2024-05-17T14:19:24.476Z

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Stefan Holzmann Aßlings Reservecoach steht vor kniffliger Aufstiegsfrage. F:(gruber)
Stefan Holzmann Aßlings Reservecoach steht vor kniffliger Aufstiegsfrage. F:(gruber) – Foto: (Gruber)

TSV Aßling: Die Krux am doppelten A-Lottchen

Zwei Teams in der A-Klasse?

Die Fußballabteilung des TSV Aßling berät kurz vor Reserve-Aufstieg, ob man zwei Teams in der A-Klasse starten lassen möchte.

Aßling – Sollen wir? Oder lieber doch nicht? Die Fahrstuhltüren zur A-Klasse scheinen der Aßlinger Fußball-Herrenreserve seit dem vergangenen Wochenende plötzlich wieder sperrangelweit offenzustehen. Ob die Mannschaft von TSV-Coach Stefan Holzmann einsteigt, ist eine Frage, die in dieser Trainingswoche durch diverse kleinere Gesprächsrunden und letztlich eine große Teamsitzung ausgeleuchtet wird.

Bis nach der Winterpause war die TSV-Reserve etwas überraschend und vergleichsweise befreit voll auf Titelkurs unterwegs gewesen, ehe sie in der Rückrunde mit vier Remis und zwei Niederlagen schlagartig begann, auf der Stelle zu treten. Die nun so brandaktuelle Aufstiegsfrage schien sich von selbst zu erledigen.

Nur besiegte die Holzmann-Elf am Sonntag den zweitplatzierten TSV Eiselfing II am heimischen Büchsenberg mit 3:0 (0:0) und kann sich mit zwei Siegen bei der DJK SV Edling II (Sonntag, 13 Uhr) sowie im Saisonfinale am „Bixe“ gegen die DJK SV Oberndorf II (Montag, 29. Mai) hinter dem mutmaßlichen Meister TSV Haag aus eigener Kraft das zweite Aufstiegsticket sichern.

In dieser Liga will jeder vorne dabei sein, aber scheinbar keiner außer Haag aufsteigen.

Stefan Holzmann

Bleibt die entscheidende Frage: Will man als TSV Aßling zwei Mannschaften auf einer Ligaebene haben? Fest steht für die Verantwortlichen erst´ mal nur, dass man dem Verband vor dem letzten Spieltag Bescheid geben muss, ob man sein Aufstiegsrecht auch wahrnehmen würde. Andernfalls droht bei späterer Verweigerung die Rückstufung in die C-Klasse. Und wie Holzmann am Sonntag nach dem Abpfiff von seinem Trainerkollegen erfahren habe, hätten die Eiselfinger (aktuell auf Rang zwei) den BFV bereits darüber informiert, dies abzulehnen.

„Auch Ostermünchen II (aktuell Dritter, d. Red.) würde wohl nicht annehmen“, hat Holzmann gehört und muss schon ein wenig schmunzeln: „In dieser Liga will jeder vorne dabei sein, aber scheinbar keiner außer Haag aufsteigen.“

Die möglichen Gründe dafür kaut Holzmann jetzt also mit seinen Schützlingen, der Abteilungsleitung und nicht zuletzt Klaus Sigl durch, der als neuer Cheftrainer der Aßlinger Erstvertretung bereits angekündigt hat, in der neuen Saison alles auf die Karte Aufstieg zu setzen und auch seinen Kader dafür deutlich vergrößern möchte.

„Natürlich möchte man der Mannschaft den Aufstieg nicht nehmen und ich habe als Trainer überhaupt kein Problem, in der A-Klasse zu coachen“, schickt Holzmann voraus, ehe er ein paar Argumente anbringt, die gegen das doppelte Aßlinger A-Lottchen sprechen würden.

Braucht ein Klub nicht irgendwie doch ein klar erkennbares Aushängeschild?

„Erstens wird der eine oder andere im Sommer aufhören. Und je nachdem, wie der Kader dann aussieht, weiß ich nicht, ob es für junge Spieler so motivierend ist, wenn sie sich in der A-Klasse ein paar Packungen einfangen.“ Zweitens kenne er die grundeigenen Reflexe bei so manchem Amateurkicker nur zu gut. Ganz nach dem Trainingsmotto: „Komm ich heute nicht, spiel ich morgen ja trotzdem A-Klasse.“ Und überhaupt: Brauche ein Klub nicht irgendwie doch ein klar erkennbares Aushängeschild?

Sportlich traut Stefan Holzmann seinen Jungs nicht erst seit dem jüngsten 3:0-Erfolg durchaus zu, die vermutlich ruckelige Fahrstuhlfahrt letztlich schwindelfrei zu überstehen. „Jede normale Zweite hätte es bei sieben Ausfällen zerrissen. Ich bin in der glücklichen Situation, trotzdem 15 Spieler nominieren zu können, die eine echte Reaktion auf das 1:2 in Ramerberg gezeigt haben.“

Allerdings mussten sich die Aßlinger ihren ersten Sieg nach einem Monat hart erarbeiten. Erst nach 68 Minuten fand man in Form von Florian Hubers Kopfballtor nach einer Ecke zu Holzmanns Erleichterung „den Dosenöffner“. Mathias Kuklok (74.) und Josef Limberger (79. Elfmeter) sorgten für die Entscheidung. Zumindest in dieser sportlichen Frage. (Julian Betzl)

TSV Aßling II: T+F Huber,Hanslmayer, Gruber, Kuklok, Hofbauer, Meier, J+S Haslbeck, Magyari, Höge; Wieser, Vincetic, Limberger, Wenzke.

Aufrufe: 016.5.2023, 06:06 Uhr
Julian BetzlAutor