gestellt, dass sie als eingeschworener und seit Jahren so zusammenspielender Haufen echte Spezialisten auf dem Hallenparkett sind. Völlig zu Recht gelang dem Landesligisten der zweite Triumph auf Bezirksebene nach 2016. Da konnten auch die Techniker der Fortuna Regensburg nicht das „Zünglein an der Waage“ spielen. Wir blicken zurück auf das Turniergeschehen.

Gruppe A: Regensburger bestimmen das Geschehen

Das Tabellenbild sprach Bände – in Sachen Halbfinaleinzug war letztendlich wenig auszurichten für Leonberg (4 Punkte), Windischeschenbach und das mit einer jungen B-Elf angetretene Vohenstrauß (je 3). Stattdessen machten der Regensburger Kreissieger Pirkensee-Ponholz sowie Fortuna die ersten beiden Plätze unter sich aus. Los ging's gleich mit einer faustdicken Überraschung: Im Duell mit Ponholz starb Fortuna „in Schönheit“ und verlor 1:2. Das ließ die Morina-Truppe nicht aus der Fasson geraten, sie spielte im weiteren Verlauf ihren Stiefel runter und sich in einen wahren Torrausch. Trotz eines 1:1 gegen Leonberg zwischendrin ging der Gruppensieg aber an Lokalmatador und Kreisligist Ponholz, der schlau und defensivstark auftrat.

Gruppe B: Pfreimder Dominanz mit kleinem Schönheitsfehler

Schon vor den letzten beiden Spielen dieser Fünferstaffel stand fest, wer weiterkommen würde. Der spätere Titelträger wurde seiner Favoritenrolle von Beginn an gerecht, schloss seine ersten drei Matches mit nur einem Gegentor ab. Als „relativ souverän“ bezeichnete Pfreimds Spielertrainer Bastian Lobinger hernach das eigene Auftreten während der Vorrundenphase, einzig der „kleine Durchhänger“ störte ihn etwas. Und zwar das 1:1 gegen Stulln. Wobei dieses Ergebnis nicht mehr groß ins Gewicht fiel, weil Pfreimd bereits vor diesem Spiel als Gruppensieger feststand. Mit neun Punkten folgte Bezirksligist TB/ASV Regenstauf ins Halbfinale, bei dem Cesar Sodji und Alper Sökmez die interne Torjägerkrone unter sich ausmachten. Die Teams von Oberisling (4), Waldau (3) und Stulln (2) wurden vom Führungsduo deutlich distanziert. Und doch durften die Kicker des Außenseiters SV Waldau bei der Siegerehrung Jubelstürme ihres Anhangs entgegennehmen.

Halbfinals: Ein 1:4 war nicht mehr aufzuholen

Gegenüber dem bisherigen Geschehen legte die SpVgg Pfreimd im Halbfinalduell mit Fortuna Regensburg nochmal einen Zahn zu. Es war wie ein vorgezogenes Endspiel. Technisch hochwertig begegneten sich die Mannschaften – weitaus effizienter mit ihren Chancen ging allerdings die SpVgg um. „Es haben ein paar Prozente gefehlt. Nach dem schnellen Rückstand haben wir den Kopf verloren und dann kam das eine zum anderen“, musste sich Fortuna-Spielertrainer Arber Morina eingestehen. Ein zwischenzeitliches 0:3 und 1:4 war nicht mehr aufzuholen, auch wenn Fortuna mit dem Mute der Verzweiflung in den letzten zwei Minute nochmal alles probierte. Am Ende stand ein 5:3 zugunsten Pfreimds.

Große Spannung keimte im zweiten Semifinale, einer Wiederholung des Regensburger Kreis-Endspiels zwischen Regenstauf und Pirkensee-Ponholz, auf. Zweimal gingen die „Blitzer“ in Führung, zweimal antwortete PiPo. Es sollte ins Sechsmeterschießen gehen. Hinkel (PiPo) traf den Außenpfosten, Sökmez (Regenstauf) und Wunderle (PiPo) scheiterte am Torhüter. So war es an Jonas Ritz, den entscheidenden Sechsmeter zum Sieg für Regenstauf zu verwandeln.

Spiel um Platz drei: Spielfreude traf auf Enttäuschung

Die Ponholzer konnte einem fast leid tun, denn die Enttäuschung der vorangegangenen Niederlage war den Spielern im „kleinen Finale“ deutlich anzumerken. Prompt verlor der ATSV 1:5 gegen eine Fortuna, die nochmal all ihre Spielfreude mobilisierte. Ein weiterer Torerfolg sicherte Fortunas Arber Morina (sieben Tore) die alleinige Torjägerkrone. Und mit Sven Wagner wurde noch ein Fortune zum besten Spieler des Turniers gewählt.

Endspiel: Turnerbund ergibt sich seinem Schicksal

Alex Brandl, Tormann beim TB/ASV Regenstauf, hatte schon eine böse Vorahnung angesichts der Aufgabe, die wenige Minuten später im Endspiel der Oberpfälzer Futsal-Meisterschaften auf seine Truppe warten würde. Zu Recht, wie sich herausstellen sollte. Kurzzeitig kam der Bezirksligist auf ein Tor heran (Koshi/7.), ansonsten artete es jedoch zu einer eindeutigen Angelegenheit aus. Sebald (4.), Herzog (5./nach Sololauf), Mischinger (8./Abstauber), wieder Herzog (9.) und D. Lobinger (13.) trugen sich beim 5:1-Triumph in die Pfreimder Torschützenliste ein. Eine souveräne, effiziente wie clevere Vorstellung der Truppe von Bastian Lobinger! Mit ihr dürfte auch beim Lotto Bayern Hallencup am kommenden Samstag durchaus zu rechnen sein.

Drumherum: Lob, Stimmung und Fairness

Nach offiziellen BFV-Angaben wohnten insgesamt rund 480 Schaulustige dem Geschehen in der Stadthalle Maxhütte bei. Ein sehr guter Wert nach zweijähriger Zwangspause. Die Funktionäre des Verbandes um Bezirksvorsitzenden Thomas Graml sprachen unisono von einer gelungenen Veranstaltung mit tollen Stimmung und einem würdigen Sieger. Auch dem FC Maxhütte-Haidhof ist ein Lob auszusprechen für eine tadellose Organisation und Ausrichtung des Turniers. Ohne Probleme leitete das Schiedsrichter-Quartett Andreas Stolorz (DJK Irchenrieth), Ludwig Held (DJK Dürnsricht-Wolfring), Dennis Martin (SV Grafenwöhr) und Felix Scharf (TV Nabburg) die durchweg fairen Partien.

Aufrufe: 023.1.2023, 12:30 Uhr
Florian WürtheleAutor