2024-07-17T10:40:36.325Z

Spielvorbericht
Ruhe bewahren: Steven Toy kann mit dem Kirchheimer SC die Saison mit dem Aufstieg in die Bayernliga krönen.
Ruhe bewahren: Steven Toy kann mit dem Kirchheimer SC die Saison mit dem Aufstieg in die Bayernliga krönen. – Foto: brouczek

Kirchheimer SC trennen 90 Minuten von der Bayernliga

KSC steht vor größtem Erfolg der Vereinsgeschichte

In dieser Saison gibt es in der irren Landesliga Südost nichts, was es nicht. Zum Finale ist sogar möglich, dass fünf Mannschaften punktgleich sein könnten.

Kirchheim – Es liegt am Kirchheimer SC, die großen Rechenspiele der direkten Vergleiche um Platz eins zu unterbinden. Mit einem Heimsieg gegen Holzkirchen (Samstag, 14 Uhr) kann man Meister werden und erstmals in der Vereinsgeschichte in die Bayernliga aufsteigen.

Das Aufstiegsrennen ist ein Fall für Fünf mit Kirchheim (56 Punkte), Traunstein (55), Wasserburg (53), Karlsfeld (53) und Brückmühl (53). Mit einem Sieg steigt der KSC auf, mit einem Unentschieden hätte man zumindest den Relegationsplatz zwei sicher und selbst bei einer Niederlage ist Kirchheim ganz gut im Geschäft um Rang eins oder zwei. In dem Fall sollte Wasserburg nicht gewinnen, weil Kirchheim dem Dritten zweimal unterlegen war.

„Nach der Niederlage in Freising habe ich definitiv nicht mehr damit gerechnet, als Erster in den letzten Spieltag zu gehen“, sagt Trainer Steven Toy. Seine Mannschaft hat gegen den Fast-Absteiger alles falsch gemacht, 2:5 verloren und eben doch die Spitze verteidigt. Die Formel für Holzkirchen ist einfach: Alles anders als in Freising machen. „Wir haben dort gefühlt keinen Zweikampf gewonnen“, sagt Toy und hofft, dass man nach einem Abend zum Vergessen nun wieder die Grundtugenden des Fußballs auf den Platz bringt. Dann stehen die Chancen gut gegen Holzkirchen, das mit 43 Punkten auf Rang zwölf steht und bei einem Abstand zur Abstiegsrelegation noch nicht gesichert ist. Für beide Vereine geht es viel und Holzkirchen muss für die Rettung aus eigener Kraft auch gewinnen. Steven Toy hat in seiner Karriere alles erlebt und kennt solche Spiele, in denen es mehr auf die eigenen Nerven als das fußballerische Können geht: „Mir ging es immer so, dass ich nach dem ersten Zweikampf nur noch das Spiel und nicht mehr die Tabelle gesehen habe.“

Der Trainer denkt kurz vor dem größten Triumph der Vereinsgeschichte aber auch an den Tiefpunkt. In der vergangenen Saison startete man mit elf Spielen ohne Sieg, verlor zweistellig in Unterföhring (1:10) und war gefühlt Absteiger Nummer eins. „Jeder andere Verein hätte mich entlassen“, sagt Toy, „und hier hat der Verein mein Rücktrittsangebot abgelehnt.“ Das tiefe Tal schweißte zusammen und nun fehlen nur noch 90 Minuten zur Bayernliga. Aufstellungstechnisch wird Toy zum 2:5-Desaster von Freising wenig ändern. Es geht vielmehr darum, die Einstellung für den größten Kick der Vereinsgeschichte zu ändern. Es winken so tolle Bayernligaspiele gegen den Gemeindenachbarn SV Heimstetten in der Bayernliga. Dort hat Toy einst gespielt und gefühlt waren die beiden Vereine aus dem Gemeindegebiet in unterschiedlichen Fußballwelten unterwegs. Hauptort Kirchheim ist 90 Minuten von der Augenhöhe mit dem Ortsteil Heimstetten entfernt.

KSC: Babic, Ecker, Hert, Jacobi (Maiberger), Baitz, Huskic, Zabolotnyi, Zielke, Cazorla, Mauerer, Özdemir. nb

Aufrufe: 026.5.2023, 19:20 Uhr
Nico BauerAutor