Nun bekommt er genau diese Bühne dennoch - nur nicht mit Dassendorf, sondern mit Eintracht Norderstedt. Der Schritt ist sportlich reizvoll: Aus der Oberliga Hamburg geht es für Kocadal in die Regionalliga Nord, in der Norderstedt auch in der kommenden Saison vor allem den Klassenerhalt als Ziel ausgeben wird.
Kocadal spricht von „extrem gutem Gefühl“
Kocadal selbst beschreibt die Gespräche mit dem Verein als entscheidend. „Als der erste Kontakt zustande kam, bin ich in das Gespräch gegangen, wohl wissend, dass ich wahrscheinlich einer von vielen Kandidaten bin“, berichtet der neue Trainer bei seiner Vorstellung. Am Ende habe er jedoch „ein extrem gutes Gefühl“ gehabt, „weil die Gespräche sehr wertschätzend und auf Augenhöhe waren und ich einfach gemerkt habe, dass wir die gleichen Werte und Ziele verkörpern und nicht weit auseinander liegen, was die sportliche Ausrichtung angeht.“
Der 42-Jährige ist hauptberuflich Lehrer, war als aktiver Spieler selbst Innenverteidiger und gilt als Trainer, der klare Vorstellungen von Struktur, Intensität und Mannschaftsführung mitbringt. Genau das überzeugte die Verantwortlichen.
Spitzer: „Ganzheitlich überzeugt“
Sportchef Frank Spitzer lobt vor allem Kocadals Auftreten und seine inhaltliche Klarheit. „Özden hat mich im persönlichen Gespräch direkt überzeugt. Seine Spielphilosophie, seine Gedanken zu den Inhalten mit und gegen den Ball sowie seine Qualitäten in der Mannschaftsführung und die hohe soziale Kompetenz passen ideal zu unseren Vorstellungen“, sagt Spitzer.
Auch im Gespräch mit dem Präsidium habe Kocadal einen starken Eindruck hinterlassen. „Wir alle waren nach seiner Präsentation ganzheitlich überzeugt, dass er der Trainer ist, den wir für unsere Idee von Fußball suchen“, berichtet Spitzer. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen.
Norderstedt erwartet keine Wunderdinge
Trotz der klaren Überzeugung bleibt Norderstedt in der Zielsetzung realistisch. Der Verein weiß, dass die Regionalliga-Saison erneut anspruchsvoll werden dürfte. Spitzer formuliert das offen: „Wir freuen uns sehr, dass Özi sich für uns entschieden hat, auch in der Gewissheit, dass es für Eintracht Norderstedt immer eine schwere Saison werden kann, weil schon aus finanziellen Gründen das Ziel immer nur sein kann, die Klasse zu halten. Das wird in der nächsten Saison nicht anders sein.“
Gleichzeitig traut der Sportchef dem neuen Trainer zu, schnell eine Verbindung zur Mannschaft aufzubauen. Entscheidend werde sein, „dass wir mit dem Trainer und der Mannschaft ganz schnell eine Einheit hinkriegen und wir alle gemeinsam in die Regionalliga gehen mit dem festen Glauben daran, dass wir eine gute Saison spielen können.“
Auftakt am 22. Juni
Kocadals erster Arbeitstag ist bereits terminiert: Am 22. Juni bittet er die Mannschaft an der Ochsenzoller Straße zum Auftakttraining. Bis dahin endet für ihn noch die Saison mit Dassendorf, danach beginnt das neue Kapitel in Norderstedt.
Der künftige Eintracht-Trainer blickt entsprechend gespannt auf seine neue Aufgabe: „Ich freue mich auf die neue Aufgabe in einem sehr professionellen Umfeld und die Chance, in einer neuen Liga mit neuen Spielern neue tolle Erfahrungen zu sammeln und mich als Trainer weiterzuentwickeln. Ich möchte mich ganz herzlich bei den Verantwortlichen für die guten Gespräche und die Chance bedanken und kann es kaum erwarten, die Mannschaft kennenzulernen.“
Für Norderstedt ist die Personalie ein klarer Schnitt nach dem Klassenerhalt. Für Kocadal ist es der nächste Schritt auf der Trainerleiter - von einem Oberliga-Spitzenklub zu einem Regionalligisten, der wieder einmal um Stabilität kämpfen wird.