
In der neunten Folge unserer Serie „Meine Traumzwölf“ stellt Bülach-Verteidiger Robin Steinmetz sein persönliches Dream Team zusammen. Unter den Auserwählten finden sich Identifikationsfiguren mit empfindlichen Frisuren, Trash-Talk-Meister im Dracula-Kostüm und der Rekordsieger der Mister-Massage-Wahl.
André Schmid (zusammengespielt beim SV Rümlang und FC Uster):
Kam dazumals bei Rümlang als 16-Jähriger in die 1. Mannschaft, wo er zunächst als talentierter Feldspieler auftrumpfte. Als sich dann aber unser Torwart verletzte, liess er durchblicken, dass er vor Kurzem noch Keeper im GC-Nachwuchs war. Wenige Wochen später wurde er auf dieser Position zum besten Spieler des Regionalcup-Finals gewählt. Seither versuchte er vergeblich, seine Trainer zu überzeugen, ihn im Mittelfeld aufzustellen. Wechselte zeitgleich wie ich nach Uster, wo wir einige Jahre eine Fahrgemeinschaft bildeten. Hat dann aber leider bereits mit zarten 24 Jahren seine Handschuhe an den Nagel gehängt. Statt mit Paraden fällt er nun mit regelmässigen Reisen nach Südostasien auf.
Angelo Willi (zusammengespielt beim FC Bülach):
Meister des Trash-Talks und Erfinder der Oversize-Mode. Ein Aussenverteidiger wie aus dem Bilderbuch: schnell, beidfüssig und mit viel Offensivdrang. Leider beehrte der Junge aus Mels SG den Zürcher Fussball nur für zwei Saisons, was aber ausreichte, um in der Region einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen – nebst seinen fussballerischen Künsten auch mit regelmässigen Theatereinlagen. Neben dem Platz aber ein ganz angenehmer Typ. Unvergessen, als er das Nachtleben von Gran Canaria mit dem Berghain verwechselte und im Dracula-Kostüm auftauchte.
Roger Scholz (zusammengespielt beim SV Rümlang):
Paradebeispiel eines Captains und absolute Identifikationsfigur. Stets voll fokussiert, hart aber fair im Zweikampf und ausgestattet mit feinen Füssen. Nur in Kopfballduellen sah man ihn eher selten, vermutlich um die Frisur zu schonen. Vorbildlich wie er im Trainingslager auch immer mal wieder zu einer Flasche Wasser griff und die mexikanische Polizei finanziell grosszügig unterstützte. Ausserdem Rekordsieger bei der Wahl zum Mister Massage und ewiger Zweiter beim Grümpi Rümlang.
Samuel von Aarburg (FC Oerlikon/Polizei; zusammengespielt beim FC Uster):
Die nächste Leaderfigur. Ich kam während meines ersten Jahres bei Uster in den Genuss, an seiner Seite zu spielen. Edeltechniker mit dem Bewegungsradius eines Bierdeckels, wo er die gegnerischen Stürmer aber gerne regelmässig das Samba-Tanzen lehrte. War auch sonst kulturell sehr versiert, was er unter anderem als Trainingslager-Reiseführer und durch seinen erlesenen Filmgeschmack bewies. Leitete mit seiner Heirat den Untergang von Tillate ein.
Denis Videcnik (FC Niederweningen; zusammengespielt beim SV Rümlang):
Hat auch mit 35 Jahren noch genug Ausdauer für mindestens drei Halbzeiten. Beackert in dieser Elf die rechte Aussenbahn, auch wenn er eigentlich lieber die Rolle als Nummer 10 einnimmt. Spielte wohl schon so ziemlich auf jeder Position, ist aber auch neben dem Platz vielfältig einsetzbar. Musikalisches Supertalent und auch nach vier, fünf oder mehr Bier noch der beste Tänzer weit und breit.
Du hast auch eine Traum-Zwölf, die unbedingt erwähnenswert ist? Schreibe uns an zuerich@fupa.net
Tobias Niklaus (Gegner beim FC Greifensee):
Mit Uster war insbesondere das Derby gegen Greifensee immer eine umkämpfte Affiche. Bei dieser Truppe hätten es sicher auch noch einige andere Spieler verdient, hier erwähnt zu werden. Schlussendlich habe ich mich aber für Tobi entschieden. Sehr unangenehmer Gegenspieler, dessen Schnelligkeit ich immer mal wieder unterschätzt habe. Habe leider seit Längerem nicht mehr gegen ihn gespielt, mir aber berichten lassen, dass er immer noch fit wie ein 25-Jähriger sei. Diesen Eindruck erweckt er bei mir jeweils auch, wenn ich ihm zufällig an der Hardbrücke über den Weg laufe.
