2024-02-28T09:51:25.667Z

Spielbericht
Eng ging es her zwischen der Eintracht und Bremens zweiter Mannschaft.
Eng ging es her zwischen der Eintracht und Bremens zweiter Mannschaft. – Foto: Imago Images

Starker Auftritt ohne Tore

Norderstedt und Werder trennen sich torlos.

Der „Man Of The Match” war einer, der gar nicht auf dem Platz stand, da waren sich beide Trainer einig. „Das hatten wir so ganz sicher nicht erwartet“, sagte Werder-Coach Konrad Fünfstück nach der Partie. „Ein Riesen-Kompliment an den Greenkeeper von Norderstedt. Im Januar solche Bedingungen hier vorzufinden, das war „Prädikat Weserstadion". Wir waren total überrascht, in welcher guten Verfassung der Platz hier war, das war sensationell.“

Durch den guten Platz entwickelte sich auch sehr munteres, abwechslungsreiches und spannendes Spiel von zwei Mannschaften, die Fußball spielen können und wollen. Das einzige, was dem Spiel am Ende fehlte, waren die Tore. „Wir haben von beiden Seiten ein sehr gutes Regionalliga-Spiel gesehen mit einer hohen Intensität, beide Mannschaften hatten einen klaren Plan, wie sie gegen den Ball, aber auch mit dem Ball spielen wollen. Obwohl es ein 0:0 war, war es für die Zuschauer in interessantes Spiel, kaum eine Phase zum Verschnaufen“, befand der Bremer Trainer.

Die erste Viertelstunde gehörte ganz klar den Gästen aus Bremen, die mit viel Schwung in die Partie gingen. Schon nach wenigen Minuten hätte es zum ersten Mal klingeln können, als Tom Berger Lars Huxsohl aus der Distanz prüfte (2.). Beim Versuch von Jannic Ehlers aus spitzem Winkel hätte Huxsohl keine Abwehrmöglichkeit gehabt – der Ball zischte knapp am langen Pfosten vorbei (10.). Ronan Kratt hätte es nach einem Abspielfehler im Norderstedter Aufbauspiel besser machen können, brachte freistehend aber nur einen Schuss zu Stande, der zu den leichten Übungen für den Eintracht-Keeper zählte (12.). „Wenn wir in den ersten 15 Minuten vorm Tor ein bisschen besser agieren, kannst du hier in Führung gehen“, monierte der SVW-Trainer.

Wir sind erst um 14.15 Uhr so richtig aus der Winterpause gekommen“, teilte Norderstedt-Trainer Olufemi Smith die Meinung seines Bremer Gegenübers, hatte allerdings auch gleich die Begründung parat. „Wir haben Bremen im Vorfeld natürlich beobachtet und sie einen Tick anders erwartet, deswegen mussten wir uns erst einmal sortieren. Wir haben das aber sehr, sehr gut angenommen und die Mannschaft dann ein bißchen umgestellt.“

Eintracht wurde stärker, allerdings scheiterte es immer wieder am letzten Pass. Jan Lüneburg verpasste zwei Flanken knapp (14./15.), Pelle Hoppe bewies bei seinem Rückpass auf den besser postierten Dylan Williams viel Übersicht, aber wenig Präzision im Zuspiel (18.), Kangmin Choi wurde von Hoppe schön freigespielt, im letzten Moment aber noch vom Ball getrennt (21.).

Zum ersten Mal gab es nach 24 Minuten Aufregung. Höck ging im Strafraum mit viel Schwung gegen Nils Brüning zu Werke – der Bremer traf Ball und Gegner, der gute Schiedsrichter Max Rosenthal aus Lübeck ließ weiterlaufen.

Weiter ging es mit den „Fast-Torchancen“. Choi verpasste eine Flanke von Andre Wallenborn um Zentimeter (26.), ein Hoppe-Schuss wurde zur Ecke geklärt (27.), Dietrich köpfte einen Wallenborn-Eckball vor dem einköpfbereiten Tjark Hildebrandt aus der Gefahrenzone (28.), Lüneburgs Kopfball ging drüber (29.). Bremen meldet sich nach einer halben Stunde zurück, als Jannic Ehlers mit einem ganz unangenehm wackelnden Distanzschuss Lars Huxsohl vor Probleme stellte (30.). Danach beruhigte sich die temporeiche Partie etwas, mit einem leistungsgerechten 0:0 ging es in die Pause.

