2024-03-01T12:31:23.136Z

FuPa Portrait
Udo Hagerer (links) feiert eines seiner vier Tore gegen den TuS Schnaittenbach. Deren Spielertrainer Ralph Egeter (rechts) ist fassungslos.
Udo Hagerer (links) feiert eines seiner vier Tore gegen den TuS Schnaittenbach. Deren Spielertrainer Ralph Egeter (rechts) ist fassungslos. – Foto: Jürgen Masching

Udo Hagerer: Mit 35 Jahren immer noch ehrgeizig ohne Ende

Der Königsteiner Goalgetter versetzt die gegnerischen Abwehrreihen trotz seines hohen Fußballeralters nach wie vor in Angst und Schrecken

Udo Hagerer ist der Torgarant bei seinem Heimatverein TSV Königstein. In den letzten Jahren war er zudem immer unter den besten Torschützen der Kreisliga Süd und auch in diesem Jahr führt er die Ligawertung mit 20 Toren bei 15 Spielen an. Trotz seines mit 35 Jahren doch schon hohen Fußballeralters ist der routinierte Angreifer immer noch heiß, das „Runde ins Eckige“ zu platzieren.

Eigentlich stand Hagerer zu Beginn seiner Fußballerkarriere im Tor. „Doch dann musste ich auf einmal Stürmer spielen und bin es noch heute“, so der 35-jährige im Rückblick. Die gesamte Jugendzeit und eine Saison in der Seniorenmannschaft verbrachte er bei seinem TSV. Doch es wurden nun andere Vereinen auf den körperlich starken Stürmer aufmerksam und so spielte er danach eine Saison bei der DJK Ammerthal in der Bezirksoberliga. 2008 folgte der Wechsel zum SV Sorghof, für den er zehn Jahre die Fußballstiefel schnürte. Dort ging es bis in die Landesliga, in der Saison 2015/2016 hatte er mit 36 Toren maßgeblichen Anteil am Aufstieg dorthin. „Ich habe zwar die Tore gemacht, aber damals hat einfach alles gepasst, vom Trainer bis zu jedem Spieler“, sagt Hagerer heute. „Man könnte sagen, es war ein goldenes Jahr.“

„Schon bevor ich nach Ammerthal gewechselt bin, habe ich versprochen, ich komme wieder zum TSV Königstein zurück.“ Nach dem Abstieg mit Sorghof aus der Landesliga wollte er aber noch nicht wechseln. Doch die Anfragen wurden nun konkreter, man wollte ihn als Spielertrainer haben. Und so wechselte er zur Saison 2018/2019 wieder zurück nach Königstein, wo er ein Jahr als Spielertrainer fungierte. Als dann Roland Winkler die Mannschaft übernahm, konnte sich Hagerer wieder auf das konzentrieren, was er am liebsten machte, nämlich Tore schießen. Seine Bilanz ist beeindruckend: Seit 2010 hat er in 294 Spielen insgesamt sage und schreibe 246 Tore Mal ins Schwarze getroffen.

Trainer Winkler sieht Udo Hagerer als Führungsspieler im Team. „Grundsätzlich wird das jeder ältere Spieler von sich sagen können. Aber ich versuche, jeden jungen Spieler mit ins Boot zu holen und sie mitzureissen. Vielleicht auch als verlängerter Arm des Trainers auf dem Platz“, so Hagerer. „Wer mich kennt, weiß, dass ich schlecht verlieren kann“, ergänzt der Königsteiner Torjäger. „Deswegen bin ich manchmal etwas laut auf dem Platz, aber ich war schon immer so.“ Aber er ist auch ein Intensivspieler. „Zum Beispiel beim Derby gegen Neukirchen, wo ich merkte, es läuft nicht so“, so der Stürmer. „Da hatte ich den Ball im Mittelkreis, habe gemerkt, ich habe etwas Platz, bin marschiert und hab dann einfach mal abgezogen.“ Und der Ball schlug dann aus gut 30 Metern genau im Winkel ein.

Hagerer bezeichnete dieses Tor, vor allem auch weil im Derby, als einen seiner schönsten Treffer in der Saison. Natürlich darf man auch die vier Treffer beim 5:4-Sieg gegen Schnaittenbach nicht vergessen. Allerdings verschoss Hagerer in dieser Spielzeit auch bereits zwei Elfmeter, einen ausgerechnet auch im Derby. „Das war besonders ärgerlich, denn da habe ich beim Spielstand von 1:2 in der 90. Spielminute einen Strafstoß neben das Gehäuse gesetzt“, wurmt es Udo Hagerer noch heute. Glücklicherweise rettete Mannschaftskamerad Bernd Holzwarth das Unentschieden aber eine Minute später dann doch noch. „Da habe ich mich natürlich schon bedankt und war froh.“

Nach seiner Karriere als Spieler will Hagerer – wenn möglich – an der Seitenlinie stehen. „Ich habe meinen Trainerschein schon gemacht und habe schon vor, ins Trainergeschäft einzusteigen“, so der Torjäger abschließend. „Ich schaue von Jahr zu Jahr“, sagt er auf die Frage, wie lange er wohl noch aktiv dem Runde nachjagen wird. Dabei will 35-Jährige, so weit es die Knochen hergeben, natürlich weiter für den TSV Königstein auflaufen. Den Ehrgeiz hat er aber auch im Alter nicht verloren, denn er hat mit seinem TSV noch das Ziel, zumindest den Relegationsplatz 2 – vier Punkte beträgt der Rückstand – ins Visier zu nehmen. „Warum sollten wir nicht noch den zweiten Tabellenplatz angreifen?“ Würde es am Saisonende auf einen 4. Platz hinauslaufen, wäre er allerdings auch zufrieden.

Aufrufe: 031.1.2023, 08:07 Uhr
Jürgen Masching / Werner SchaupertAutor