
Wiesbaden. Vor fünf Monaten hatten Matthias Güldener und der Gruppenligist SG Rauenthal/Martinsthal ihre Zusammenarbeit beendet. Geht es nach Güldener, soll die vereinslose Zeit bald vorbei sein. Er sei bereit, eine neue Herausforderung anzunehmen, bekräftigt er im Gespräch mit unserer Redaktion. "Irgendwann fehlt der Ausgleich, der Wettbewerb, das Zwischenmenschliche. Wenn selbst meine Freundin sagt, es wird Zeit sich etwas neues zu suchen, dann wird es Zeit", sagt Güldener.
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Über die vorzeitige Trennung im Oktober vergangenen Jahres von der SG Ra/Ma sagt Güldener, er hätte zwar gerne weitergemacht, könne aber auch verstehen, warum die Verantwortlichen in der Situation die Reißleine gezogen haben. Nachdem er bis in den Dezember den Abstand zum Fußball genossen und gebraucht habe, brenne das Feuer seit Beginn des Jahres wieder in ihm. Anfragen habe es in seiner Auszeit einige gegeben, jedoch gab es nichts, was konkret wurde oder zu ihm und seinen Vorstellungen gepasst habe. "Einsteigen würde ich bei Vereinen ab der Gruppen- oder Landesliga aufwärts. Ambitionierte Bezirksligisten und Kreisoberligisten sind auch interessant", sagt der 38-Jährige. Wichtig bei einem neuen Verein sei ihm vor allem eine stabile Gesamtstruktur und die Manpower im Umfeld.
Mittlerweile blickt er auf zwölf Jahre Erfahrung als Trainer mit Stationen in gleich drei Fußballregionen (Rheinhessen, Südhessen, Wiesbaden) mit. Güldener war bei Basara Mainz, coachte anschließend den VfB Ginsheim in der Hessenliga, in Ingelheim und war wie berichtet zuletzt bei der SG RaMa. Mit jeder der Stationen verbinde er schöne private, wie sportliche Momente. Die vier Aufstiege in Folge bei Basara, der Kreispokalsieg mit Ginsheim oder der Aufstieg mit der Doppelmeisterschaft der ersten und zweiten Mannschaft bei Ra/Ma seien seine die bisherigen sportlichen Highlights seiner Karriere gewesen. Auch die Möglichkeit jungen Spielern bei der Entwicklung zum Profi weiterzuhelfen wie Maximilian Kissel, der jüngst von MLS-Klub Inter Miami gedraftet wurde, sei ein "wunderschönes Gefühl".
Im Umgang mit seinen Spielern sei das Gleichgewicht aus Nähe und Distanz - "Zuckerbrot und Peitsche" - für ihn essentiell. Die Arbeit und das Vertrauen in junge Spieler habe sich für ihn immer bewährt in seiner Karriere. Diesen Weg würde er auch bei einem neuen Verein gerne weitergehen. Zur Vorstellung, wie seine Mannschaft spielen solle, merkt er lachend an: "Eine perfekte Güldener-Mannschaft setzt immer das um, was der Trainer will". Er wolle immer einen schnellen Fußball mit wenigen Kontakten und viel Positionsrotationen spielen lassen. Die wichtigsten Begriffe sind für ihn: "Struktur, Tempo, Organisation und Mut".
Zur Serie: In dieser Reihe porträtieren wir ehemalige Trainer und Funktionäre, die derzeit nicht bei einem Team aus der Region an der Seitenlinie stehen. Ihr habt Vorschläge für einen Protagonisten, der Teil der Serie werden soll?
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