Der DFB hat seine Spielordnung angepasst.
Der DFB hat seine Spielordnung angepasst. – Foto: Timo Babic

DFB ändert Spielrecht: "Diverse" haben die Wahl

Ab der kommenden Saison können Personen die sich selbst als "divers" oder nicht-binär identifizieren, selbst entscheiden, ob sie in einem Männer- oder Frauenteam spielen wollen.

Der Deutsche Fußball-Bund hat sein Spielrecht für die kommende Saison geändert. Wie aus einer Mitteilung des DFB hervorgeht, haben demnach trans- und intergeschlechtliche sowie nicht-binäre Personen die Wahl, ob sie in einer Herren- oder Frauenmannschaft spielen wollen. Dies gilt für den Amateur- und Jugendbereich sowie im Futsal.

Ab der neuen Saison gibt es eine neue Regelung im Amateurfußball. Fortan können Personen die sich nicht als Mann oder Frau identifizieren, und demnach in der klassischen Einteilung beim Fußball womöglich nicht in der Mannschaft spielen dürfen, in der sie sich wohlfühlen, zwischen Spielberechtigungen für die Herren und Frauen wählen. Sie können nun zu einem selbstbestimmten Zeitpunkt wechseln oder "zunächst in dem Team bleiben, in dem sie bisher gespielt haben", heißt es in der Mitteilung des DFB.

In den aktuellen Spielordnungen sieht der DFB ab der A-Jugend eine Einteilung bei Mann und Frau vor. "Da es seit 2018 im Personenstandsregister möglich ist, sich als "divers" zu registrieren, nimmt die Anzahl der Personen mit diesem Eintrag zu. Das betrifft gleichermaßen Menschen, die Fußball spielen, weshalb die Festlegung eindeutiger Regelungen umso wichtiger wurde. Denn alle Menschen sollen am Fußball teilhaben können", betont der Verband.

"Fußball steht für Vielfalt"

Eine westliche Wertevermittlung und der Einsatz gegen Diskriminierung, auch aufgrund des Geschlechts, ist in der Satzung des DFB verankert. Ex-Nationalspieler und DFB-Botschafter für Vielfalt, Thomas Hitzelsperger, betont: "Der Fußball steht für Vielfalt, und auch der DFB setzt sich dafür ein. Mit der Regelung des Spielrechts schaffen wir weitere wichtige Voraussetzungen, um auch Spieler*innen unterschiedlichster Geschlechteridentitäten das Spielen zu ermöglichen."

Die Erfahrung zeigt bereits, dass die Wettbewerbsintegrität nicht gefährdet ist. Als erster Landesverband hat Berlin schon 2019 eine entsprechende Regelung eingeführt - mit Erfolg. Denn: "Schließlich haben alle Menschen unterschiedliche körperliche Stärken und Fähigkeiten, die nur gemeinsam im Team zum Erfolg führen, unabhängig vom Geschlecht."

Mammitzsch begrüßt Änderung

Sabine Mammitzsch, die DFB-Vizepräsidentin für Frauen- und Mädchenfußball unterstreicht: "Die Landes- und Regionalverbände, aber auch Zuständige an der Basis signalisieren seit längerem, dass Unsicherheiten herrschen, wie in der Praxis mit trans*, inter* und nicht-binären Spieler*innen umgegangen werden soll. Deshalb begrüßen sie die Einführung einer nationalen, übergreifenden Regelung zum Spielrecht sehr."

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Aufrufe: 023.6.2022, 23:00 Uhr
Marcel EichholzAutor