
Gleich vorweg: An der Tabellenspitze kann der 1. FC Nürnberg II an diesem 27. Spieltag der Regionalliga Bayern seine (österliche) Vormachtstellung behaupten. Mit einem Doppelschlag kurz vor der Pause besiegte der FCN die Reserve der SpVgg Greuther Fürth im "kleinen Franken-Derby" mit 2:0.
Verfolger Würzburger Kickers hält den Druck jedoch hoch mit einem souveränen 2:0-Sieg durch Tore von Bonga und Kurzweg bei Schwaben Augsburg. Auch die SpVgg Unterhaching meldet sich im Aufstiegsrennen zurück und feiert einen deutlichen 3:0-Erfolg bei Viktoria Aschaffenburg.
Im Tabellenmittelfeld setzt der TSV Buchbach seinen Lauf fort: Nach dem Coup gegen Haching gibt es ein 3:1 gegen die SpVgg Ansbach zu bejubeln. Ebenfalls wichtige Punkte sammelt die SpVgg Bayreuth beim 3:1 gegen Memmingen. Ein bitteres Ende erlebt Tabellenschlusslicht SpVgg Hankofen-Hailing, das gegen Wacker Burghausen durch ein Gegentor in der Nachspielzeit mit 0:1 unterliegt.
In der nominellen Spitzenbegegnung an diesem Ostermontag sichert sich der FV Illertissen einen späten 1:0-Heimsieg gegen Aubstadt, während der FC Bayern II mit demselben Ergebnis gegen Vilzing am Ende die Oberhand behält. Bemerkenswert endet das 2:2 zwischen dem VfB Eichstätt und dem FC Augsburg II, bei dem die Hausherren aus dem Altmühltal einen 0:2-Rückstand binnen acht Minuten egalisieren können.
Der FV Illertissen dominierte den ersten Durchgang im Vöhlinstadion nach Belieben, belohnte sich trotz bester Gelegenheiten aber zunächst nicht. Ein Lattentreffer von Muth (12.) und eine Rettungstat von Schmidl auf der Linie gegen Glessing (14.) verhinderten den frühen Einschlag. Aubstadt agierte defensiv kompakt, blieb offensiv aber harmlos – lediglich Fischer (24.) vergab eine nennenswerte Chance. Kurz vor der Pause ließ Gerstmayer freistehend aus sieben Metern die größte Möglichkeit zur Führung liegen, sodass es trotz klarer Überlegenheit der Hausherren torlos in die Kabinen ging.
Nach dem Seitenwechsel gestaltete sich die Partie ausgeglichener, da die Gäste stabiler standen und durch Severo Sturm (75.) sogar die Riesenchance zur Führung hatten, die FVI-Keeper Witte jedoch glänzend vereitelte. Als vieles bereits auf ein Remis hindeutete, schlug Illertissen in einer späten Druckphase doch noch zu: Yannick Glessing zog in der 84. Minute aus 15 Metern ab und markierte den umjubelten 1:0-Siegtreffer. Vor 278 Zuschauern sicherte sich der FV Illertissen somit einen letztlich verdienten Heimsieg gegen einen offensiv zu harmlosen TSV Aubstadt.
Die erste Halbzeit am Valznerweiher war zunächst von vielen Unterbrechungen und wenig Spielfluss geprägt – kurioserweise sorgte sogar eine defekte Fahne des Assistenten für eine kurze Zwangspause (11.). In einer kampfbetonten, aber fairen Partie blieben Torchancen lange Mangelware: Während Fürths Cabrera deutlich über das Gehäuse zielte (16.), blieb auf der Gegenseite die Pfeife des Schiedsrichters bei einem Zweikampf an Grzywacz stumm (29.). Kurz vor der Pause drehte der Club jedoch eiskalt auf: Zunächst verwertete Abu El Haija eine wuchtige Chaikhoun-Ecke per Fuß über den Innenpfosten zur Führung (45.+1). Nur eine Zeigerumdrehung später nutzten die Hausherren die Fürther Schockstarre gnadenlos aus: Maboulou wurde im Zentrum bedient, drang in den Strafraum ein und erhöhte kompromisslos auf 2:0 (45.+2).
Nach dem Seitenwechsel kam das Kleeblatt jedoch deutlich mutiger aus der Kabine und setzte die Nürnberger mit aggressivem Pressing unter Druck. Die beste Chance zum Anschluss vergab Max Meyer, dessen Direktabnahme das Tor nur um Haaresbreite verfehlte (63.). Die Drangphase der Gäste ebbte jedoch nach gut zwanzig Minuten wieder ab, woraufhin der FCN das Geschehen vor 718 Zuschauern zunehmend kontrollierte. In der Schlussphase agierten die Nürnberger defensiv wieder griffiger und ließen den Ball sicher durch die eigenen Reihen laufen. Dank dieser abgeklärten Leistung brachte der Club den Vorsprung souverän über die Zeit und feierte am Ende einen verdienten Heimsieg – der vierte Dreier in Serie für den FCN II.
Die SpVgg Bayreuth legte furios los und übernahm vor 1135 Zuschauern von Beginn an das Kommando. Nachdem Andermatt zunächst noch im Eins-gegen-Eins an Memmingen-Keeper Dewein gescheitert war (19.), eröffnete Patrick Scheder nur zwei Minuten später den Torreigen der Oberfranken: Er stand nach einem Pfostenschuss von Fesser goldrichtig und staubte eiskalt zum 1:0 ab. Die „Oldschdod“ blieb am Drücker und erhöhte in der 30. Minute sehenswert auf 2:0, als Davide Sekulovic den Ball am Sechzehner eroberte und gefühlvoll über den Torwart lupfte. Memmingen agierte bis dahin fast nur als Statist, kam aber kurz vor der Pause zur ersten Großchance durch David Günes, dessen Versuch vom Bayreuther Schlussmann mit den Fingerspitzen gerade noch entschärft wurde (43.).
