2024-06-12T11:40:35.807Z

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Ludwig Trifellner (hier beim Handshake mit Ex-Löwenkeeper Michael Hofmann) sieht den Schlüssel zum Erfolg bei der Bekämpfung der zunehmenden Gewalt auf den Fußballplätzen bei den Trainern.
Ludwig Trifellner (hier beim Handshake mit Ex-Löwenkeeper Michael Hofmann) sieht den Schlüssel zum Erfolg bei der Bekämpfung der zunehmenden Gewalt auf den Fußballplätzen bei den Trainern. – Foto: Imago Images

Gewalt auf dem Fußballplatz: Trifellner nimmt Trainer in die Pflicht

Der Sprecher der Gemeinschaft der Fußballtrainer (GFT) in Bayern schlägt Alarm

Es ist leider mittlerweile mehr die Regel als die Ausnahme: Gewalt auf dem Fußballplatz! Tätlich angegriffene Schiedsrichter, übereifrige Eltern bei einem Jugendspiel, die sämtliche Manieren vergessen und sich an die Wäsche gehen. Trauriger Alltag nicht nur auf den bayerischen Fußballplätzen. Aber wie gegensteuern? Ludwig Trifellner, seines Zeichens 1. Vorsitzender der GFT (Gemeinschaft der Fußballtrainer) in Oberbayern und zudem Sprecher der GFT in ganz Bayern, hätte da einen Ansatzpunkt. Der erfahrene Übungsleiter sieht dabei die Trainer ganz besonders in der Pflicht.

"Es ist erschreckend, wie oft mittlerweile Schiedsrichter zum Ziel von tätlichen Angriffen werden. Da brauchen wir uns dann auch nicht wundern über einen akuten Schiedsrichtermangel. Wer bitte tut sich denn das noch an?", fragt Ludwig Trifellner besorgt. Eine besondere Verantwortung, dass die Sitten auf den Plätzen des Freistaats nicht noch weiter verrohen, sieht der gebürtige Niederbayer bei den Coaches: "Die Trainer haben den meisten Einfluß. Wenn einer an der Seitenlinie schon rumhampelt wie ein Wilder, dann gibt`s meistens auch auf dem Platz Stress. Wir müssen bei der Trainerausbildung noch mehr sensibilisieren. Besonnenheit ist da gefragt."


Klare Kante: Rote Karte für Gewalt und Beleidigungen!



Wie sich Trifellner das in der Praxis vorstellt? "Die Trainer müssen dann zum Beispiel auch mal bei Jugendspielen den Eltern in großer Runde und in aller Deutlichkeit klarmachen, dass Beleidigungen auf dem Fußballplatz nichts verloren haben, und Gewalt schon gleich gar nicht. Wir müssen auch die Zusammenarbeit zwischen Trainern und Schiedsrichtern ausweiten. Wir müssen das Miteinander, das auch in der Gesellschaft immer mehr verloren geht, wieder mehr in den Fokus rücken."


Auch Trifellner plädiert dafür: Trainer sollten selbst zur Pfeife greifen.


Mittlerweile müssten Vereine Ehrenamtliche einsetzen, die dafür sorgen, dass bei Spielen die Lage nicht eskaliert. "Das kann`s nicht sein. Das ist meiner Meinung nach der falsche Ansatz", betont Trifellner und bringt zugleich einen Vorschlag ins Spiel: "Es wäre eine Überlegenheit wert, ein Sperrensystem einzuführen. Trainer, die in schöner Regelmäßigkeit auffällig und ausfällig gegenüber Schiedsrichtern und Gegnern werden, wird die rote Karte gezeigt. Wer dreimal Rot sieht, dem wird die Lizenz entzogen. Oder wer dreimal Rot kriegt, der muss selbst ein Jugendspiel pfeifen. Ich glaube, der Perspektivwechsel würde einigen richtig gut tun. Nach dem Motto: Hoppla, so einfach ist das doch nicht. Dann denkt bestimmt der ein oder andere mal über sein eigenes Fehlverhalten nach."

Aufrufe: 031.1.2023, 09:00 Uhr
Mathias WillmerdingerAutor