
Infrastruktur, Finanzierung, medizinische Betreuung, Umgang mit Jugendlichen: So reagiert die SpVgg Unterhaching auf den Brandbrief einiger Eltern.
Unterhaching – Es ist das Aushängeschild des Vereins. Die Jugendarbeit steht bei der SpVgg Unterhaching hoch im Kurs, junge Spieler bekommen wie bei fast keinem anderen Klub in Deutschland die Chance sich im Herrenbereich zu zeigen und zu etablieren. Bezeichnend: In den letzten zwei Jahren räumten die Hachinger bei der Auszahlung des DFB-Nachwuchsfördertopfes ab und das mit teils großem Vorsprung vor der Konkurrenz der 3. Liga. Doch nun lässt ein offener Brief von Eltern einiger NLZ-Spieler die Jugendarbeit nicht mehr ganz so rosig erscheinen. Ein Statement des Regionalligisten folgte postwendend.
In der Stellungnahme, die dem Münchner Merkur, tz und Fussball Vorort/FuPa Oberbayern vorliegt, räumt der Verein besonders in den ersten drei Kritikpunkten Defizite ein und verspricht Verbesserungen. So wird bei der Infrastruktur an der Sternstraße der Nachholbedarf anerkannt und konkrete bauliche Maßnahmen angekündigt. Zur privaten Finanzierung von Trainingsmaterialien wird erklärt, dass Teams nur bei übermäßigem Ballverlust aus der Mannschaftskasse zahlen müssten, ansonsten würde ausreichend Material bereitgestellt. Auch die fehlende medizinische Betreuung bei Spielen wird als internes Thema bestätigt, an dessen Lösung bereits gearbeitet werde.
Die Stellungnahme der Leitung des NLZ in Person von Thomas Schmeizl im Wortlaut:
Zu Kritikpunkt 1 – Unzumutbare Infrastruktur an den Trainingsplätzen an der Sternstraße
„Uns ist bewusst, dass wir hier Nachholbedarf haben. Solche infrastrukturellen Maßnahmen stellen hier auch immer verschiedenste damit verbundene Herausforderungen dar. Aufgrund der begrenzten Trainingsmöglichkeiten am Sportpark mit zwei Vereinen, waren wir früh gezwungen, ohne die angesprochene Finalisierung von baulichen Maßnahmen, an der Sternstraße mit unseren NLZ-Teams zu trainieren. Wir sind aber bereits dabei, konkrete bauliche Maßnahmen umzusetzen und sind optimistisch, hier bald konkrete Fortschritte darstellen zu können.“
Zu Kritikpunkt 2 – Private Finanzierung von Trainingsmaterialien
„Richtig ist bei uns die Regel, dass die Teams bei übermäßig großem Verlust von Bällen während der Saison, die verloren gegangen Anzahl aus der Mannschaftskasse bezahlen müssen. Ansonsten sind wir in Rücksprache mit den Trainern zu Beginn der Saison immer darum bemüht, das notwendige Trainingsmaterial für die jeweiligen Teams in ausreichendem Maße zur Verfügung zu stellen.“
Zu Kritikpunkt 3 – Fehlende medizinische Betreuung bei Heimspielen
„Diese Themen ist auch bei uns intern sehr präsent. In der Vergangenheit konnten wir aus verschiedensten Gründen eine umfassende medizinische Betreuung nicht immer ausreichend gewährleisten. Hier sind wir aber seit geraumer Zeit dran, um hier dieses für uns sehr wichtige Thema zu lösen. Allerdings hängt auch dieser Punkt von verschiedensten Faktoren ab.“
Zu Kritikpunkt 4 – Moralischer Umgang mit Jugendlichen
„Dieses Thema ist in allen NLZs in Deutschland sehr präsent. Im Austausch mit anderen Vereinen stellt sich diese Situation immer wieder dar. Wir werden diesen Kritikpunkt sehr ernst nehmen und sind an ständigen Verbesserungsprozessen interessiert. Gerade wir als familiärer und bodenständiger Verein legen hier in der Kommunikation mit verschiedensten Akteuren aus dem Verein sehr großen Wert. Das wird in Zukunft noch mehr als in der Vergangenheit ein wichtiger Auftrag von mir sein, hier einen angemessenen Rahmen zu schaffen und Optimierungen konsequent voranzutreiben. Bei diesem uns aus menschlicher Sicht sehr wichtigen Thema bin ich in engem Austausch mit unserem Präsidenten. Hier ist der klare Auftrag von unserem Präsidenten Manni Schwabl an mich, solche Konfliktpotenziale in Zukunft bestmöglich zu lösen. Das ist ihm außergewöhnlich wichtig.“