Das Team von der Baustelle
Freitag 23.10.20 10:28 Uhr|Autor: Andreas Arens 1.084
Foto: Sebastian J. Schwarz

Das Team von der Baustelle

Kreisliga A: Die Umbauarbeiten auf der Sportanlage haben sie beim SV Föhren auch als Thema für ihre Spielerfotos gewählt. Auch am Kader wird derzeit gewerkelt. Im Fokus steht ein Trio aus den eigenen Reihen.
Für einen Scherz sind sie beim SV Föhren immer zu haben. Mal posierten die Spieler und das Trainerteam beim offiziellen Foto-Shooting in der Vergangenheit mit der „Merkel-Raute“, mal ließen sich die Schwarz-Weißen auf der Baustelle an der Sportanlage in Aktion ablichten. „Stefan Wagner ist bei uns der Mann für die verrückten Ideen“, lacht Trainer Sebastian Pull und macht den 33-jährigen Abwehrspieler nicht nur auf dem Platz als Leistungsträger, sondern auch Spezialisten für kreative Ideen aus.


Der Umbau des Clubhauses ist auch ein wenig symbolisch für das, was sich derzeit im sportlichen Bereich bei den Föhrenern abspielt. Coach Pull, der nach einigen Jahren als Co-Trainer der ersten und dann als Coach der zweiten Mannschaft Mitte 2018 die Verantwortung für das A-Liga-Team übernahm, verweist auf ein hochkarätiges Quintett, das sich in jüngerer Vergangenheit abgemeldet hat: Simon Monzel und Nico Scholtes spielen inzwischen wieder für ihren Heimatclub, den SV Mehring, Nico Frick ging zum TuS Mosella Schweich, und Christian Hayer sowie Carsten Lambrecht mussten ihren Verletzungsproblemen Tribut zollen.

Talente einzubauen und sie an den Seniorenfußball heranzuführen, ist eine Aufgabe für den 32-jährigen Pull („Als Spieler bin ich nicht über die zweite Mannschaft hinausgekommen. Fußballerisch reicht es nicht, um bei der Ersten Spielertrainer zu sein.“). Neben Rückkehrer Benjamin Brettle (kam von Ligakonkurrent SG Thomm) und den vom Rheinlandligisten SG Hochwald-Zerf gewechselten Andy Müller rückten gleich drei Akteure aus den eigenen Reihen nach. Am weitesten ist dabei Moritz Müller, der schon zum Stammspieler avanciert ist. Sein Trainer lobt die „Ruhe und Abgeklärtheit“, mit welcher der 19-jährige auf der linken Abwehrseite zu Werke geht. Körperlich könne Müller noch etwas zulegen, sagt Pull. Moritz Müllers Nachnamensvetter Lars und Abdulghyath Kabbani sind die beiden anderen Mitglieder des Trios. „Wegen einer Verletzung beziehungsweise schulischer Belastung konnten sie noch nicht so trainieren, weshalb wir sie über die zweite Mannschaft heranführen“, so der aus dem benachbarten Naurath stammende und inzwischen in Föhren lebende Trainer-C-Schein-Inhaber Pull.

Die Fitness-Challenges in der Corona-Phase färbten zunächst auf eine starke Vorbereitung (von sieben Partien wurde nur eine verloren) ab. Ein gewaltiges Ausrufezeichen setzte Föhren mit dem 3:1 in der ersten Kreispokalrunde gegen den Ligakonkurrenten und Titel-Topfavoriten SV Sirzenich. „Das Ergebnis hat einige vielleicht schon zu sicher gemacht“, versucht Pull die anfangs magere Ausbeute zu erklären – dem 1:1 bei der SG Saarburg folgte eine überraschende 0:-Heimpleite gegen den SV Freudenburg. Doch langsam kamen die Föhrene, die nach dem nächsten Kreispokalsieg (3:1 beim VfL Trier) am Mittwoch in der dritten Runde bei B-Ligist Mariahof antreten – auch in der Liga auf Touren.

Zuletzt gab es mit dem 7:0 in Wasserliesch und dem 3:1 gegen die SG Thomm zwei Dreier. Pull sah ein „gutes, sehr intensiv geführtes Spiel, das auch im Zeichen einer starken Schiedsrichterleistung von Jens Schneider stand“. Unterm Strich habe die Bank den Ausschlag für den Sieg seiner Elf gegeben. Andy Müller machte in der 74. Minute das 2:1, und Lukas Müller – auch die beiden sind nicht miteinander verwandt – legte Thomas Wagner in der 89. Minute zu dessen zweitem Treffer in der Partie auf.

Jahrelang spielten die Föhrener in der Bezirksliga. Druck, wieder überkreislich spielen zu müssen, verspürt Pull keinen. Seine Mannschaft sieht er im breiten Mittelfeld der A-Klasse angesiedelt: „Pluwig und Sirzenich sind die beiden Topteams. Dahinter gibt es viele Mannschaften, die leistungsmäßig nicht so weit auseinanderliegen.“

Mit dem aktuell sechsten Platz könnten sie am Rande des Meulenwalds auch am Ende der Saison ganz gut leben – und zur neuen Spielzeit lassen sie sich auch bestimmt wieder kreative Spielerbilder einfallen.

 


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