2024-04-20T08:00:28.265Z

Ligabericht
Jason Sarajlic (Mitte) und seine Fortuna Regensburg gaben im Heimspiel gegen Kornburg eine Drei-Tore-Führung aus der Hand.
Jason Sarajlic (Mitte) und seine Fortuna Regensburg gaben im Heimspiel gegen Kornburg eine Drei-Tore-Führung aus der Hand. – Foto: Florian Würthele

Neumarkter Hattrick-Show beim 7:1 – Cham & Fortuna schieben Frust

Bayernliga Nord, der Samstag: Mjaki und Schrödl gelingt für Neumarkt in Coburg jeweils ein lupenreiner Hattrick +++ Eltersdorf sticht Gebenbach in der 97. Minute aus +++ Ammerthal und WFV überraschen gegen Topteams

Das war so nicht vorherzusehen: Sowohl die SpVgg Hankofen als auch der VfB Eichstätt haben im Titelrennen der Bayernliga Nord Federn gelassen am Karsamstag. Die gastgebenden DJK Ammerthal und Würzburger FV gingen als strahlende Sieger aus dem Spiel. Als Gewinner des Spieltags ging der Tabellendritte SC Eltersdorf hervor, der im Heimspiel gegen Gebenbach in der siebten Minute der Nachspielzeit zum 2:1-Siegtreffer kam. Für mächtig Furore sorgte der ASV Neumarkt, der Aufsteiger FC Coburg auf fremdem Terrain förmlich überrollte und mit 7:1 vom Platz fegte. Jeweils ein Remis, das jedoch einer gefühlten Niederlage gleichkam, fuhren Fortuna Regensburg (3:3 gegen Kornburg) und der ASV Cham (1:1 in Hof) ein.


Erst in der 89. Minute quittierten die Chamer vor 700 Schaulustigen den Gegentreffer von Bayern Hof. Letztlich bleibt beiden Mannschaften durch die Punkteteilung ein großen Schritt in Richtung Ligaerhalt verwehrt. Entsprechend frustriert wirkte ASV-Trainer Faruk Maloku, der in einer ersten Stellungnahme kundtat: „Am Ende ist es ein sehr bitteres Unentschieden für uns, auch wenn man nach dem Spiel von einem gerechten Unentschieden sprechen kann.“ Anschließend ging Maloku ins Detail und wirft bereits den Blicks nach vorne: „Wir haben aus unerklärlichen Gründen die taktische Ordnung übermotiviert aufgegeben. Anstatt das 1:0 nach Hause zu bringen, wollte unsere rechte Seite kurz vor Schluss auf das 2:0 gehen und das wurde bestraft. Das Unentschieden bringt uns tabellarisch nicht weiter. Die Kuh ist wieder auf dem Eis. Wir müssen unseren Blick jetzt nach unten richten und alles dafür tun um die Liga direkt zu halten. Nach dem kommenden spielfreien Wochenende wissen wir wo wir stehen und wie viel Abstand uns zu den Relegationsplätzen bleibt. Jetzt kommen knackige Sechs-Punkte-Spiele auf uns zu und da müssen wir es schaffen, unseren Mann zu stehen.“


In einer torreichen Partie behielten spielerisch überlegen „Jungschanzer“ völlig verdient die Oberhand. Beim Spielstand von 0:3 respektive 1:4 hatte Schlusslicht Feucht hintenraus nichts mehr zu verlieren. Und dann kam der Hausherr mit einem sehr späten Doppelschlag tatsächlich nochmal auf ein Tor heran – die finale Krönung dieser Aufholjagd blieb allerdings aus. Für die Mittelfranken wird das Szenario „Relegations-Einzug“ durch den gleichzeitigen Sieg des Würzburger FV immer unwahrscheinlicher.


