Meinungsumfrage: Sorgen, Nöte, Zustimmung
Mittwoch 06.01.21 18:03 Uhr|Autor: PM BFV / red4.652
Foto: Thomas Rinke

Meinungsumfrage: Sorgen, Nöte, Zustimmung

BFV hat erneut eine Umfrage durchführen lassen, an der 1664 Vereinsfunktionäre teilgenommen haben
Der große Zuspruch der Vereine für die BFV-Entscheidung im Frühjahr 2020, die Saison 2019/20 nicht abzubrechen, sondern bis Sommer 2021 sportlich zu Ende bringen zu wollen, ist noch einmal gestiegen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die das Sportberatungs- und Sportmarktforschungsunternehmen SLC Management im Auftrag des Bayerischen Fußball-Verbandes durchgeführt hat. Demnach stieg die Zustimmung für den BFV-Kurs in Zeiten der COVID-19-Pandemie von 68,13 Prozent im Frühjahr auf heute 76,8 Prozent – aus der Zwei-Drittel-Zustimmung ist mehr als eine Drei-Viertel-Mehrheit geworden. An der erneuten Umfrage im Dezember 2020 hatten 1664 Vereinsfunktionäre aus dem gesamten Freistaat teilgenommen. Die Umfrage bringt zwar eindeutige Ergebnisse, lässt aber durchaus die Frage erlauben, warum der Verband, der sich aufgrund der Corona-Krise in einer finanziellen Schieflage befindet, trotz des großen Haushaltsdefizits weiter solche Befragungen in Auftrag gibt. BFV-Presseprecher Fabian Frühwirth ließ auf FuPa-Nachfrage wissen, dass der Verband bereits seit 2017 mit dem mittelfränkischen Unternehmen zusammenarbeitet und für die aktuelle Umfrage keine Extrakosten angefallen sind.


Hauptargument war es im Frühjahr, möglichst alle Entscheidungen über Auf- und Abstieg sportlich zu treffen und gleichzeitig bei einer möglichen erneuten und mittlerweile auch eingetretenen pandemiebedingten Aussetzung des Spielbetriebs nicht gleich zwei Spielzeiten zu gefährden und abbrechen zu müssen. Der BFV war der einzige der 21 Landesverbände unter dem Dach des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), der sich für diesen Kurs entschieden hatte. Er nahm dafür auch die große Herausforderung in Kauf, gemeinsam Vereinsvertretern nicht nur alle Statuten an die Ausnahmesituation anzupassen, sondern auch alle komplexen Regelwerke zum Beispiel zu Vereinswechseln anzupassen, die Flexibilisierung des Spielbetriebs auszuarbeiten und einen bayernweit ausgespielten und ebenfalls flexibel durchführbaren Ligapokal-Wettbewerbs als attraktive Alternative für den Wegfall der regulären Spielzeit 2020/21 zu entwickeln. Außerdem erhob der BFV konsequenterweise von seinen rund 4600 Mitgliedsvereinen auch keine Meldegebühren im Jahr 2020, was die Klubs alleine um rund eine Million Euro entlastete.

Aktuell ist wegen des zweiten bundesweiten Lockdowns kein Spielbetrieb möglich und noch ist nicht absehbar, wann der Wettkampfbetrieb 2021 wieder aufgenommen werden kann. Um die noch ausstehenden und vorrangigen Meisterschaftsspiele der Saison 2019/20 durchzuführen, wurde der Ligapokal-Wettbewerb bereits auf Basis der verschiedenen implementierten Szenarien und entsprechend der regionalen und lokalen Rahmenbedingungen angepasst.

93,3 Prozent der Teilnehmer stehen, so die jüngsten Umfrageergebnisse, auch hinter der bereits Anfang November 2020 getroffenen Entscheidung des BFV, vorzeitig in die Winterpause gegangen zu sein.

 

Existenzsorgen der Vereine geringer, aber vielfältige und große Herausforderungen

 

In der umfassenden Befragung nahmen die Vereinsfunktionäre auch zum Krisenmanagement des BFV und ihren größten Sorgen in der Pandemie Stellung. Massiven Zuspruch bekommt der Bayerische Fußball-Verband für seinen Einsatz gegenüber der Politik für eine schnellstmögliche Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs insbesondere für Kinder und Jugendliche, des regulären Spielbetriebs und sein Engagement, diese Anliegen im Sinne des gesamten Sports sportartenübergreifend vorzutragen. 91,6 Prozent finden die Entscheidung, sich für den gesamten Sport in Bayern einzusetzen, richtig. 87,5 Prozent möchten, dass zumindest der Nachwuchs wieder schnellstmöglich in den Trainingsbetrieb einsteigen darf.

