Nach dem Turnier warfen einige Eintracht-Spieler Trikots in Publikum. Das sorgte auf den Rängen für einen unrühmlichen Zwischenfall.
Nach dem Turnier warfen einige Eintracht-Spieler Trikots in Publikum. Das sorgte auf den Rängen für einen unrühmlichen Zwischenfall. – Foto: Dominik Claus

Liliencup: Positives Fazit mit kleinem Wermutstropfen

Auch nach der Pandemie haben die Veranstalter des B-Jugendturniers ein top organisiertes Fußballfest organisiert +++ Polizei muss nach den Feierlichkeiten anrücken

Wiesbaden. Wer am Wochenende in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit zugegen war, der könnte meinen, der Liliencup wäre nie weg gewesen. Denn vieles, was sich beim top besetzten B-Jugendturnier in der hessischen Landeshauptstadt abspielte, erinnerte an die Zeiten vor der Pandemie. Spannung und Klasse in vielen Spielen, top Organisation seitens der Verantwortlichen um Jörg Wintermeyer und Norbert Roth und eine volle Halle an beiden Turniertagen.

Eine Bildergalerie zum Turnier seht ihr hier.

"Am Samstag war sogar noch mehr los als sonst immer", fand Wintermeyer. Insgesamt schätzten die Organisatoren über 3.000 Zuschauer an beiden Turniertagen. Auch bei den Teams war die Lust am Hallenfußball (wieder) entfacht: Alle Teilnehmer hätten bereits signalisiert, dass sie auch 2024 gerne wiederkommen würden. Wobei sich das Turnierfeld 2024 wohl auf zwei, drei Positionen verändern könnte, nach Angaben von Wintermeyer scheinen der HSV und Schalke 04 fürs kommende Jahr gesetzt.

Auch die Debütanten des belgischen Klubs Royal Antwerpen waren nach Wintermeyers Angaben mehr als angetan vom Ambiente und der Organisation der Spielvereinigung Sonnenberg, dessen traditionell chancenlose B-Jugend im Auftaktmatch gegen St. Pauli sogar lange Zeit an der Sensation geschnuppert hatte, nach 2:0-Führung aber noch mit 2:4 unterlegen hatte.

SGE siegt und hat die meisten Fans

Sportlich gab es wenige Teams, die spielerisch überzeugten als in früheren Ausgaben. Viele Spiele waren von Nickligkeiten geprägt, bis auf das Torjäger-Duo von Rapid Wien (Jovan Zivkovic und Daris Djezic) gab es wenige Spieler, die wirklich Finesse versprühten.

Dementsprechend gewann mit Eintracht Frankfurt das Team, das mit viel Körperlichkeit agierte, defensiv gut stand und vorne die entscheidenden Nadelstiche setzte - und die meisten Fans in der Halle hatte. Das machte sich spätestens beim Finale gegen das im Turnierverlauf eigentlich spielstärkere Rapid Wien bemerkbar, das die jungen Adler mit 4:1 für sich entschieden und jedes Tor lautstark von den weit über 1.000 Zuschauern zelebriert wurde. In die Feierlichkeiten der Eintracht vor der "Fankurve" mischte sich auch einer der minimalen Wermutstropfen beim Turnier. Denn die Polizei musste ganz zum Schluss anrücken. Was war passiert?

Alle Highlights des Finales im Video seht ihr hier.

Schlag ins Gesicht und Trikot geraubt

Ein zwölfjähriger Zuschauer hatte ein Trikot gefangen, das einer der SGE-Spieler während ihrer Feierlichkeiten in Richtung Tribüne geworfen hatte. Daraufhin soll er plötzlich einen Faustschlag ins Gesicht erhalten und das Trikot aus der Hand gerissen bekommen haben, berichtet die Polizei. Nach Angaben eines Zeugen soll der Räuber etwa zwölf bis 13 Jahre alt und circa 1,50 Meter groß gewesen sein, er habe braune kurze Haare. Er sei mit der Beute die Tribüne nach oben gerannt und dann verschwunden. Der Zwölfjährige wurde durch den Faustschlag verletzt und musste zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Wer Hinweise hat, kann mit dem Haus des Jugendrechts unter der Telefonnummer 0611-3450 Kontakt aufnehmen.

Aufrufe: 024.1.2023, 17:00 Uhr
Philipp DurilloAutor

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