
Wird es was mit der viergleisigen Regionalliga? Trotz des zuletzt heiß diskutierten Vorstoßes des Bayerischen Fußball-Verbands hat sich wieder ein Verein aus Bayern der Initiative „Aufstiegsreform 2025" angeschlossen.
Die SpVgg Bayreuth schließt sich als 77. Verein der Initiative „Aufstiegsreform 2025“ an und unterstützt das sogenannte Kompass-Modell. Dieses sieht vor, die bisherigen Regionalligen abzuschaffen und ein neues viergleisiges System mit einer Nord-, Ost-, West- und Südstaffel zu etablieren. Kernziel der Initiative: Alle Regionalliga-Meister sollen direkt in die 3. Liga aufsteigen.
„Aus Sicht der SpVgg Bayreuth braucht es im deutschen Fußball wieder ein klares sportliches Prinzip: Wer über eine komplette Saison hinweg Meister seiner Liga wird, muss auch aufsteigen dürfen. Die aktuelle Regelung mit Relegationsspielen sorgt seit Jahren für Diskussionen und nimmt den Regionalliga-Meistern die Planungssicherheit, die Vereine, Spieler, Fans und Partner benötigen", teilt der Verein in einer Pressemitteilung mit.
Die SpVgg Bayreuth ist damit nach dem TSV 1860 München (3. Liga) und dem FV Illertissen, den Würzburger Kickers, dem TSV Schwaben Augsburg und dem SV Wacker Burghausen (alle Regionalliga Bayern) bereits der sechste Verein aus Bayern, der die aus der Regionalliga Nordost gestartete Initiative unterstützt.
„Wir freuen uns, ab sofort Teil der Reforminitiative zu sein und unterstützen das Kompass-Modell. Wer über eine gesamte Saison Außergewöhnliches leistet und Meister wird, darf nicht durch zwei Relegationsspiele alles verlieren. Wir fordern die Rückkehr zum sportlichen Leistungsprinzip in allen Regionalligen: Ein Titel muss ohne Wenn und Aber zum Aufstieg führen. Nur so bleibt der Wettbewerb für Vereine, Fans und Sponsoren glaubwürdig und planbar“, wird Geschäftsführer Lorenz Röthlingshöfer zitiert.
Brisant: Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hatte sich jüngst gegen das geplante Kompass-Modell ausgesprochen und neue Ideen präsentiert. Das Credo auch hier: „Meister sollen aufsteigen.“ So schlug der BFV-Präsident Dr. Christoph Kern unter anderem eine Anpassung der 3. Liga oder ein Zwei-Phasen-Modell vor. In letzterem würden die Vereine in der Hinrunde in den bisherigen Regionalligen spielen, ehe die Top-Mannschaften zur Rückrunde in vier Ligen die vier Aufsteiger ausspielen.
Das Kompass-Modell mit vier Regionalligen wäre dagegen gleichbedeutend mit dem Aus der Regionalliga Bayern. Besonders der Standort Bayreuth wäre wohl betroffen. Sollte es zur Reform kommen, könnten Vereine wie Bayreuth auch in die Ost-Staffel rutschen, während der Großteil der bayerischen Vereine voraussichtlich in einer Süd-Staffel spielen würde.
„Für die Oldschdod ist dabei auch die Haltung der eigenen Anhänger ein wichtiger Faktor. Die Diskussion um den Aufstieg aus der Regionalliga beschäftigt nicht nur die Vereine, sondern auch viele Fans seit Jahren. In zahlreichen Gesprächen, Rückmeldungen und Diskussionen wurde deutlich, dass auch im Umfeld der Oldschdod der Wunsch nach einer faireren und nachvollziehbaren Lösung groß ist. Diesem Stimmungsbild trägt der Verein mit seiner Unterstützung der Initiative bewusst Rechnung“, begründet Bayreuth die eigene Entscheidung. „Auch über die Regionalligen hinaus hat die Debatte zuletzt weiter an Bedeutung gewonnen. Die Deutsche Fußball Liga hat sich ebenfalls für das Kompass-Modell ausgesprochen. Damit erhält der Wunsch nach einer transparenten, sportlich nachvollziehbaren und langfristig tragfähigen Lösung zusätzliches Gewicht.“
Final heißt es: „Die angestrebte Reform soll in den kommenden Monaten weiter konkretisiert werden. Bis Ende Mai soll der Meinungsbildungsprozess in den Regionalverbänden abgeschlossen sein. Anschließend soll unter Federführung des DFB gemeinsam mit den Regionalverbänden eine Verständigung auf ein Modell herbeigeführt werden. Nach aktueller Planung könnte die Saison 2027/28 als Qualifikationssaison dienen, bevor die neue viergleisige 4. Liga ab der Spielzeit 2028/29 an den Start geht. Die SpVgg Bayreuth unterstützt diesen Weg, weil er sportliche Leistung wieder stärker in den Mittelpunkt stellt und für mehr Gerechtigkeit, Transparenz und Planbarkeit im deutschen Fußball sorgen kann.“