 

Präsent bleiben nach wie vor die Existenzsorgen der Vereinsfunktionäre. Die Quote stieg seit dem Frühjahr sogar von 13,5 auf jetzt 17,2 Prozent. Allerdings werden diese empfundenen Existenzsorgen nicht mehr ganz so dramatisch eingestuft wie das noch im Frühjahr der Fall gewesen ist: Seinerzeit gaben 21,7 Prozent an, dass ihre Existenzsorgen stark bzw. sehr stark sind. Im Dezember sind es „nur“ noch 10 Prozent, die die Existenz ihres Vereins als so stark gefährdet einschätzen. Größte „Sorgentreiber“ sind der Wegfall von Vereins-Veranstaltungen und -Festivitäten sowie deren Einnahmen sowie der Verlust von Kindern und Jugendlichen für den Vereinsfußball.

 

"Auf der eine Seite ist es natürlich sehr gut zu wissen, dass die getroffenen Entscheidungen von einer überragenden Mehrheit der Vereine mitgetragen und für richtig gehalten werden. Dass die Zustimmungswerte nochmals gestiegen sind, spricht in der weiterhin stark angespannten Situation für sich. Das lässt zuversichtlich in die Zukunft blicken, denn allen Unkenrufen zum Trotz funktionieren Verband und Vereine ganz offensichtlich als ein wirklich starkes Team! Allerdings zeigt die Umfrage auch: Der Weg, den wir gemeinsam gehen müssen, ist noch ein weiter und die Herausforderungen sind ebenso vielfältig wie groß. Aber über allem steht eben die Botschaft dieser Umfrageergebnisse: Verband und Vereine stehen Seite an Seite, gehen gemeinsam durch diese Krise. Und deshalb werden wir diese Extremsituation auch bewältigen!“, sagt BFV-Präsident Rainer Koch.

 

Die Ergebnisse der SLC-Umfrage finden Sie hier: https://www.bfv.de/umfragen


Die wichtigsten Zahlen:

Die BFV-Entscheidung, die Saison nicht abzubrechen, ist richtig:
Frühjahr: 68,13 Prozent, Dezember: 76,8 Prozent

Die BFV-Entscheidung, vorzeitig in die Winterpause zu gehen, ist richtig: 93,3 Prozent

Der BFV soll sich sportartenübergreifend bei politischen Entscheidungsträgern einsetzen: 91,6 Prozent.

 

Größte Vereinssorgen (sportlicher Bereich):

(Wiederaufnahme) Trainingsbetrieb: Frühjahr: 72,3 Prozent, Dezember: 83,8 Prozent

Zeitpunkt Fortführung des Spielbetriebs: Frühjahr: 84,3 Prozent, Dezember: 80 Prozent
keine Sorgen: Frühjahr: 5,5 Prozent, Dezember: 7,8 Prozent

 

Größte Vereinssorgen (wirtschaftlicher Bereich):

Wegfall Veranstaltungen und Einnahmen: Frühjahr: 82,1 Prozent, Dezember: 87,4 Prozent

Fehlende Einnahmen Tickets: Frühjahr: 36,1 Prozent, Dezember: 70,1 Prozent

keine Sorgen: Frühjahr: 7,1 Prozent, Dezember: 3,9 Prozent

 

Größte Vereinssorgen (organisatorischer Bereich):

Verlust von Kindern und Jugendlichen: Dezember: 79,4 Prozent

Abhaltung von Mitgliederversammlungen: Frühjahr: 54,1 Prozent, Dezember: 65,4 Prozent

keine Sorgen: Frühjahr: 9,3 Prozent, Dezember: 2,8 Prozent



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Tabelle
1. Aschaffenb. 2524 50
2. Nürnberg II 2529 49
3. SpV Bayreuth 2525 49
4. Schweinfurt 2319 44
5. Aubstadt (Auf) 252 39
6. Eichstätt 2614 37
7. Gr. Fürth II 26-2 36
8. Buchbach 253 35
9. FC Augsburg II 259 34
10. SV Wacker 251 33
11. Schalding 24-11 32
12. Illertissen 25-14 31
13. TSV Rain (Auf) 25-15 30
14. Heimstetten 25-10 26
15. 1860 Rosenh. 25-31 21
16. FC Memmingen 22-12 20
17. VfR Garching 20-31 13
18. Türkgücü Mün o.W. (Auf) 00 0
Die vier Erstplatzierten spielen eine Aufstiegs-Playoffrunde um die Relegationsteilnahme, die dann gegen den Meister der Regionalliga Nord ausgetragen wird.

Tordifferenz zählt bei Punktgleichheit.
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