2024-04-23T13:35:06.289Z

Halle
Jubel bei Jahn 1889: Die Regensburger Hallencracks sind einmal mehr in den Top Vier Deutschlands.
Jubel bei Jahn 1889: Die Regensburger Hallencracks sind einmal mehr in den Top Vier Deutschlands. – Foto: Christian Herbst

»Ziemlich geil«: Halbfinale! Regensburgs Futsal-Traum lebt

Jahn Regensburg 1889 räumt den HSV aus dem Weg und stößt in die Top Vier in Deutschland vor – wo der nächste Gegner ein Altbekannter ist

Der Traum vom dritten Titelgewinn nach 2017 und 2023, er lebt für die Futsaler des SSV Jahn 1889 Regensburg. Ob sich Geschichte wiederholt? Wie schon auf dem Weg zu den beiden bisherigen deutschen Meistertiteln mussten die Domstädter auch diesmal die Hürde namens HSV-Panthers überspringen. Und abermals tat man genau das.

Vor einer Woche wurde in Hamburg mit einem harterkämpften 2:1-Erfolg nach Verlängerung der Grundstock fürs Weiterkommen bei der Deutschen Futsal-Meisterschaft gelegt. Und am Karsamstag machte der Jahn 1889 mit einem 6:2-Sieg vor 230 Fans in der heimischen Clermont-Ferrand-Halle alles klar. Nun gehört Regensburg – einmal mehr – den Top Vier Futsalteams Deutschlands an. „Ziemlich geil“ findet Abteilungsleiter Oliver Vogel das alles. Zumal die Punkterunde in der Bundesliga, in der man im zweiten Jahr vertreten ist, für die Rothosen heuer von Höhen und Tiefen geprägt war.

Regensburgs Halbfinalgegner steht seit Sonntagnachmittag fest: Es ist wieder einmal Hohenstein-Ernstthal, kurz „HOT“, das sich in zwei Siegen gegen den SV Pars Neu-Isenburg jeweils souverän hat durchsetzen können. HOT und der Jahn, diese Duelle haben einen festen Platz in der jüngeren Vergangenheit der Deutschen Futsal-Meisterschaft. Denn bereits dreimal standen sich die beiden Mannschaften im Endspiel gegenüber. 2017 und 2023 triumphierten die Regensburger, 2020 die Sachsen. Neu ist der Modus: In dieser Saison eingeführt wurde für die Play-Offs der Best-of-three-Modus anstelle Hin- und Rückspiele wie bisher. Es zählen also nur noch die Siege und nicht mehr die Tordifferenz.

Oliver Vogel erwartet vorausblickend einen „richtigen Ritt“. Und verweist dabei auf die Handvoll Techniker aus der Ukraine, die im Team von HOT mitmischen: „Mehrere von ihnen waren in der Heimat Profis.“ Mit zwei Siegen weiterzukommen wie gegen Hamburg, das werde diesmal „ziemlich schwer: Die haben zuhause volle Hütte, sind topmotiviert, wollen unbedingt deutscher Meister werden“.



Erst einmal können die von Thorsten Porkert und Spielertrainer Lucas Kruel gecoachten Hallentechniker aber ein paar Tage lang den jüngsten Erfolg genießen. Das erste der maximal drei Halbfinals ist nämlich erst für Samstag, den 20. April terminiert. Da geht es zunächst auf Reisen nach Hohenstein-Ernstthal, ehe sieben Tage später am 27. April ein Heimspiel auf den SSV wartet. Die genauen Anpfiffzeiten hat der DFB noch nicht veröffentlicht.

An Ostern beschenkten sich die Jahn-Futsaler selbst mit dem Viertelfinal-Triumph über den HSV. Die Hamburger waren aufgrund von Verletzungen und Sperren personell geschwächt nach Regensburg gefahren – unter anderem kam Nationalspieler Michael Meyer frisch aus einer Verletzung zurück –, machten den Gastgebern das Leben aber speziell in der ersten Halbzeit schwer. „Wir kamen nicht so richtig ins Spiel, leisteten uns viele Passfehler“, analysiert SSV-Spartenleiter Vogel, um gleich wieder einen Bogen zu den kommenden Halbfinalspielen zu spannen: „Das darfst du dir gegen HOT nicht erlauben.“ Dann habe sich die Truppe gefunden, sei stärker geworden, zog ihr typisches Kombinationsspiel wieder auf. Als Dosenöffner darf der Führungstreffer durch Nattan Soares Soares 4:01 Minuten vor dem Halbzeitpfiff bezeichnet werden, der nach einer parierten Schusschance zum 1:0 abstaubte. „Das ist wichtig: Nachgehen, wenn du die erste Chance nicht machst. Das hat Nattan gemacht“, lobt Vogel. Kurz darauf legte Halison De Souza Goncalves die zweite Kiste nach.

Die Tore zum 3:0 und 5:1 wurden aus der eigenen Spielhälfte ins verwaiste Tor des Gegners erzielt. Der Hamburger Plan des „flying goalgkeepers“ ging in beiden Szenen so gar nicht auf. „In der zweiten Halbzeit haben wir fünf Minuten geschwächelt, der Rest aber war sehr konzentriert und gut“, so Vogel, der fürs Halbfinal-Heimspiel wieder auf die Unterstützung der Zuschauer hofft. „Mich freut es für die Jungs, die so hart gearbeitet haben“, geht der Funktionär abschließend dann noch auf die emotionale Schiene: „Wenn wir als Team das Ding durchziehen, dann hat es jeder schwer gegen uns.“

Aufrufe: 031.3.2024, 20:20 Uhr
Florian WürtheleAutor