– Foto: Andreas Zobe

MCH mit Abschlusspech in Sachsen

Der MCH Futsal Club lässt zu viele Chancen liegen, wird am Ende müde und verliert in der Bundesliga hoch.

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. Das behauptete einst der deutsche Dichter Matthias Claudius. Damals ahnte er nicht, dass er rund 200 Jahre später Namenspate eines Futsal-Bundesligisten ist, der häufiger Reisen unternimmt – zu Auswärtsspielen. Am Samstag reiste der MCH Futsal Club (MCH für Matthias Claudius Haus Sennestadt) ins knapp 400 Kilometer entfernte, sächsische Hohenstein-Ernstthal.

Beim Ligazweiten und amtierenden Vize-Meister musste sich der MCH Futsal Club letztlich 0:7 geschlagen geben. Doch so deutlich, wie das Ergebnis klingt, war es nicht. Mit einem extrem schmalen Kader machte sich die MCH-Abordnung am frühen Samstagmorgen auf den Weg gen Sachsen. Bei frostigen Minusgraden und stellenweise Schnee führte die erste Etappe nach Erfurt, wo es in der mittelalterlichen Altstadt ein Mittagessen gab. Von da waren es noch 130 Kilometer bis Hohenstein-Ernstthal.

Am Spielort schnappte sich MCH-Trainer Cleverson Pelc seine Mannschaft und unternahm einen kleinen Spaziergang. Danach ging es los.
13 gegen acht. So viel zur jeweiligen Mannschaftsstärke der Kontrahenten. Dem MCH fehlten Vidoje Matic und Kadir Sentürk. Dennoch waren die Bielefelder in der Anfangsphase das aktivere und bessere Team. Hohenstein allerdings machte es clever und überließ dem personell dezimierten Gegner zunächst den Ball. Frei nach dem Motto: „Irgendwann sind sie kaputt.“


MCH-Kapitän Aytürk Gecim hatte direkt in der ersten Minute eine Doppelchance. Er ging allein aufs Tor, seinen Schuss konnte der Keeper zur Ecke lenken. Die Ecke trat Fouad Aghnima, er legte auf für Gecim. Der schoss, aber über das Tor. Auch in der vierten Minute prüfte Gecim den Hohensteiner Schlussmann, der erneut parierte. Und die Gastgeber? Präsentierten bis dahin nicht viel, waren aber in der 5. Spielminute einfach einen Schritt schneller und trafen zur Führung.

Auch davon ließen sich die Bielefelder nicht beirren. Eine Kontersituation eröffnete eine 2:1-Überzahl. Oliver Bollwicht legte auf Aghnima, dessen Schuss landete am Außennetz (8.). Es folgten fünf starke Minuten der Hohensteiner, in denen sie vier Tore erzielten und dem erneut stark aufspielenden MCH-Goalie Nicolas Pacheco dabei keine Chance ließen. 5:0 stand es nach 16 Minuten. Damit war die Messe gelesen. Beim MCH schwanden die Kräfte zusehends.
Nach der Pause agierten die Bielefelder noch mit dem Flying Goalie, schafften sich so eine Überzahl, Tore wollten aber nicht fallen. „Es war sehr schwer und sehr kräfteraubend. Hohenstein hat eine gute Mannschaft, aber ich möchte meinen Jungs ein Kompliment für ihren Einsatz machen“, so MCH-Trainer Pelc.

Aufrufe: 021.11.2022, 12:28 Uhr
bazi/nwAutor