
Bezirksliga, Kapitänsbinde und eine Saison voller Herausforderungen: Simon Kotte spricht über Verantwortung in schwierigen Phasen, den holprigen Start nach dem Abstieg aus der Landesliga und warum er fest daran glaubt, dass der SV Bad Bentheim in der Rückrunde wieder Stabilität findet.
FuPa: Simon, du bist seit der Saison 16/17 im Herrenbereich aktiv und mittlerweile Kapitän des SV Bad Bentheim. Welche Verantwortung spürst du aktuell besonders in dieser schwierigen Saisonphase?
Simon: Gerade in einer Phase in der es sportlich nicht so läuft wie gewünscht ist es wichtig, dass man als Mannschaft in Takt bleibt. Das hat uns als Mannschaft zwar schon immer ausgezeichnet, ist aber in schwierigen Phasen nicht selbstverständlich und kein Selbstläufer. Da ist dann natürlich das Untereinander abseits des Platzes entscheidend, dass man zusammenhält und gemeinsam versucht es besser zu machen. Da versuche ich natürlich als Mitspieler und Kapitän durch Gespräche und positive Einstellung mitzuwirken.
FuPa: Auf die Euphorie des Bezirksliga-Meistertitels 23/24 folgte ein kurzes, aber intensives Landesliga-Jahr mit anschließendem Abstieg. Warum hat die Mannschaft danach so lange gebraucht, um in der Bezirksliga 25/26 anzukommen?
Simon: Grundsätzlich war es letzte Saison so, dass wir meist wenig Ballbesitz hatten und versucht haben kompakt zu verteidigen. Den Ansatz wollten wir in der Bezirksliga nicht weiterverfolgen und selber aktiv sein. Dass dies nicht auf Anhieb so funktioniert wie in der Meistersaison war uns schon bewusst. In vielen Spielen hat man dann schon gemerkt wie ausgeglichen die Bezirksliga ist - hier kann jeder jeden schlagen und es kommt oft auf Kleinigkeiten an. Hier haben wir durch den Abstieg sicherlich nicht die breiteste Brust gehabt und wenn man dann die ersten Spiele ebenfalls nicht positiv gestaltet wird diese auch nicht größer. Wir mussten uns entsprechend in die Saison kämpfen.
FuPa: Der erste Sieg kam erst im siebten Spiel, davor gab es immerhin zwei Unentschieden. Hat der Mannschaft vielleicht der letzte Schritt gefehlt oder war es auch eine Kopfsache?
Simon: Selbstverständlich spielt der Kopf bei einer längeren Durststrecke eine große Rolle. Das wir die Qualität haben eine erfolgreiche Saison zu spielen wissen wir - es muss aber auch auf den Platz gebracht werden. Der erste Saisonsieg tat dann natürlich sehr gut!
FuPa: Zur Winterpause steht ihr auf Tabellenplatz 13, mit fünf Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge. Würdest du sagen, der freie Fall ist erstmal gestoppt?
Simon: Ich würde es nicht als freien Fall bezeichnen. Klar wirken die Ergebnissen der letzten 1,5 Jahre so und gerade für die Hinrunde hatten wir uns mehr vorgenommen.
FuPa: Woran muss die Mannschaft deiner Meinung nach jetzt am dringendsten arbeiten, um sich in der Bezirksliga zu stabilisieren?
Simon: Ich denke, dass es vor allem die Basics sind, die für uns entscheidend sind. In den vielen engen Spielen entscheiden die Fitness, die Zweikämpfe und generell die Einstellung an dem Tag darüber ob man das Spiel gewinnt oder nicht. Wenn wir dies auf den Platz bringen wissen wir, dass wir fußballerisch auf einem guten Niveau um dann auch die Spiele für uns entscheiden zu können.
FuPa: Wie versuchst du gerade in schwierigen Phasen, das Team mitzunehmen und Ruhe reinzubringen?
Simon: Es ist wichtig mit einer positiven Einstellung voranzugehen. Hierbei dann motivierend auf die Mannschaft einzuwirken.
FuPa: Wann startet eure Vorbereitung auf die Rückrunde und welche Schwerpunkte setzt ihr dabei?
Simon: Wir starten am 26.01. mit der Vorbereitung. In den Wochen werden wir stand jetzt sieben Testspiele bestreiten. Die ersten Schwerpunkte werden sicherlich im Grundlagenbereich liegen um dann mehr und mehr ins spielerische überzugehen. In Bentheim bleibt es aufgrund der Wetterlage immer spannend, was wir machen können und wo wir trainieren. Unsere Trainer haben dabei aber immer ein abwechslungsreiches Programm in petto.
FuPa: Mit Blick auf die Rückrunde: Was ist euer realistisches Saisonziel und was würde für dich persönlich eine erfolgreiche Saison ausmachen?
Simon: Grundsätzlich so viele Punkte wie möglich zu holen und so schnell wie möglich nichts mit den Abstiegsplätzen zu tun zu haben. Wenn wir wieder Stabilität in unser Spiel bekommen und entsprechend Punkte sammeln wird die Rückrunde richtig Bock machen.
Ob als Kapitän, Führungsspieler oder Mitstreiter: Simon Kotte macht deutlich, dass der SV Bad Bentheim die Situation realistisch einschätzt, aber keineswegs den Kopf hängen lässt. Mit harter Arbeit, klaren Basics und einem geschlossenen Auftreten will die Mannschaft in der Rückrunde die nötigen Punkte sammeln, um sich aus dem Tabellenkeller fernzuhalten. Vielen Dank an Simon Kotte für das offene Gespräch und viel Erfolg für die zweite Saisonhälfte!
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