Ein Remis gegen die im neuen Jahr so gut performenden Kornburger klingt im ersten Moment annehmbar für Aufsteiger Fortuna Regensburg. Bei Betrachtung des Spielverlauf muss allerdings von einer gefühlten Niederlage gesprochen werden. Denn die Zeiml-Elf lag nach einer halben Stunde bereits mit 3:0 in Führung, überraschte den Gast mit schnellen Tempovorstößen. Nach der Pause kippte das Geschehen und Fortuna gab die komfortable Führung binnen einer Viertelstunde vollständig aus der Hand. „Nach einer starken ersten Hälfte haben wir in der zweiten Halbzeit die Zweikämpfe nicht mehr richtig angenommen und zu pomadig agiert“, versuchte Regensburgs sportlicher Hans Meichel einen Erklärungsversuch fürs Endresultat zu finden. Kornburg fährt mit dem Mindestziel des einen Auswärtspunkts nachhause und bleibt acht Zähler vor den weiter stark Relegations-gefährdeten Domstädtern.


Ein zweikampfintensives Spiel auf Messers Schneide fand in Ammerthal einen glücklichen Sieger. Die DJK macht die Niederlagenserie mit dem zweiten Sieg in Serie endgültig vergessen, während Eichstätt mit der nächsten knappen Niederlage erneut Federn lässt im Aufstiegsrennen. In der Nachspielzeit wurde das Match mit einer glatt Roten und einer Gelb-Roten Karte noch bunt. Heimtrainer Serdal Gündogan sagte: „Ich habe ein ausgeglichenes und zweifelsohne kampfbetontes Bayernligaspiel gesehen. Es ist uns in der ersten Halbzeit zum Teil gelungen, den Gegner von unserem Tor fernzuhalten. Ab dem Zeitpunkt des 0:1 muss ich meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen, sie hat heute erneut gezeigt, dass sie mental stabil ist. Wird haben daran geglaubt, haben unseren Plan verfolgt und im Team gehandelt. Am Ende ist es ein glückliches Ende für uns und es hätte ein Unentschieden auch sein können, aber die Jungs haben sich das in den letzten Wochen und heute in der zweiten Halbzeit erkämpft.“ Und Eichtätts Coach Dominic Rühl ließ durchblicken: „Wir waren in der ersten Halbzeit spielbestimmend und machten verdient das 1:0. Und dann ist es so ein Muster, das wir aktuell haben, dass wir das Spiel in der zweiten Halbzeit nicht 'killen'. Bei mehreren Konterchancen konnten wir den Sack zumachen. Mit dem ersten Schuss aufs Tor bekamen wir das 1:1, beim 2:1 Ammerthals sah ich bei einem 50-50-Zweikampf ein Foulspiel gegen uns. Das hat dann zum Spiel gepasst. Aktuell machen wir vorne unsere Situationen nicht und kriegen die Tore hinten zu einfach. Das war auch heute das Problem.“


Wow: Die Neumarkter haben auswärts ihre Muskeln spielen lassen und Hausherr FC Coburg förmlich überrollt. Bei der Mannschaft von Trainer Lars Müller kommen Erinnerungen hoch an die 3:8-Pleite gegen Ammerthal vom letzten November. Was neben dem nackten Endergebnis Erwähnung finden muss: Mit Selim Mjaki in der ersten sowie Christian Schrödl in der zweiten Spielhälfte gelang gleich zwei Neumarktern ein lupenreiner Hattrick.


Eine knappe Angelegenheit war das in Abtswind! Letztlich sollte ein Kopfballtor von Max Hillenbrand zehn Minuten nach der Pause die Entscheidung zugunsten der Hausherren bringen. Dem Treffer war ein Eckstoß vorausgegangen. Der ATSV Erlangen fand darauf, allen Bemühungen zum Trotz, nicht mehr die passende Antwort und muss weiterhin um den direkten Klassenerhalt bangen. Für den TSV ist's hingegen ein Befreiungsschlag.


Was für ein Fotofinish in Eltersdorf! SCE-Sprecher Thorste Röwe jubelte nach dem Siegtreffer seiner Truppe weit in der Nachspielzeit: „Wenn man in der Nachspielzeit gewinnt, ist es immer etwas glücklich. Insgesamt war es zwar ein verdienter Sieg, den wir gegen Ende erzwungen haben. Aber Gebenbach war stets gefährlich. Es war ein sehr umkämpftes Spiel“, fasste Röwe die intensiven 97 Minuten zusammen.

Aufrufe: 030.3.2024, 18:16 Uhr
Florian WürtheleAutor