2024-03-01T12:31:23.136Z

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Wohlverdiente Winterpause: Trainer Alper Kayabunar hat mit Türkgücü die sportlichen Erwartungen übertroffen.
Wohlverdiente Winterpause: Trainer Alper Kayabunar hat mit Türkgücü die sportlichen Erwartungen übertroffen. – Foto: IMAGO/Fotostand / Jovic

„In jeder anderen Regionalliga wären wir Erster“: Türkgücü-Hinrunde begeistert Trainer Kayabunar

Nur Würzburg und Vilzing besser

Vom Kellerkind zum Titelanwärter: Türkgücü legt eine erstaunliche sportliche Entwicklung hin und lässt sich auch von Stadionproblemen nicht ausbremsen.

München – Türkgücü ist eine der positiven Überraschungen der Regionalliga-Saison. Nach Insolvenz und Zwangsabstieg hielten die Münchner in der vergangenen Spielzeit gerade so die Klasse. Dieses Jahr überwintern sie auf Platz drei. „Sportlich gesehen haben wir unsere Ziele zu 100 Prozent erreicht“, sagt Trainer Alper Kayabunar, „in jeder anderen Regionalliga bist du mit unserem Punkteschnitt normalerweise Erster.“

Und er hat recht. 43 Zähler nach 20 Spielen bedeuten im Schnitt 2,15 Punkte pro Partie. Die Tabellenführer der anderen vier Regionalliga-Staffeln liegen allesamt darunter. In Bayern gibt es aber noch die ungeschlagenen Würzburger Kickers, die „eine brutale Saison spielen“ (53 Punkte nach 21 Spielen), und das Überraschungsteam aus Vilzing (50 Punkte).

Türkgücü München fast vier Monate ohne Pflichtspiel

Mit einem 2:1-Sieg in Illertissen, dem vierten in Serie, verabschiedete sich Türkgücü München bereits Anfang November ungewollt in die Winterpause. Seitdem fielen das Totopokal-Viertelfinale gegen Drittligist Ingolstadt sowie die beiden Liga-Spiele gegen Ansbach und Aubstadt der bayerischen Witterung zum Opfer. „Schade, mit den Ausfällen. Wir waren gerade richtig gut drauf und hätten auch gegen Ingolstadt sehr große Chancen auf das Weiterkommen gehabt“, ist sich Kayabunar sicher.

Jetzt ruht der Ball an der Heinrich-Wieland-Straße. Im Hinblick auf das erste Pflichtspiel des neuen Jahres, am 2. März gegen Aschaffenburg, will Türkgücü den Trainingsbetrieb zum 22. Januar wieder aufnehmen. Je nachdem, wann die Nachholspiele terminiert werden, auch schon eine Woche früher.

Türkgücü trotzt der Stadionsituation

Ein leidiges Thema, das die Münchner auch in 2024 begleiten wird, ist die Stadionsituation. Die heimische Bezirkssportanlage an der Heinrich-Wieland-Straße ist nicht regionalligatauglich. Im Grünwalder Stadion dürfen, wie die SZ berichtete, aus Gründen des Emissionsschutzes maximal 50 Spiele pro Saison ausgetragen werden. Für die Ligaspiele des TSV 1860 München und der FCB-Reserve sind insgesamt 36 Austragungen geblockt, zwei weitere für mögliche DFB-Pokal-Spiele. Somit bleiben Türkgücü lediglich zwölf Partien pro Saison.

Für seine Heimspiele weicht Türkgücü deshalb immer wieder auf die Sportanlage in Heimstetten aus. Zur Farce verkam das Totopokal-Viertelfinale gegen Ingolstadt. Die Partien im Grünwalder waren aufgebraucht, mit Heimstetten war ausgemacht, dass dort im Winter nicht gespielt würde. Weil auch Fürstenfeldbruck, Garching und Ismaning absagten, sollte die Begegnung schließlich in Rosenheim stattfinden. „Für alle, die da wirklich Tag für Tag auf dem Platz stehen, ist es einfach nervig“, sagt Kayabunar. Stolz macht ihn, wie die Mannschaft mit dieser und anderen schweren Situationen seit dem Sommer umgegangen ist: „Der Zusammenhalt im Team ist unglaublich. Egal was war, wir haben es immer geschafft, 100 Prozent auf dem Platz zu geben und alles dafür zu tun, die Spiele zu gewinnen.“

Für Kayabunar neigt sich ein, wie erhofft, besonderes Jahr dem Ende: „Ich habe mir am Anfang der Saison gewünscht, dass es eine wird, an die sich die Spieler noch in vier, fünf Jahren erinnern und sagen: ‚Das mit Türkgücü damals war einfach eine geile Saison.‘ Stand jetzt würde ich das so von meiner Seite her auf jeden Fall unterschreiben.“ (Simon Jacob)

Aufrufe: 07.12.2023, 13:17 Uhr
Simon JacobAutor