2024-03-01T12:31:23.136Z

Interview
Die Kosova-Kicker kamen in der bisherigen Saison aus dem Jubeln gar nicht mehr heraus.
Die Kosova-Kicker kamen in der bisherigen Saison aus dem Jubeln gar nicht mehr heraus. – Foto: Florian Würthele

Kosova im Höhenflug: »Der erste Platz ist alles was zählt«

Armando Zani, der sportliche Leiter des Bezirksliga-Primus, spricht über die Gründe für den Erfolg, die Restsaison und seine eigenen Planspiele

Der FC Kosova hat ein beispielloses Halbjahr hinter sich gebracht. Ohne eine einzige Niederlage (16/3/0) schloss die Mannschaft von Trainer Enkel Alikaj die Herbstrunde in der Bezirksliga Süd ab. Mit Abstand stellt man sowohl den besten Sturm als auch die beste Abwehr der Liga. Der Lohn sind elf Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger. Das Tor zur Landesliga scheint von den Regensburgern schon jetzt weit aufgestoßen zu sein! Sportlicher Leiter Armando Zani kennt das Erfolgsrezept – findet aber auch Worte der Mahnung...

Ihr habt Euch ohne eine einzige Niederlage in die Winterpause verabschiedet. Zur Einordnung: Das hatte in der Bezirksliga Süd zuletzt der SC Regensburg im Jahr 2008 geschafft. Was macht Euch nochmal stärker als in der Vorsaison?
Armando Zani (48): Wir haben einen wesentlich breiteren Kader als letztes Jahr. Der zweite Punkt ist, dass wir durch die Neuzugänge an Qualität im Kader dazugewonnen haben. Wir hatten uns vorgenommen, es besser zu machen als letzte Saison. Darauf haben wir hingearbeitet. Im Moment schaut es gut aus, dass wir unsere Ziele erreichen können.

Wobei du im Vorfeld einer Saison nie einen Aufstieg planen kannst. Wir mussten schon was tun, den Kader in der Tiefe und Breite verstärken. Das ist uns gelungen. Mit Ildian Shyti und Kevi Berberi haben wir viel Qualität und auch Mentalität dazubekommen. Auch ein Almir Mujcinovic hat sich als jünger Stürmer sehr gut gemacht und einen Schritt nach vorne gemacht. Wir hatten schon davor eine gute Mannschaft beisammen – allerdings haperte es in den entscheidenden Momenten, was auch dadurch bedingt war, dass wir zu wenige Spieler hatten und der Konkurrenzkampf dadurch nicht so groß war. Unter dem Strich macht es die Mischung aus Qualität, Erfahrung und Mentalität.


Wo siehst Du noch Verbesserungspotenzial?
Gemessen an unseren Torchancen, würden wir uns schon wünschen, dass noch mehr Tore fallen. Und: Gemessen an den Chancen des Gegners, haben wir zu viele Gegentore. Trotzdem sind wir zufrieden, stellen den besten Sturm und die beste Abwehr der Liga. Das ist Jammern auf höchstem Niveau. Wir stehen gut da, haben die gesamte Herbstrunde ungeschlagen absolviert. Eine hervorragende Leistung. Die Mannschaft hat sich eine gute Ausgangsposition für die Restsaison geschaffen. Darüber sind wir sehr froh, wenngleich noch nichts entschieden ist.


Zeichnet sich seit vergangenem März als sportlicher Leiter des FC Kosova verantwortlich: Armando Zani.
Zeichnet sich seit vergangenem März als sportlicher Leiter des FC Kosova verantwortlich: Armando Zani. – Foto: Florian Würthele


Ist die Möglichkeit, eine ganze Saison ungeschlagen zu beenden, ein weiterer Anreiz für die Spieler?
Primäres Ziel ist der Aufstieg, den wir so schnell wie möglich realisieren wollen. Damit wir auch für die neue Saison planen können. Die Mannschaft hat durchaus das Potenzial und die Qualität, um bis zum Saisonende ungeschlagen zu bleiben. Hierfür müsste alles perfekt laufen. Wir hätten Möglichkeit des Ungeschlagen-Seins, ja, das liegt aber natürlich an der Mannschaft selbst sowie an der Motivation der Spieler.


In den Spielen wird deutlich, dass für alle der gemeinsame, mannschaftliche Erfolg im Vordergrund steht.
Das ist wichtig, wenn du Erfolg haben willst. Der mannschaftliche Erfolg steht über allem. Für uns geht es um das große Ganze. Wir wollen die Mannschaft auf dem ersten Platz haben, das ist alles was zählt. Grundsätzlich ist jeder bei uns im Verein herzlich Willkommen. Aber wer nicht mitzieht, dass muss woanders hingehen.


Elf Punkte Vorsprung sind eine Hausnummer. Doch die Saison ist noch lang...
Man darf nicht der Meinung sein, dass man es bereits geschafft hätte. Es wäre fatal zu glauben, dass es jetzt von alleine läuft. Das Bisherige ist schließlich auch nicht von allein gekommen. Die Mannschaft und das Trainerteam haben dafür hart gearbeitet. Wir müssen dranbleiben. Das fängt schon in der Winterpause an, in der sich jeder Spieler individuell fit hält. Wir haben vollstes Vertrauen, dass die Spieler ihre Hausaufgaben machen. Sie wollen ja was erreichen. Gefühlt steckt drei Viertel der Liga im Abstiegskampf. Die Gegner werden uns im Frühjahr nichts schenken und haben den Reiz, uns die erste Niederlage zuzufügen.


Schaut Ihr Euch im Winter nach neuen Spielern um?
Shkelzen Kleqka ist ja zum SV Wenzenbach gewechselt. Wir halten die Augen offen und hätten nichts dagegen, wenn wir jemanden finden, der uns sofort hilft. Das ist im Winter natürlich schwierig, gute Spieler sind rar. Aber wenn sich die Möglichkeit ergibt, werden wir auf dem Transfermarkt tätig. So oder so haben wir vollstes Vertrauen in den jetzigen Kader.


Kannst Du Dir persönlich vorstellen, früher oder später wieder ins Trainergeschäft einzusteigen?
Stand jetzt will ich mit dem Verein und unserer Mannschaft in die Landesliga aufsteigen. Beim FC Kosova habe ich die Möglichkeit, in einem Verein, der Ambition hat, eine Mannschaft zu formen. An sich kann ich mir schon vorstellen, wieder als Trainer einzusteigen. Wichtig wäre mir dabei, dass der Vereinen Ambitionen hat und etwas erreichen will. Im Moment zählt aber nur Kosova. Wir schauen, uns gut für die Rückrunde vorzubereiten.


Das Interview führte Florian Würthele.

Aufrufe: 07.12.2023, 12:30 Uhr
Florian WürtheleAutor