Der zweite Durchgang begann für die Gastgeber nach Maß: In der 50. Minute verwertete Nicolas Andermatt eine präzise Zietsch-Flanke per Kopf zum vorentscheidenden 3:0. Zwar schöpfte Memmingen nur zwei Zeigerumdrehungen später kurz Hoffnung, als David Günes nach einer Ecke mit seinem neunten Saisontreffer auf 1:3 verkürzte, doch eine echte Aufholjagd blieb aus. Bayreuth kontrollierte das Geschehen souverän und hätte durch Helm (82.) sogar noch nachlegen können. Am Ende feierte die Spielvereinigung einen hochverdienten 3:1-Erfolg gegen offensiv zu harmlose Gäste und überzeugte dabei vor allem durch eine konsequente Chancenverwertung.
Der TSV Buchbach kann sein perfektes Osterwochenende mit einem leidenschaftlichen 3:1-Heimsieg gegen die SpVgg Ansbach krönen. Vor 629 Zuschauern in der SMR-Arena entwickelte sich zunächst ein ausgeglichenes Spiel, in dem Buchbach zwar spielerisch leichte Vorteile verbuchte, aber immer wieder am starken Ansbacher Keeper Mottl scheiterte. Auch die Gäste blieben gefährlich und zwangen Buchbachs Schlussmann Zech kurz vor der Pause zu einer Glanzparade nach einer Ecke (42.). Da auch Samed Bahar und Ammari ihre Gelegenheiten nicht nutzen konnten, ging es torlos in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel zogen beide Teams das Tempo an. Nachdem Tobias Stoßberger zunächst noch am Pfosten scheiterte (64.), erlöste er den „Kultclub“ nur vier Minuten später per Kopf nach einer Ivelj-Ecke mit dem Führungstreffer. In einer hitzigen Schlussphase erhöhte Dauerbrenner Bahar nach Stoßberger-Vorarbeit auf 2:0 (82.), doch Ansbach machte es durch den Anschluss von Patrick Kroiß (87.) noch einmal spannend. Den Schlusspunkt eines perfekten Osterfestes setzte schließlich Neuzugang Philipp Zimmerer, der in der Nachspielzeit einen Konter eiskalt zum 3:1-Endstand veredelte (90.+4).
Die Würzburger Kickers entführten am Ende verdient drei Zähler aus dem Augsburger Rosenaustadion und feierten einen souveränen 2:0-Auswärtssieg. Vor 815 Zuschauern erwischten die Gäste den besseren Start: Mitten in eine gute Phase der Hausherren hinein schaltete die Rothosen nach einem Ballgewinn blitzschnell um – ein langer Ball fand Tarsis Bonga, der aus 15 Metern eiskalt zur Führung vollstreckte (12.). In der Folge kontrollierten die strukturiert agierenden Mainfranken das Geschehen, während es dem TSV Schwaben Augsburg im Spielaufbau an der nötigen Präzision mangelte, um den Favoriten vor der Pause ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.
Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Kickers die spielbestimmende Mannschaft und drängten rund um die 60. Minute massiv auf die Vorentscheidung. Dass die Partie lange offen blieb, lag vor allem an der bemerkenswerten Moral der Schwabenritter, die sich leidenschaftlich in jeden Zweikampf warfen. Da den Gastgebern in der Offensive jedoch die Durchschlagskraft fehlte, sorgte Peter Kurzweg in der 89. Minute für die endgültige Entscheidung: Nach einem präzise getretenen Freistoß stieg er am höchsten und köpfte zum 2:0-Endstand ein. Würzburg glänzte an diesem Tag mit Effizienz und Abgeklärtheit, während für die Schwaben nichts zu holen war.
Der VfB Eichstätt und die Zweitvertretung des FC Augsburg trennten sich vor 650 Zuschauern im Hirsch-Sportpark mit einem leistungsgerechten 2:2-Unentschieden. In der ersten Hälfte gaben zunächst die Gäste den Ton an: Nachdem Thomas Kastanaras nach einer Ecke per Kopf zur frühen Führung einnetzte (14.), wirkte der VfB offensiv ideenlos. Augsburg hätte die Führung noch vor dem Pausenpfiff ausbauen müssen, doch Aris Isa Malaj drosch den Ball aus zwölf Metern lediglich an den Querbalken (39.). Eichstätt kam zwar durch Nitaj und Meixner zu Gelegenheiten, agierte im gegnerischen Sechzehner aber insgesamt zu harmlos, sodass die knappe Pausenführung der Fuggerstädter absolut in Ordnung ging.
Direkt nach dem Seitenwechsel schien die Vorentscheidung gefallen, als Malaj aus kurzer Distanz auf 0:2 erhöhte (46.). Doch der VfB bewies Moral und kämpfte sich mit einem Doppelschlag zurück in die Partie. Erst verwandelte Jonas Fries einen an Nitaj verursachten Foulelfmeter sicher zum Anschluss (51.), ehe Lucas Schraufstetter nur acht Minuten später im Strafraumgewusel die Übersicht behielt und zum 2:2-Ausgleich einschoss (59.). In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem Fries sogar einen Versuch aus 40 Metern wagte und Augsburgs Bleicher per Freistoß nur knapp das Ziel verfehlte (84.). Am Ende stand nach einer starken Eichstätter Leistungssteigerung eine gerechte Punkteteilung zu Buche.