– Foto: Raphael Steiner

Blumenau patzt in der Woche der Wahrheit

Krise zur Unzeit - Sentilo verspielt den Aufstieg

Mit nur zwei Punkten aus drei Spielen haben die Blumenauer ihre gute Ausgangsposition verspielt und keine Chance auf den Aufstieg mehr. Mit den richtigen Ergebnissen hätte man das Tor zur Kreisklasse weit öffnen können.

Gegen den direkten Konkurrenten FC Kosova gab es das erwartet intensive Spiel in Aubing. Ab der dritten Spielminute zeigte man eine gute Leistung. Zu diesem Zeitpunkt führten die Gastgeber jedoch schon mit 1:0.In der Folge übernahm der SVSB die Kontrolle über die Partie, schaffte es aber nicht, die Torchancen zu nutzen. Entweder war die Latte im Weg (insgesamt fünf Mal) oder man scheiterte an sich selbst.In der zweiten Halbzeit verwandelte Yifei Zhan einen Abpraller vom Aluminium zum hochverdienten Ausgleich. Kurz später, mitten in die Blumenauer Drangphase, fiel der Schiedsrichter auf eine kosovarische Schwalbe herein. Den fälligen Elfmeter verwandelte der Stürmer souverän. Der erneute Ausgleich gelang Cosmin Constantin dann in der 86. Minute als er einen Freistoß von Franz Beckert per Hacke ins Tor verlängerte. Zwar ließ der Druck nicht nach, ein Tor fiel auch in der Nachspielzeit nicht mehr.

Gegen den ESV München konnte man verdient nicht gewinnen. Zwar hatte man in der ersten Halbzeit weitgehend die Kontrolle, erspielte sich jedoch kaum Chancen. Das 1:0 nach schöner Kombination über Andreas Breitsameter auf Zhan verlieh jedoch nicht die erwartete Sicherheit. Kurz darauf nutzten die verstärkten Gastgeber eine Unsicherheit nach einem Freistoß und glichen aus. Nach der Pause starteten die Blumenauer stark, verpassten jedoch die erneute Führung. Im Verlauf des Spiels verlor man immer mehr die Ordnung und öffnete den Eisenbahnern ungewohnte Räume und Chancen. Nur dank der fahrlässigen Chancenverwertung konnte man am Ende einen Punkt entführen.So gab es im Heimspiel gegen den TSV Solln nur noch theoretische Chancen. Vom 16-Mannkader der letzten beiden Spiele musste das Trainerteam jedoch gleich sieben Ausfälle ersetzen. Dennoch ließ man sich nicht hängen und spielte ordentlichen Fußball. Man ließ sich auch nicht von der überharten Gangart der Gäste aus dem Konzept bringen. Nach einer Reihe von übertriebenen Tacklings musste schon früh der erste verletzte Spieler ausgewechselt werden.Trotzdem führten die Sollner in der Pause mit zwei Toren. Beide Tore wurden jedoch direkt von Blumenauern aufgelegt während man selbst nur den Pfosten oder Gegner traf.In der zweiten Halbzeit fielen dann Tore auf beiden Seiten. Davit Sikharulidze und David Vidovic sorgten, jeweils nach Standards, für den Ausgleich. In der 77. Und 82. Minute trafen die Sollner wieder aus heiterem Himmel. Das Spiel war entschieden und daran änderte auch das 3:4 von Veljko Jovanovic nichts mehr. Negativer Höhepunkt war ein rotwürdiges Foul an einem Sollner, der benommen mit blutiger Nase liegen blieb. Gute Besserung an dieser Stelle.Die Nachspielzeit hatte noch das 3:5 und eine hart erarbeitete Gelb-Rote Karte für den Gästekapitän parat.

Somit steht man nach dem spielfreien Wochenende, vor dem letzten Spieltag, auf Platz vier und hat keine Chance mehr auf den Aufstieg. Eine große Chance wurde fahrlässig liegengelassen, vor allem in den direkten Duellen mit Kosova und Gräfelfing. Im bedeutungslosen Spiel gegen den ESV München II will man sich trotzdem mit einem Sieg von den Fans verabschieden und mit einem Erfolgserlebnis in die Sommerpause gehen.

Aufrufe: 023.5.2022, 12:53 Uhr
Marco BahrAutor