2024-02-29T12:18:27.553Z

Ligabericht
Lars Müller wird weiter eines der Gesichter des FC Coburg bleiben. Nicht mehr als Trainer, aber als Sportlicher Leiter.
Lars Müller wird weiter eines der Gesichter des FC Coburg bleiben. Nicht mehr als Trainer, aber als Sportlicher Leiter. – Foto: Paul Hofer

Coburg kreativ: Trainer wird Fußballchef, und Jugendcoach Trainer

Lars Müller bleibt nun doch beim Bayernligisten - aber als Sportlicher Leiter. Carl-Philipp Schiebel wird sein Nachfolger auf der Bank der Vestekicker.

Lars Müller und der FC Coburg - das ist mehr als nur ein schlichtes Trainer-Verein-Verhältnis. Das wird nun so richtig deutlich. Eigentlich wollte sich der 42-Jährige zurückziehen, weil ihm der Aufwand - einfache Fahrstrecke: 50 Kilometer - zu groß geworden ist. Weil man sich aber gegenseitig schätzt und die Bindung keinesfalls lösen wollte, haben sich der Bayernligist und sein Coach auf eine weitere Zusammenarbeit geeinigt: Lars Müller wird künftig als Sportlicher Leiter der Vestekicker agieren. Und auch sein Nachfolger steht fest. Es ist Carl-Philipp "Calle" Schiebel, einst FC-Spieler und zuletzt im Nachwuchs der Oberfranken aktiv.

Verliert der FC Coburg mit dieser internen Lösung den so wichtigen Blick über den Tellerrand hinaus? Ist es gut, dass der Vorgänger auf der Trainerbank der Chef des Nachfolgers ist? Oder ist der Weg der Vestekicker einfach nur kreativ und - mit einer gehörigen Brise Wagenburg-Mentalität im Rücken - erfolgreich? "Ich glaube nicht, dass es zu irgendwelchen Problemen kommen wird", macht Lars Müller deutlich. Freilich, dass solche Worte aus seinem Mund kommen, sind sie doch typisch Funktionär. In der Vergangenheit hat der Thüringer aber bereits mehrmals bewiesen, dass er nicht auf Plattitüden setzt, sondern ein Mann der klaren und ehrlichen Aussagen ist. Und, was noch hinzukommt, er lebt den FC inzwischen durch und durch.

"Der FC Coburg ist und bleibt ein besonderer Verein für mich", gibt er zu. Deshalb hatte er auch sogleich ein offenes Ohr, als die Verantwortlichen nach seinem verkündeten Rückzug als Trainer im Sommer mit einer Idee auf ihn zugekommen sind. Man wollte den Aufstiegshelden behalten, als Sportlicher Leiter. Der Aufwand eines derartigen Postens steht dem eines Trainers in nicht viel nach. Allerdings: "Ich kann viel Organisatorisches von Zuhause aus machen und muss nicht mehr viermal pro Woche auf dem Trainingsplatz stehen", erklärt Müller dazu.

Dieses Mehr an Freiheit überzeugte ihn. "Das ist eine spannende Aufgabe", versichert er - und wird auch etwas emotional: "Es ist schön, dass der FC Coburg da auf mich zugekommen ist. Ein weiterer Beweis der gegenseitigen Wertschätzung." Der Wechsel in die Administration ist aber noch in weiter Ferne für den aktuellen Coach. Derzeit befindet er sich in der Vorbereitung auf die Frühjahrsrunde. Und alles ist auf ein Ziel ausgerichtet: "Wir wollen die Mission Klassenerhalt erfüllen."

In den nächsten Monaten wird Carl-Philipp "Calle" Schiebel noch die Rolle des interessierten Beobachtes einnehmen, ehe er zur neuen Saison in die erste Reihe rücken wird. Für ihn, als Coburger Junge, sei es natürlich der "bestmögliche Trainerjob im Raum Coburg", den er demnächst ausfüllen darf. "Da ich alle Jungs und alle Abläufe bestens kenne, sollte es eher Vor- als Nachteil sein, dass ich Stallgeruch habe."

Dass mit Lars Müller sein Vorgänger dann sein Chef ist, stört den 32-Jährigen nicht weiter. Sogar das Gegenteil ist der Fall. "Das mit Lars wird top. Wir haben die vergangenen beiden Jahre sowieso schon täglich telefoniert oder auf dem Platz gesprochen und überragend zusammengearbeitet. Von daher wird sich wenig ändern."

Aufrufe: 013.2.2024, 08:35 Uhr
Helmut WeigerstorferAutor