
Am Freitagabend hat der Hallesche FC seinen beeindruckenden Lauf in der Regionalliga Nordost fortgesetzt. Im siebten Pflichtspiel des Jahres landeten die Rot-Weißen mit dem 3:0-Erfolg über den FSV Zwickau (live übertragen auf mz.de und volksstimme.de) ihren siebten Sieg. Jahresübergreifend steht der HFC sogar bei acht Dreiern in Serie - kein Team in den ersten vier deutschen Spielklassen kann bei dieser Bilanz mithalten. Und doch steht fest: Im Drittliga-Aufstieg wird diese starke Serie in dieser Saison nicht enden.
Bekanntermaßen hat der HFC auf die Beantragung der Drittliga-Lizenz verzichtet. Die Entscheidung sei "unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie einer realistischen Bewertung der sportlichen Erfolgsaussichten" gefallen, hatte der Verein der Mitteldeutschen Zeitung erklärt. Unter anderem soll es dabei um Kosten in Höhe von 25.000 Euro gegangen sein, die die Beantragung der Lizenz mit sich gebracht hätte.
Und doch: Der sportliche Höhenflug der vergangenen Wochen wirft nicht nur bei den Fans die Frage auf, ob es die richtige Entscheidung gewesen ist. "Natürlich tut es weh. Was soll man dazu sagen?", erklärte Jan Löhmannsröben - Torschütze des Führungstreffers am Freitagabend - nach der Partie im Livestream der Mitteldeutschen Zeitung und Volksstimme zum Verzicht auf die Drittliga-Lizenz. Aber: "Es ist nicht unsere Baustelle", betonte 34-Jährige zugleich.
Vor dem Heimspiel gegen den Chemnitzer FC hatte bereits HFC-Coach Robert Schröder Stellung zu dem Thema bezogen. "Ich bin Angestellter des Vereins, in diesem Fall nicht auf der Entscheidungsebene. Es wird Gründe dafür geben, dass der Verein so entschieden hat, mit fehlen aber alle Hintergründe. Deswegen werde ich diese Entscheidung akzeptieren", bekräftigte Schröder vor zwei Wochen.
Zumal sich die Frage stellt, ob der 1. FC Lokomotive Leipzig tatsächlich überhaupt noch einmal die Tür im Titelrennen aufmacht. Am Freitagabend verkürzte der HFC seinen Rückstand zur Spitze zwar vorerst auf fünf Zähler, am Sonnabend aber könnte der Spitzenreiter zu Gast beim SV Babelsberg 03 wieder auf acht Punkte vor stellen.
Jan Löhmannsröben brachte am Freitagabend noch eine andere Perspektive der Debatte ins Spiel. "Man kann auch sagen: Hätten wir in der Hinrunde performt wie jetzt in der Rückrunde, wäre es vielleicht andersherum gewesen", unterstrich der Routinier. Zum aktuellen Lauf jedenfalls hatte der Torschütze nicht viel mehr zu sagen als: "Ich glaube, wir sind im Flow." Und diesen wollen die Hallenser in die kommenden Wochen mitnehmen - auch wenn sie am Ende nicht in die 3. Liga aufsteigen werden können.