Andreas Bonß
Andreas Bonß – Foto: Spvgg. Eltville

Verbandsliga: Eltviller Wundertüte, Biebricher Ehrgeiz

Andy Bonß muss Neuaufbau stemmen, bei 02 setzt Nazir Saridogan auf starke Zugänge und Youngster

Eltville/Wiesbaden . Die Zahl der erfahrenen und auf Verbandsligaebene erprobten Spieler im Kader der Spvgg. Eltville ist überschaubar geworden, es dominieren bei der Kaderumschichtung des Sommers die jungen Wilden. Die aus der eigenen Nachwuchsschmiede aufgerückten und die extern dazu geholten. Eine Zeitenwende am Wiesweg vor dem Auftaktmatch gegen Aufsteiger FC Dorndorf (So., 15 Uhr), das neue Team gleicht einer Wundertüte. Auch der zum Start spielfreie FV Biebrich 02 hat einen Umbruch zu bewerkstelligen, nicht vergleichbar aber mit dem der Rheingauer. Denn die 02er, die schon im Verlauf der vergangenen Runde ihren hoffnungsvollen Eigengewächsen reichlich Einsatzzeiten gegeben hatten, haben einige Gestandene an Land gezogen – darunter die Rückkehrer Derrick Amoako (Hassia Bingen) und Maurice Pinger (Spvgg. Eltville).

Der Eltviller Neustart: Nach den Turbulenzen im Verlauf der vergangenen Spielzeit, beginnend mit der Trennung von Chefcoach Thorsten Becht und der Phase eines Trainerteams mit dem Vorsitzenden Thorsten Lang an der Spitze, ist nun die Rolle von Andreas Bonß, der seinerseits bei der SG Walluf vorzeitig ausgeschieden war, als federführendem Coach ganz klar definiert. Als Co-Trainer steht ihm Nico Hernandez zur Seite, Sven Klärner ist als Teammanager an Bord. Lang, der auch als Jugendcoach stark eingebunden war, hat sich selbst eine Pause im operativen Bereich, sprich als Coach, verordnet. „Ich kenne die Liga und sehe sie stärker als in den vergangenen Jahren. Das ist eine Klasse, in der Fehler sofort bestraft werden“, weiß Bonß um die riesige Herausforderung, ein neues, konkurrenzfähiges Team aus dem Boden zu stampfen – in Verbindung mit dem verfügbaren Budget.

Eltville
0:0
Dorndorf

Mit Torhüter Alexander Stubben, Hernandez und dem neuen Kapitän Marlon Klärner standen beim 1:2 im Hessenpokalspiel bei der Germania am Sonntag nur noch drei Spieler, die 2021/22 zum Kader zählten, in der Startelf. Dazu kamen die eingewechselten Ali Naghsh und Niklas Orth.

Mit gemeinsamen Abenden den Teamspirit fördern und eine Verbundenheit erzeugen, das sei neben der Trainingsarbeit ein wichtiges Anliegen, schildert Bonß, der alles versuchen wird, damit „es vielleicht für die Verbandsliga reicht“. Nach Ayoub Elhamsi (Dersim Rüsselsheim) ist mit dem Japaner Shota Furihara (TuRa Niederhöchstadt) noch ein letzter Neuer dazugekommen.

Der Biebricher Aufbruch: Bei Biebrich 02 geht der Blick dagegen nach oben. „Ein Platz unter den ersten fünf“, hatten der Sportliche Leiter Malte Christ und Chefcoach Nazir Saridogan den Anspruch definiert. Für die 02er, die neben Savas Saridogan mit ihrem Ex-Torjäger Volkan Zer nun einen zweiten Co-Trainer in ihren Reihen haben, beginnt die Runde erst am übernächsten Sonntag (15 Uhr) gegen den VfB Marburg. „In den letzten ein, zwei Jahren lief es nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Deshalb

wollten wir Veränderungen im Kader haben. Mit mehr Jungen und mehr Ehrgeizigen. Jetzt sind wir qualitativ in der Breite gut aufgestellt“, erläutert Saridogan.

Dazu kommt: Auf der Torwartposition liefern sich Neuzugang Dominik Reining (SV Zeilsheim) und Eigengewächs Maximilian Krapf ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Reining wird nach dem ersten Spiel noch in Urlaub fahren, sodass Youngster Krapf auf jeden Fall gefordert sein wird. Überhaupt, betont Saridogan, werden die jungen Spieler Einsatzzeiten bekommen. Wie das etwa bei Fredrick Ferguson vergangene Runde schon regelmäßig der Fall war. Zwar sind noch nicht alle komplett fit, aber das Team um Torjäger und Kapitän Orkun Zer brennt auf die Runde – um vorne anzudocken.



Aufrufe: 04.8.2022, 06:00 Uhr
Stephan NeumannAutor