Albert Laski (FC Bülach; zusammengespielt auch beim FC Uster):
Sheriff von Bülach, Pöstler der Nation und kurzzeitig auch Verfasser der Einbürgerungstests im Kanton Schwyz. Habe ihn bei Uster kennengelernt und bin ihm dann einige Jahre später in Richtung Erachfeld gefolgt. Ein klassischer Spielmacher, der auch abseits des Platzes Verantwortung übernimmt und für die jüngeren Spieler als Mentor fungiert. Lancierte im Sommer seine (Co-)Trainerkarriere. Beansprucht seither das lokale Mobilfunknetz mit seinen Anrufen derart massiv, dass die Swisscom zur Planung einer neuen Antenne gezwungen wurde (wobei das mit dem Bewilligungsverfahren in Bülach ja traditionell eher ein langwieriger Prozess ist, wie man beim Sportplatz sieht…).
Can Bozkir (FC Töss; zusammengespielt beim FC Uster):
Hat seine komplette Juniorenlaufbahn in Uster bestritten, was ihn später für lange Zeit zur Identifikationsfigur der 1. Mannschaft machte. Ein harter Arbeiter und zuverlässiger Scorer, der richtig eingesetzt eine absolute Waffe war. Die perfekte Wahl als Motor dieser Elf.
Fabio Carvalho (FC Bülach, Havana Club):
Ist aktuell gerade wieder für drei Wochen auf Besuch in der Heimat, wie jedes Jahr natürlich mitten in der Saison. Gemüse mag er nicht, Salat kennt er nur im Kebab und den Vape hat er auch beim Joggen dabei. Müsste eigentlich der Schrecken jedes Trainers sein – und doch lieben sie ihn alle, denn einen talentierteren Linksfuss sucht man in der Region vergebens. Unersetzlich auch dank seiner Qualitäten als Sprüchemacher. Gleichzeitig aber einer der wenigen, der den berühmten Schalter beim Anpfiff wirklich auch umlegen kann. Nebst den zahlreichen Aufstiegen im Aktivfussball auch Grümpi-Seriensieger mit Havana Club. Força Benfica!
Christian Kluser (zusammengespielt beim SV Rümlang und FC Uster):
Ein begnadeter Kicker, der sich insbesondere durch sein Kämpferherz und Teamgeist auszeichnete. In meinen jüngeren Jahren hatte ich die Ehre, sowohl bei Rümlang als auch in Uster mit ihm zu spielen, wo ich speziell in Sachen Mentalität viel von ihm mitnehmen durfte. Hat mit seiner offenen und herzensguten Art das Leben einer Vielzahl von Menschen bereichert.
Taulant Syla (FC Weesen; früher Gegner beim FC Rüti):
Im Sturm gäbe es natürlich noch eine Reihe von Ausnahmespielern, welche mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Einer, der eine Mannschaft aber über Jahre geprägt hat wie wohl kein Zweiter, spielte bis zum letzten Sommer bei Rüti. Nebst seiner fussballerischen Klasse auch ein fairer Sportsmann, mit dem man auf dem Platz stets zivilisiert diskutieren konnte. Kenne ihn nicht persönlich, scheint aber ein geerdeter Typ zu sein. Sicher ein herber Verlust für die 2.-Liga-Gruppe 2.
Fabio Digenti (FC Winterthur U21; als Trainer gehabt beim SV Rümlang und FC Uster):
Hier kann es nur einen geben (sorry Jonny, muesch di für eimal mit em 2. Platz zfriede gäh). Lernte ich zu einer Zeit kennen, wo Fussball am Sonntagmorgen noch zu meinem persönlichen Afterhour-Programm gehörte – und ich auch dementsprechend kickte. Hat aus meinem bescheidenen Talent dann aber das absolute Maximum herausgeholt, wie er das bei unzähligen jungen Spielern tat und noch tun wird. Hatte zudem immer schon ein spezielles Gespür für das Führen eines Teams und dem Umgang mit verschiedenen Charakteren. Danke für alles!
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Bisher erschienene Folgen
Fabian Meli (Mittelfeldspieler, FC Wiesendangen): Vaterfiguren und Torträger
Thomas Maag (Leiter Talente, FC Küsnacht): Bierholer, Grätscher und Ersatzbankhelden
Betty Böser (Expertin, Orakel, Köchin): Schneefräse, Goldfüsschen und Kratzekatze
Ian und Andrin Lustgarten (Verteidiger, FC Herrliberg): legendär und gefürchtet
David Rutz (Verteidiger, SV Höngg): «Box to Dönerbox» und Duschen mit Hugo
Patrick Kaufmann (Leiter Aktive, FC Seuzach): Treue Seelen und ein Wandervogel
Dominik Schiendorfer (Verteidiger, FC Wädenswil): Rätselonkel trifft kleiner Büffel
Marc Lüthi, Pablo Kessler, Gianluca und Fabio De Tommasi (Spieler-Quartett, FC Wiedikon): «In der 3. Halbzeit haushoch überlegen»
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