
Ein größeres Fußballspiel - sowohl von der Bedeutung als auch von der Kulisse - hat der SV Eintracht Emseloh in seiner Vereinsgeschichte wohl bislang nicht erlebt. Am Sonnabend trifft der Verbandsligist aus dem 500-Einwohner-Ort in Mansfeld-Südharz im Halbfinale des dachbleche24-Landespokals auf den Halleschen FC (im Livestream übertragen auf mz.de und volksstimme.de).
"Wir werden die Woche normal angehen und auch nichts besonders trainieren", berichtet Christian Schlolaut aus dem Eintracht-Trainergespann mit Steffen Heyer und flachst: "Eventuell am Freitag mal ein paar Elfmeter." Die Vorfreude auf das Highlight ist schon jetzt zu spüren: "Das Spiel ist schön. Wir hoffen auf gutes Wetter und viele Zuschauer."
Eben weil die Bühne für diese Partie so groß sein wird, zieht der Verbandsligist für das Pokalspiel um. Aus dem kleinen Ort Emseloh in die nahegelegene Lutherstadt Eisleben. Zahlreiche Tickes gingen für das Halbfinale bereits über die Ladentheke. Noch bis zum Donnerstag läuft der Vorverkauf in den Filialen der GetränkeQuelle in Mansfeld-Südharz, bei SportFashion in Eisleben und bei den Filialen des Presse-Shop-Tille (im Rewe Eisleben, im Norma Wimmelburg, im Edeka Helbra).
Bis Freitag gibt es zudem für die Fans des Regionalligisten noch Karten im Fanshop am Leuna-Chemie-Stadion des HFC. Die Tageskassen eröffnen am Sonnabend um 12 Uhr - doch die Veranstalter empfehlen aufgrund des zu erwartenden Aufkommens, sich im Vorverkauf mit Tickets einzudecken.
Doch so besonders dieses Halbfinale für den kleinen Verein wird, "eindeutig Vorrang für uns hat die Meisterschaft", sagt Schlolaut und ergänzt - angesichts des HFC-Verzichts auf die Drittliga-Lizenz: "Bei unserem Gegner ist es ja momentan eher umgekehrt." Um die beeindruckende Serie der Hallenser weiß der 44-Jährige: "Der HFC hat momentan einen richtigen Lauf, wir dagegen sind nach der guten Hinrunde noch nicht so wirklich in Tritt gekommen." Entsprechend seien "die Vorzeichen doch eindeutig abgesteckt", sagt Schlolaut.
Und doch soll es für die Emseloher darum gehen, die Momente an diesem Tag, vor dieser besonderen Kulisse aufzusaugen. "Wir sollten das Spiel genießen, den großen HFC so lange wie möglich ärgern. Denn diese Möglichkeit werden wir so schnell nicht wieder bekommen", betont Schlolaut. Der "Reiz eines Pokalspiels" bleibe bestehen, "auch wenn es für uns aufgrund der Verlegung noch Eisleben kein richtiges Heimspiel ist."