Amateurbereich droht lange Pause: „Können von Glück reden, wenn wir im März schon trainieren“
Montag 21.12.20 08:53 Uhr|Autor: Münchner Merkur (Würmtal) / Julian Betzl11.066
BFV-Kreisspielleiter Bernhard Slawinski spricht über die Fortsetzung der Saison im Amateurbereich. Foto: BFV

Amateurbereich droht lange Pause: „Können von Glück reden, wenn wir im März schon trainieren“

BFV-Kreisspielleiter Slawinski über die Fortsetzung der Saison
Für Münchens BFV-Kreisspielleiter Bernhard Slawinski ist die sportliche Fortsetzung des Fußball-Ligapokals inzwischen „mehr Wunsch“ als realistische Prognose.


Würmtal – Der verschärfte Corona-Lockdown erhärtet bei Bernhard Slawinski den Eindruck, dass die Winterpause für die Amateurfußballer wohl ein gutes Stück länger ausfallen könnte, als er es noch vor Kurzem gehofft hat. Dabei erklärte der Spielleiter im Kreis München des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) in einer Rundmail an alle Vereinsvertreter bereits damals, dass man sich in einer Situation befinde, „deren Ende sich nicht einschätzen lässt“. Bis auf Weiteres fehlt auch Slawinski eine zuverlässige Glaskugel, nichtsdestoweniger wollte er seinen Kreisvereinen eine Art Fahrplan für den Ligapokal-Wettbewerb im Frühjahr an die Hand geben. Prinzipiell sieht Slawinskis Grobplanung zur sportlichen Beendigung des Zusatzwettbewerbs für alle Spielklassen von der Kreisliga abwärts einen Turniermodus vor (wir berichteten). Details sollen im Januar bekannt gegeben werden.

„Ziel bleibt es, die Punktspiele vor dem Pfingstwochenende zu beenden“

Bereits jetzt sind im Spielplan die beiden Wochenenden 20./21. März für zwei Zwischenrunden sowie 3. bis 5. April (Ostern) für die Halbfinals und Finals reserviert. Dem Kreisliga-Sieger winkt ein Startplatz in der Bezirksliga, in den Klassen darunter werden jeweils zwei oder mehr Aufstiegstickets ausgespielt – beziehungsweise im Abstiegsfall der Klassenerhalt als Belohnung.

Darüber hinaus schrieb Slawinski den Vereinsvertretern: „Unser Ziel bleibt es, die Punktspiele vor dem Pfingstwochenende zu beenden. Aktuell sind nur die Relegationsspiele zum Aufstieg in die Bezirksliga an Pfingsten geplant.“ Kurzum: Der Ligabetrieb hat oberste Priorität, notfalls wird als erstes der Pokal gestrichen. An dieser Grundhaltung hat sich im Verband von der Einführung des Ligapokals im Herbst bis heute nichts geändert.

Slawinski stellt sich auf längere Winterpause ein

Allerdings haben die Entwicklungen der vergangenen Tage Bernhard Slawinskis Pokal-Prognose beinahe schon konterkariert, wie er dem Münchner Merkur nun erklärt: „Betrachtet man die jüngste Entwicklung der Infektionszahlen und das, was in den nächsten Wochen da noch auf uns zukommt, können wir von Glück reden, wenn wir im März überhaupt schon trainieren dürfen.“ Und da im Sinne der Verletzungsprävention nach einer gut viermonatigen Winterpause eine „adäquate Vorbereitung von mindestens drei Wochen unerlässlich“ sei, setzt Slawinski hinter die Durchführung des ersten Ligapokal-Wochenendes im März bereits ein großes Fragezeichen.

Ende des Ligapokals erst nach Pfingsten?

Sollte man diesen Termin streichen müssen, kann sich der Münchner Kreisspielleiter eine weitere Wettbewerbsverkürzung auf nur ein Turnierwochenende an Ostern vorstellen. „Ansonsten wäre neben einer Absetzung eine letzte Lösung, dass man den Ligapokal nach der Punktrunde, also nach Pfingsten, zu Ende spielt. Dafür würde ich mir vorher aber ein Meinungsbild unter den Vereinen einholen.“ Die breite Unterstützung der Klubs wäre wohl nicht zu erwarten. Dafür braucht Slawinski nur die Stichpunkte „Wechselfristen“ und „Urlaubszeit“ in den Raum zu werfen.

Auf seinen eigenen Weihnachtsurlaub hatte sich der Verbandsfunktionär vergangene Woche bereits vorbereitet, ehe ihn überraschend die Nachricht von seinem positiven Corona-Testergebnis ereilte. „Ein Schock“, sagt Slawinski. „Ich habe keine Symptome und mich immer extrem an sämtliche Vorgaben gehalten, hatte kaum Kontakte.“ Nicht nur aus dieser Erfahrung heraus wolle er weiterhin nachdrücklich an alle Funktionäre, Fans, Spielerinnen und Spieler appellieren, den „Fußball nicht mit aller Gewalt“ schnellstmöglich wieder an den Start zu bringen. „Nur eine kleine Unaufmerksamkeit kann schwerwiegende Folgen haben.“

(Julian Betzl)


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Florian Wolf vom SV Marzling ist so fit wie nie. Grund ist sein Fitness-Programm, das er während des Lockdowns durchzieht. Er trainiert in seiner umgebauten Garage.

Tabelle
1. Pipinsried (Ab) 2662 69
2. Deisenhofen (Auf) 2618 50
3. Wasserburg (Auf) 2610 46
4. Ingolstadt II (Ab) 2717 46
5. TSV Kottern 265 41
6. TSV 1860 II 280 40
7. Schwabmünch. 276 39
8. TürkAugsburg (Auf) 253 34
9. Kirchanschör 25-6 34
10. FC Ismaning 266 33
11. Hankofen 28-6 32
12. SSV Jahn II 27-9 31
13. Donaustauf (Auf) 26-12 31
14. Dachau 65 26-16 30
15. SV Pullach 27-25 27
16. TSV Landsb. (Auf) 26-11 27
17. Schw. Augsb. 26-21 26
18. Nördlingen 26-21 20
Wertung gemäß Direkter Vergleich
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