Juri Marxen machte nach einem Ballgewinn das Spiel schnell und bediente Hoppe, der den Ball um den Pfosten herum ins Toraus zirkelte (53.). Dann war es der starke Brüning, der die Lücke für Hoppe fand. Der trat in bester Position über den Ball, fing sicher aber sofort wieder und wollte eine zweiten Versuch starten, Bargfrede ließ den Fuß stehen – Elfmeter. Der Gefoulte trat selber, was er gemäß den Gesetzen des Fußballsports nicht tun sollte: Torhüter Louis Lord ahnte die Ecke, wehrte den Ball zur Seite vor die Füße von Dylan Williams ab. Auch hier blieb Lord Sieger, am langen Pfosten verpasste Brüning den Ball (56.).

Im zweiten Drittel der zweiten Halbzeit nahm die Partie wieder Fahrt auf. Huxsohl musste gegen Höck sein Können aufbieten (64.), im Gegenzug chippte Marc Bölter den Ball am Tor vorbei (65.). Auf der anderen Seite ließ der auffällige Ehlers zwei Norderstedter aussteigen, ehe er vom erneut starken Hildebrandt vom Ball getrennt wurde (66.).

Jonas Behounek, der nach seiner Verletzung noch nicht wieder bei 100% ist und nach einer guten Stunde eingewechselt wurde, gewann in der gegnerischen Hälfte den Ball, bediente Lüneburg, der das Spiel klug auf die Flügel verlagerte. Dort hatte Choi freie Bahn und jagte den Ball knapp über den Querbalken. Richtig guter Angriff, der für Szenenapplaus auf der Tribüne sorgte (68.).

Für die letzten zwanzig Minuten kam mit Cemal Sezer ein frischer Angreifer für Jan Lüneburg in die Partie. Der fügte sich auch gleich gut ein, legte den Ball zurück auf Brüning, der seinen Meister in Louis Lord fand (72.). Lord sollte in der Schlussphase immer wieder im Mittelpunkt stehen. Norderstedt drückte immer wieder über die Außen, doch egal von wo die Bälle kamen – Lord war da und fing sie ab, so dass es am Ende beim torlosen Unentschieden blieb. „Zum Ende vom Spiel war es extrem spannend zuzusehen, es waren viele Räume da", so Fünfstück. "Hätten wir einen Konter besser ausgespielt, hätten wir das Siegtor machen können. Norderstedt hat bis zum Schluss unglaublich geduldig gespielt, sie haben ihren Plan gehabt."

"Wir sind natürlich ein bisschen enttäuscht, wenn man einen Elfmeter bekommt und die Chance dann nicht nutzt, wenn man den letzten Pass nicht anbringt, den entscheidenden letzten Ball nicht so sauber und konzentriert spielt. Teilweise haben wir die Entschlossenheit und Konzentration vermissen lassen, dann ist es schade, dass wir uns mit einem Punkt begnügen müssen. Ich denke aber auch, dass wir gezeigt haben, dass wir gut aus der Winterpause gekommen sind. Wir haben gesagt, wir wollen da ansetzen, wo wir im Dezember aufgehört haben und das hat die Mannschaft sehr gut umgesetzt. Ich bin sehr zufrieden damit, wie die Jungs gegen den Ball gearbeitet haben. Über das gesamte Spiel ist das Unentscheiden für beide Mannschaften mitzunehmen, da muss sich keiner grämen und traurig sein", mischte Olufemi Smith nach der Partie Kritik und Lob zusammen und sah es unterm Strich damit ähnlich wie sein Bremer Kollege. „Für uns ist es ein verdienter Punkt, wir haben uns am Spiel genau so beteiligt wie Norderstedt und hätten eine große Enttäuschung erlebt, wenn du hier mit nichts nach Hause fährst. Ich denke, das Unentschieden ist gerecht."

Nicht nur für den Platzwart hatte der sympathische Bremer Trainer ein Kompliment parat. "Wir gratulieren Norderstedt zu dieser Mannschaft, die ihr hier zusammen habt. Das ist fußballerisch super mit vielen guten Einzelspieler. Wir freuen uns jetzt schon aufs Rückspiel.“ Dieses wird am Samstag, 01.04.2023 auf dem Platz elf des Bremer Weserstadions stattfinden.

Norderstedt bleibt nach dem Unentschieden in der Tabelle auf dem fünften Tabellenplatz vor dem spannenden Auswärtsspiel beim aktuellen Tabellenzweiten, der U21 des Hamburger SV am kommenden Samstag um 13.00 Uhr.

Aufrufe: 030.1.2023, 08:28 Uhr
FC Eintracht NorderstedtAutor