2024-07-12T13:30:11.727Z

Interview
Führte die SpVgg Ramspau als Trainer zum zweiten Aufstieg in Folge: Willi Petz.
Führte die SpVgg Ramspau als Trainer zum zweiten Aufstieg in Folge: Willi Petz. – Foto: Redaktion Regensburg

Ramspau ist Bezirksligist: »Stand mit Gänsehaut da«

Aufstiegstrainer Willi Petz spricht über die Relegation, seine Gedankengänge und neuen Herausforderungen

Grünweißer Rauch stieg am Sonntag auf dem Sportplatz des FC Wald auf, Spieler und Fans lagen sich in den Armen. Später feierten 200 im heimischen Dorf weiter. Dank eines 2:1-Sieges in der Relegation gegen die SpVgg Willmering hat die SpVgg Ramspau den zweiten Aufstieg in Folge und somit den Durchmarsch von der Kreisklasse in die Bezirksliga geschafft. Ramspaus Trainer Willi Petz im Interview...

Der zweite Aufstieg in Folge ist perfekt: Hat damit bei Euch irgendjemand vor der Saison gerechnet?
Willi Petz (59): Ich auf jeden Fall nicht. Wir haben gewusst, dass wir keine schlechte Mannschaft haben. Aber sich in der Kreisliga durchzusetzen, das ist nicht einfach. Vor allem in der Relegation nicht, wo wir sogleich auf einen Bezirksligisten getroffen sind. Auch Willmering war ein richtig guter Gegner. Einige Spieler haben davon geträumt, aber dass es so schnell geht, damit haben wir nicht gerechnet. Wir nehmen es mit, haben es uns verdient. Im Training hatte ich stets zwischen 20 und 35 Leute. Irgendwann trägt diese harte Arbeit Früchte. Wir waren über die gesamte Saison hinweg relativ konstant, wurden mit zwölf Punkten Vorsprung Vizemeister. Das sagt einiges aus.


Was ging Dir durch den Kopf, als es am frühen Sonntagabend vollbracht war?
Meine Spieler waren überglücklich. Damit hatte keiner so wirklich gerechnet, es ist ein Traum für sie. Mit 800 Einwohnern spielen wir jetzt Bezirksliga gegen Tegernheim oder Regenstauf. Abgesehen von Patrick Eberl und Nico Sturm haben wir lauter Einheimische in der Mannschaft. Man muss schon den Hut davor ziehen, welche Arbeit in solch einem kleinen Verein betrieben wird. Dass diese Früchte trägt, ist klasse. Hervorzuheben ist Abteilungsleiter Christian Bleier, der quasi der Uli Hoeneß von Ramspau ist und im Hintergrund sehr viele Arbeiten erledigt.


Was hat Euch zum Relegationssieg gegen Willmering geführt?
Sie hatten ganz klar mehr vom Spiel, das war aber auch so beabsichtigt. Wir waren darauf ausgelegt, kompakt zu stehen und mit Kontern über Nico Sturm und Julian Fritz zum Torerfolg zu kommen. Das hat gut geklappt. Fünf Stammspieler waren zu ersetzen und so sind Spieler, die an Position 14 bis 16 stehen, in die Bresche gesprungen. Mich freut es als Trainer am allermeisten, dass das geklappt hat. Auch der Torwartwechsel hat funktioniert, Martin Bleicher hat seine Sache hervorragend gemacht.


Du hast Euer Flügeltalent Nico Sturm bereits erwähnt...
Nico blüht bei uns dermaßen auf, es macht ihm so viel Spaß. Es ist eine Freude, dem Burschen zuzuschauen. Er haut sich rein in die Mannschaft und in den Verein. Wenn ich dreimal am Tag trainieren würde, wäre er dreimal da. (lächelt) Für uns ein Glücksgriff.


Was war und ist feiermäßig geboten?
Zum Spiel gegen Willmering sind wir zum ersten Mal mit einem Bus gefahren. Als wir am Abend nach Ramspau zurückgekommen sind, standen ungefähr 150 Leute draußen, die ein Feuerwerk mit Raketen und allem drumherum gemacht haben. Ich habe so etwas noch nie erlebt, stand mit Gänsehaut da. Natürlich haben wir dann noch länger gefeiert. Wirklich sagenhaft. Jetzt fliegen 30 Leute auf Mallorca.


Wie läuft die Kaderplanung für die Bezirksliga?
Es wird sich nicht viel tun. Wir haben einen großen, breiten Kader und sind daher nicht voll auf der Suche. Neuzugänge sind kein Muss. Wenn sich etwas ergeben würde, würden wir es uns anhören. Der Spieler muss aber zu uns passen, das ist ganz wichtig. Denn man sieht: Mit Leidenschaft kann man Berge versetzen. Bei uns wird das ganz groß geschrieben.


Wirf doch einen kurzen Blick Richtung neue Saison...
Für uns ist es eine super Sache, dass wir jetzt in dieser interessanten Bezirksliga dabei sind. Es ist natürlich ein Abenteuer für uns. Wir nehmen die Herausforderung natürlich an. Wir sind voller Vorfreude – speziell auf die Derbys – wissen aber gleichzeitig, dass wir mehr tun müssen als bis jetzt. Das weiß die Mannschaft aber. Wir wissen was wir können. Lassen wir uns überraschen, was rauskommt.


Möchtest Du noch etwas loswerden?
Ich habe nach dem Spiel rund 60 WhatsApp-Nachrichten bekommen und davon waren mindestens 30 oder 40 Trainer, die mir gratuliert haben und uns viel Glück für die Bezirksliga gewünscht haben. Ich finde es super, dass in der heutigen Zeit die ganzen Trainer noch so Kontakt miteinander haben und sich für den anderen freuen. Man sieht, dass der Fußball eine große Familie ist. Seit 54 Jahren habe ich mit Fußball zu tun und habe hier viele Freunde gefunden. Es ist ganz toll, dass die Trainer solch ein gutes Verhältnis untereinander haben.


Das Interview führte Florian Würthele.

Aufrufe: 05.6.2024, 14:35 Uhr
Florian WürtheleAutor