2024-04-20T08:00:28.265Z

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Ging jahrelang bei Biebrich 02  vorneweg – und will jetzt mit der Mannschaft unbedingt die Verbandsliga-Zugehörigkeit sichern: Torjäger Orkun Zer. 	 	Archivfoto: René Vigneron
Ging jahrelang bei Biebrich 02 vorneweg – und will jetzt mit der Mannschaft unbedingt die Verbandsliga-Zugehörigkeit sichern: Torjäger Orkun Zer. Archivfoto: René Vigneron

Orkun Zer beschwört 02-Teamgeist

Torjäger auf Klassenerhalt fixiert – und ohne Bekenntnis für die nächste Runde

Wiesbaden. Nazir Saridogan verlängert, Orkun Zer verlängert. Das war in den vergangenen Jahren die Regel beim Verbandsligisten FV Biebrich 02. Jetzt haben die Verantwortlichen mit Chefcoach Saridogan Einigung für 2024/25 erzielt, aber der Torjäger, der sonst ungeachtet aller Angebote von anderen Clubs konsequent und frühzeitig nachzog, lässt diesmal seine Zukunft offen. „Ich fokussiere mich auf den Nichtabstieg. Dann höre ich mir alles an. Es ist schwer zu entscheiden, wie es weitergeht, vielleicht ist für mich auch mal eine Veränderung gut“, gewährt Biebrichs Rekordtorschütze Einblicke in sein Innenleben.

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Wie sehr ihn die sportlich prekäre Lage beschäftigt, die durch das 4:5 gegen den Vorletzten SC Waldgirmes II noch schwieriger geworden ist, beweist sein Blick auf die Vereinshistorie. Seit 2002 spielt Biebrich 02 ununterbrochen in der Verbandsliga, hat Orkun Zer ermittelt – und das auch den Teamgefährten mitgeteilt. Egal, wie und wo es für jeden Einzelnen nach der Runde weitergehe, müsse sich jeder fragen, „ob wir die Mannschaft sein wollen, die nach so langer Zeit erstmals absteigt. Das will doch keiner in seiner Fußball-Vita stehen habe. Es geht nur darum, drinzubleiben.“

Mehr Sorgen als in 12 Jahren zuvor im 02-Trikot

Das Ego zurückschrauben, alles für Verein und Mannschaft reinlegen, das wünscht sich der 34-Jährige ab dem Auswärtsspiel beim FC Ederbergland am Ostermontag um 14.30 Uhr von allen. Im Vergleich zu früheren Phasen in der Abstiegszone, als sich das Team aus dem Abstiegssumpf zog, mache er sich mehr Sorgen als in seinen zwölf Jahren zuvor im blauen Biebricher Trikot, bekennt Zer.

Verletzungspech Hypothek, aber noch genug Qualität im Kader

Die Hypothek mit etlichen Verletzten sei sicher anzuführen. „Aber die, die da sind, haben das Niveau in dieser Klasse zu spielen“, mag der Stürmer das Verletzungspech nicht als das alles entscheidende Kriterium anführen. Er selbst war vor einigen Jahren gebeutelt durch einen Anriss der Plantarsehne zwischen Fußballen und Ferse an der Fußsohle. Möglicherweise der Ursprung für einen Fersensporn, der 2023 operativ behandelt worden war. Jetzt zwicke es zwar temporär wieder an der Fußsohle, aber „wenn ich gebraucht werde, bin ich da“, bekräftigt Zer. Dass mit Elias Walter ein junger Stürmer mit hoher Veranlagung zum Team zählt, freut den erfahrenen Goalgetter, der sich aber durchaus noch weitere Spielzeiten auf der Verbandsliga-Ebene zutraut und generell feststellt: „Ganz ohne Fußball werde ich es nicht aushalten.“

Binnenklima im Team der entscheidende Faktor

Der Erwerb des Trainer-B-Scheins, den er nach bestandenem Eignungstest in diesem Jahr angehen wird, untermauert seine Leidenschaft. Jetzt wird alles davon abhängen, ob es intern gelingt, den Mannschaftsgeist zu beschwören. Nachdem Nazir Saridogan im Anschluss an das Waldgirmes-Debakel bei einigen den allerletzten Einsatz reklamiert hatte, dürfte das Binnenklima im Team in den verbleibenden neun Spielen zum entscheidenden Faktor werden. David Schug, zugleich in der sportlichen Leitung ein Weichensteller für die Zukunft, wird nach Verletzung letztmals pausieren, um dann im Finish wieder auf dem Platz mit anzupacken. Außerdem fehlen Tom Luft und Derrick Amoako am Ostermontag.



Aufrufe: 029.3.2024, 08:00 Uhr
Stephan NeumannAutor